Anatomie Osteologie, Skripte von Anatomie und Physiologie

für das Knochenkolloquium und Anatomiekurse

Art: Skripte

2016/2017

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Osteologie Stamm und Extremitäten
Das Skelett
Das menschliche Skelett besteht aus 208 - 214 Knochen. Die meisten Knochen erfüllen eine
wesentliche Stützfunktion unseres Körpers und seiner Körperteile. Diese Stützknochen bestehen
beim Embryo aus hyalinem Knorpel; das embryonale Knorpelskelett nennt man das Primordialskelett.
Der Knorpel wird im Laufe der Zeit durch Knochen ersetzt. Das dauert je nach Knochen und
Knochenende maximal bis zum 24. Lebensjahr. Bis dahin findet sich noch Knorpel in den Wachstums-
oder Epiphysenfugen. Der Gelenksknorpel, der das Knochenende überzieht, ist das zeitlebens
bestehende bleibende Residuum des Primordialskeletts. Einige wenige Knochen dienen nicht als
Stütze, sondern als Schutz von empfindlichen Organen (Schädeldach und Gesichtsschädel) bzw. um
beim aufrechten Gang unsere Arme zur Seite zu bringen (Schlüsselbeine). Diese Knochen entstehen
direkt aus dem mesenchmalen Bindegewebe.
Bei den Knochen werden mehrere Typen unterschieden:
Das Os longum (Röhrenknochen) ist durch seine Markhöhle gekennzeichnet. Dadurch bekommt der
Schaft die Form einer Röhre. Zwar sind die meisten Röhrenknochen lang, aber manche sind kürzer als
so genannte kurze Knochen. So ist z.B. ein Zehenknochen (= Os longum) kürzer als das Fersenbein (=
Os breve). Röhrenknochen sind die Knochen von Oberarm, Unterarm, Mittelhand und Fingern und
jene von Oberschenkel, Unterschenkel, Mittelfuß und Zehen.
Das Os breve (kurzer Knochen) hat keine Markhöhle und ist zumeist recht kurz. Zu den kurzen
Knochen zählen die Hand- und Fußwurzelknochen, sowie die Wirbelkörper.
Das Os planum (platter Knochen) ist flach und hat keine Markhöhle. Platte Knochen sind das
Schulterblatt, das Hüftbein, das Brustbein und die Rippen. Die Schädelknochen sind Sonderformen
der platten Knochen. Die Abbildung zeigt eine Scapula (Schulterblatt) von hinten.
Das Os pneumaticum (lufthältiger Knochen) umschließt einen lufthältigen Raum. Lufthältige Knochen
kommen nur am Schädel vor: Stirnbein, Siebbein, Keilbein und Oberkiefer enthalten als Lufträume
die Nasennebenhöhlen. Das Schläfenbein hat einen lufthältigen Teil: den Warzenfortsatz.
Das Os sesamoideum (Sesambein) ist ein in einer Sehne liegender Knochen, wie z.B. die Kniescheibe.
Auch an bestimmten Finger- und Zehengelenken kommen häufig Sesambeine vor.
Das Os accessorium (zusätzlicher Knochen) ist ein nur gelegentlich auftretender Knochen. Häufig
finden sich akzessorische Knochen an der Hand- und Fußwurzel.

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Osteologie Stamm und Extremitäten Das Skelett Das menschliche Skelett besteht aus 208 - 214 Knochen. Die meisten Knochen erfüllen eine wesentliche Stützfunktion unseres Körpers und seiner Körperteile. Diese Stützknochen bestehen beim Embryo aus hyalinem Knorpel; das embryonale Knorpelskelett nennt man das Primordialskelett. Der Knorpel wird im Laufe der Zeit durch Knochen ersetzt. Das dauert je nach Knochen und Knochenende maximal bis zum 24. Lebensjahr. Bis dahin findet sich noch Knorpel in den Wachstums- oder Epiphysenfugen. Der Gelenksknorpel, der das Knochenende überzieht, ist das zeitlebens bestehende bleibende Residuum des Primordialskeletts. Einige wenige Knochen dienen nicht als Stütze, sondern als Schutz von empfindlichen Organen (Schädeldach und Gesichtsschädel) bzw. um beim aufrechten Gang unsere Arme zur Seite zu bringen (Schlüsselbeine). Diese Knochen entstehen direkt aus dem mesenchmalen Bindegewebe. Bei den Knochen werden mehrere Typen unterschieden: Das Os longum (Röhrenknochen) ist durch seine Markhöhle gekennzeichnet. Dadurch bekommt der Schaft die Form einer Röhre. Zwar sind die meisten Röhrenknochen lang, aber manche sind kürzer als so genannte kurze Knochen. So ist z.B. ein Zehenknochen (= Os longum) kürzer als das Fersenbein (= Os breve). Röhrenknochen sind die Knochen von Oberarm, Unterarm, Mittelhand und Fingern und jene von Oberschenkel, Unterschenkel, Mittelfuß und Zehen. Das Os breve (kurzer Knochen) hat keine Markhöhle und ist zumeist recht kurz. Zu den kurzen Knochen zählen die Hand- und Fußwurzelknochen, sowie die Wirbelkörper. Das Os planum (platter Knochen) ist flach und hat keine Markhöhle. Platte Knochen sind das Schulterblatt, das Hüftbein, das Brustbein und die Rippen. Die Schädelknochen sind Sonderformen der platten Knochen. Die Abbildung zeigt eine Scapula (Schulterblatt) von hinten. Das Os pneumaticum (lufthältiger Knochen) umschließt einen lufthältigen Raum. Lufthältige Knochen kommen nur am Schädel vor: Stirnbein, Siebbein, Keilbein und Oberkiefer enthalten als Lufträume die Nasennebenhöhlen. Das Schläfenbein hat einen lufthältigen Teil: den Warzenfortsatz. Das Os sesamoideum (Sesambein) ist ein in einer Sehne liegender Knochen, wie z.B. die Kniescheibe. Auch an bestimmten Finger- und Zehengelenken kommen häufig Sesambeine vor. Das Os accessorium (zusätzlicher Knochen) ist ein nur gelegentlich auftretender Knochen. Häufig finden sich akzessorische Knochen an der Hand- und Fußwurzel.