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Handout der Vorlesung von Dr. Jan Oster, Wintersemester 2019/2020. Version Januar 2020
Art: Skripte
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Richtet sich grds. nach spanischem Recht (➔ s.a. Sechster Teil: „Die grenzüberschreitende Dimension“) Siehe aber auch § 201 StGB (Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes): (1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer unbefugt
§ 201 II StGB: Ebenso wird bestraft, wer unbefugt
Grundfrage der zivilrechtlichen Falllösung: Wer will was von wem woraus? Anspruchsteller („ wer “): S und G Anspruchsgegner („ von wem “): A als Aufzeichner des Videos; Spiegel, SZ und Youtube als Verbreiter Anspruchsgegenstand („ was “): Unterlassung der Weiterverbreitung „Geld“ (Schadensersatz, Entschädigung, Herausgabe einer ungerechtfertigten Bereicherung) Folgenbeseitigung („Richtigstellung“), sofern unwahre Tatsachenbehauptungen aufgestellt werden („Koks“?) Anspruchsgrundlage („ woraus “): § 1004 BGB analog (Unterlassung); § 823 I, II i.V.m. § 201 StGB (Schadensersatz/Entschädigung), § 812 I 1 Alt. 2 BGB (Bereicherungsausgleich), §§ 823, 249 BGB (Folgenbeseitigung, str.) 7
Art. 5 I GG, Art 10 EMRK auf Seiten der Inhalteanbieter und Intermediäre Art. 2 I i.V.m. 1 I GG (allgemeines Persönlichkeitsrecht) auf Seiten von S und G Lies: § 201 II 3 StGB: „[Die Tat nach Satz 1 Nr. 2] ist nicht rechtswidrig, wenn die öffentliche Mitteilung zur Wahrnehmung überragender öffentlicher Interessen gemacht wird.“ § 59 III 3: „Die Untersagung darf nicht erfolgen, wenn die Maßnahme außer Verhältnis zur Bedeutung des Angebots für […] die Allgemeinheit steht.“ §§ 823, 1004 BGB: Es bedarf der „Abwägung“ der (^8) widerstreitenden Interessen
Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Lady_Justice#/media/File:Lady_Justice_at_Castallania,_Malta.jpeg ©: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/ 10
Beispiele: Vorlesungen zum „Baurecht“ und zum „Umweltrecht“ behandeln meist nur das öffentliche Bau- und Umweltrecht, selten aber das in der 11 Praxis bedeutsame Bauvertragsrecht und Umwelthaftungsrecht
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Kein Teilrechtsgebiet vereinigt die folgenden drei Faktoren in einer Weise auf sich wie das Medienrecht: Medien als wirtschaftlicher Faktor: Medienrecht ist Wirtschaftsrecht. Bedeutsam z.B. für die Anwendung des Kartellrechts, des Fusionskontrollrechts, der Europäischen Grundfreiheiten etc. Medien als kultureller Faktor: Medienrecht ist Kulturrecht. Kultur lässt sich nicht staatlich oder pan-europäisch anordnen, sondern muss den individuellen Kulturschaffenden und den Kulturintermediären Freiräume lassen. Medien als grundrechtlicher Faktor: Medienrecht ist äußerst grund- und menschenrechtssensibel. 14
Grundfrage: Darf/muss eine Behörde gegen einen Betroffenen einschreiten, bzw. hat die Klage eines Betroffenen gegen ein Einschreiten einer Behörde Erfolg? Ziel: Feststellung, ob eine Behörde einschreiten darf oder durfte. Medienrechtlich relevante Vorschriften sind z.B.: § 59 RStV § 20 JMStV Hauptakteure: Verwaltungsbehörde (insb. Landesmedienanstalten) Betroffene(r) (i.d.R. Journalist, Medienunternehmen, Intermediär) ggf. Verwaltungsgericht 16
Grundfrage: Wer will was von wem woraus? Ziel: Feststellung, ob der Anspruchsteller/Kläger einen Anspruch gegen den Anspruchsgegner/Beklagten hat. Medienrechtlich relevante Vorschriften sind z.B.: § 1004 BGB analog (Unterlassungsanspruch) §§ 823 I, II, 824, 826, 249 ff. BGB (Anspruch auf Schadensersatz) § 97 UrhG (Ansprüche wegen Urheberrechtsverletzung) Art. 17 DSGVO („Recht auf Vergessenwerden“) § 56 RStV, § 44 LMedienG NRW, § 11 LPresseG NRW (Gegendarstellung) Hauptakteure: Anspruchsteller/Kläger (i.d.R. der von einer Medienberichterstattung Betroffene) Anspruchsgegner/Beklagter (i.d.R. Journalist, Medienunternehmen, Intermediär) 17
Grundrechte entfalten schon allein deswegen keine unmittelbare Drittwirkung, wenn und weil sie die begehrte Rechtsfolge nicht vorsehen. Grundrechte sind Prinzipien, keine Regeln. So gewährt Art. 2 I i.V.m. 1 I GG keinen Unterlassungs- oder Schadensersatzanspruch ( z.B. Art. 7 II 2 EUGRCh: Auskunfts- und Berichtigungsanspruch) Aber: Gerichte als Teil der staatlichen Gewalt (Art. 1 III GG, Art. 1 EMRK, s.a. Art. 8 I EMRK („Achtung“)) dürfen bei Anwendung des Privatrechts nicht zu einem Ergebnis kommen , das mit den Grundrechten unvereinbar ist. Wäre es mit Art. 5 I GG vereinbar, wenn ein Gericht – auf der Grundlage von §§ 823, 1004 BGB – die weitere Ausstrahlung des Ibiza-Videos untersagte? War es mit Art. 2 I i.V.m. 1 I GG vereinbar, dass das LG Berlin schwerste 20 Beleidigungen der Politikerin Renate Künast für zulässig erachtete?