KONS - Endodontie, Skripte von Zahnmedizin

Retzius-Streifen: Ausdruck periodischer Ruhephasen der Ameloblasten während der. Schmelzbildung (=vergleichbar mit Jahresringen von Bäumen) ...

Art: Skripte

2021/2022

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KONS - Endodontie
Fachschaft Zahnmedizin Münster
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KONS - Endodontie

Fachschaft Zahnmedizin Münster

II

1te Auflage - 2016

IV

Wurzelkanalanatomie .................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Oberkiefer................................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Unterkiefer ................................................................................. Fehler! Textmarke nicht definiert. Front- und Eckzähne ................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Prämolaren ................................................................................. Fehler! Textmarke nicht definiert. Molaren ...................................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. ÄTIOLOGIE UND PATHOLOGIE............................................................ Fehler! Textmarke nicht definiert. Ätiologie der Pulpitis und Parodontitis apicalis.............................. Fehler! Textmarke nicht definiert. Mikrobielle Ursachen ................................................................. Fehler! Textmarke nicht definiert. Physikalische Ursachen .............................................................. Fehler! Textmarke nicht definiert. Chemische Ursachen .................................................................. Fehler! Textmarke nicht definiert. Mikroflora des infizierten Wurzelkanals und der apikalen Parodontitis ....... Fehler! Textmarke nicht definiert. Regressive Veränderungen (Alterungsprozesse, Reizantwort der Pulpa)...... Fehler! Textmarke nicht definiert. Atrophie ...................................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Degeneration .............................................................................. Fehler! Textmarke nicht definiert. Dentikel ...................................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Obliterationen ............................................................................ Fehler! Textmarke nicht definiert. Erkrankungen des Endodonts und des apikalen Parodonts ........... Fehler! Textmarke nicht definiert. Erkrankungen der Pulpa ............................................................. Fehler! Textmarke nicht definiert. Erkrankungen des periradikulären Gewebes ............................. Fehler! Textmarke nicht definiert. Dentales Trauma ............................................................................ Fehler! Textmarke nicht definiert. Zahntrauma ................................................................................ Fehler! Textmarke nicht definiert. Diagnostik ................................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Klassifikation............................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Komplikationen: Externe Resorption ......................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Therapie...................................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Prognose dentaler Traumata...................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Endodontie und Allgemeingesundheit ........................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. DIAGNOSTIK UND DIFFERENZIALDIAGNOSTIK ................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Allgemeine Anamnese .................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Spezifische Anamnese .................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Schmerzanamnese ..................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Klinische Untersuchung .............................................................. Fehler! Textmarke nicht definiert.

V

Röntgenbefunde ......................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Klassifikation des Pulpazustandes: ................................................. Fehler! Textmarke nicht definiert. Reversibilität und Irreversibilität ................................................ Fehler! Textmarke nicht definiert. Pulpaentzündung........................................................................ Fehler! Textmarke nicht definiert. Pulpainfektionen ........................................................................ Fehler! Textmarke nicht definiert. Weitere endodontale Erkrankungen .............................................. Fehler! Textmarke nicht definiert. Zahnverfärbungen .......................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Rosafärbung der Zahnkrone (Pink spot) ..................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. ENDODONTISCHE THERAPIE .............................................................. Fehler! Textmarke nicht definiert. Vitalerhaltende Maßnahmen ......................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Vitalerhaltung mit Kalziumhydroxid, MTA, Biodentine .............. Fehler! Textmarke nicht definiert. Caries profunda-Behandlungen.................................................. Fehler! Textmarke nicht definiert. Direkte/Indirekte Überkappung ................................................. Fehler! Textmarke nicht definiert. Partielle Amputation .................................................................. Fehler! Textmarke nicht definiert. Vitalexstirpation ............................................................................. Fehler! Textmarke nicht definiert. Endodontische Schmerzbehandlung /Notfallbehandlung ............. Fehler! Textmarke nicht definiert. Diagnostik ................................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Medikamentöse Begleittherapie ................................................ Fehler! Textmarke nicht definiert. WURZELKANALBEHANDLUNG ............................................................ Fehler! Textmarke nicht definiert. Indikation und Kontraindikation .................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Indikation.................................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Kontraindikation ......................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Endodontische Zugangskavität: Access Cavity ............................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Auffinden der Kanaleingänge ......................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Chemische Wurzelkanalaufbereitung/Desinfektion des Wurzelkanalsystems ....... Fehler! Textmarke nicht definiert. Mikrobielle Besiedlung des Endodonts ...................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Spülflüssigkeiten ......................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Spültechnik ................................................................................. Fehler! Textmarke nicht definiert. Medikamentöse Einlage ................................................................. Fehler! Textmarke nicht definiert. Applikation der Einlage............................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Entfernung der Einlage ............................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Agenzien zur medikamentösen Einlage ..................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Provisorischer Verschluss ............................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Bestimmung der Arbeitslänge ........................................................ Fehler! Textmarke nicht definiert.

VII

Kofferdamapplikationstechniken ................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. Problemfälle ................................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. DIE ENDODONTIE IM KONTEXT DER VERTRAGSZAHNÄRZTLICHEN PROTHETISCHER VERSORGUNG ............................................................................................................ Fehler! Textmarke nicht definiert.

o Kalzium und Phosphat liegen in einem Verhältnis von 1:1,2 als Apaptitverbindung (Ca 10 - xPO 6 - x) * X 2 * H 2 O in Form kleiner Kristalle vor. Durch^ interne^ Substitutionsreaktionen kann es zur Ausbildung von Fluorapatit oder fluoridiertem Hydroxylapatit kommen, das eine stabilerer Kristallgitterstruktur aufweist als Hydroxylapatit o Wasser kommt im Zahnschmelz in zwei verschiedenen Formen vor  kristallin als Hydrationsschale  lose, an organische Materie gebunden o organisches Material  Proteine (58%), Lipide (40%), Spuren von Kohlenhydraten, Zitrat und Laktat

Histologische Struktur

Apaptitkristalle des Schmelzes sind im Querschnitt annähernd hexagonal (sechseckig), und besitzen eine Hülle von adsorbierten Ionen, Proteinen, Lipiden und Wasser (Hydrationsschale) o Größe: 160nm lang, 40-70nm breit, 26 nm dick  Schmelzprismen : werden von etwa 100 zusammenliegenden Schmelzkristallen gebildet und erstrecken sich von der Schmelz-Dentin-Grenze bis fas zur Schmelzoberfläche; wellenförmiger Verlauf in vertikaler und horizontaler Richtung  interprismatische Substanz : umgibt die Schmelzprismen, wird auch aus Schmelzkristallen gebildet, die ungeordneter vorliegen  prismenfreier Schmelz : An der Oberfläche der menschlichen Zahnkrone befindet sich häufig eine 20-30μm dicke Schicht prismenfreien Schmelzes, Kristallite liegen hier dicht gepackt parallel zur Oberfläche (wird bei allen Milchzähnen und in den Fissuren/Zervikalbereich bleibender Zähne gefunden)  Hunter-Schräger-Streifung : polarisationsoptisches Phänomen in Zahnschliffen, aufgrund der verschiedenen räumlichen Anordnung der Schmelzprismen zueinander  Perikymatien : Vertiefungen an der Zahnoberfläche, zunehmende Anzahl von koronal nach zervikal; entstehen durch die schubweise Entwicklung der Zahnhartsubstanz  Retzius-Streifen : Ausdruck periodischer Ruhephasen der Ameloblasten während der Schmelzbildung (=vergleichbar mit Jahresringen von Bäumen)

Dentin

Bildung

 Bildung durch Odontoblasten , deren Zellkörper sich an der Zahnpulpa befinden o Primärdentin : wird während der Zahnentwicklung gebildet o sekundäres Dentin : wird ein Leben lang gebildet  Pulpa wird kleiner; bei normaler Pulpafunktion nach Abschluss der Zahnentwicklung gebildet; gleichmäßiges tubuläres Muster => Abwehrleistung der Pulpa gegenüber Abrasion und Attrition o tertiäres Dentin : Reiz/Reparaturdentin, Antwort von primären Odontoblasten auf Verletzungen; irreguläre Dentintubuli, können auch gänzlich fehlen; vereinzelt zelluläre Einschlüsse

 Der größte Teil des menschlichen Zahnes besteht aus Dentin. Dentin umgibt die

Pulpa. Das koronale Dentin ist von Schmelz , das Wurzeldentin von Zahnzement

bedeckt

o Dichte:

o Härte : 68 KHN

 Vitales Gewebe : Dentin ist im Gegensatz zu Schmelz ein lebendes, weniger stark

mineralisiertes Gewebe

 besteht 70% aus anorganischem materiel, 20% organisch, 10% Wasser

 Dentin wird während der gesamten Lebensdauer eines Zahnes gebildet.

o Primärdentin : Dentin, das bis zum Abschluss des Wurzelwachstums entsteht

o Sekundärdentin : nach dem Wurzelwachstum lebenslang gebildetes Dentin

o Tertiärdentin : (Reizdentin, irreguläres Sekundärdentin, Reparationsdentin)

wird auf Grund eines Reizes (z.B: Attrition, Erosion, Karies, iatrogene

Schäden) lokal als Abwehrbarriere gebildet)

 Dentin ist hochelastisch und verformbar. Es ist weniger hart als Schmelz und

besitzt eine gelbliche Farbe. Da Dentin sehr porös ist, weist es eine wesentlich höhere

Permeabilität als Schmelz auf.

Die Bildung von Tertiärdentin ist bis zur vollständigen Obliteration endodontischer

Hohlräume Ausdruck eines Abwehrverhaltens der Pulpa gegen exogene Reize. Die

Bildung von Reizdentin ist nur möglich bei (noch) erhaltener Vitalität der Pulpa

o Im Querschnitt ergeben sich verschiedene Werte für Anzahl und Dichte der Dentinkanälchen für das pulpanahe und das pulpaferne Dentin:  pulpanah : Durchmesser 2,8μm, Lumen der Dentinkanälchen machen etwa 80% der Gesamtquerschnittsfläche des pulpanahen Dentins aus  peripher: Durchmesser 0,8 μm; Lumen macht etwa 4% der Gesamtquerschnittsfläche aus pulpanah SchmelzDentin-Grenze Anzahl Dentintubuli Durchmesser Volumen Anteil 50'- 70.000 /mm Ca. 2,8μm 28 Vol% 20.000/mm Ca. 0,8 μm 4 - 10 Vol%  Nervenfasern lassen sich nur in einzelnen Tubuli des Prädentins nachweisen , im peripheren Dentin befinden sich KEINE Nervenendigungen Dentinschichten  Pulpa-Dentin-Grenze: Odontoblasten  nicht mineralisiertes Prädentin an der Grenze zur Pulpa  Prädentin : noch nicht vollständig ausgereifte und weniger mineralisierte Dentinschicht an der Grenze zum Pulpagewebe  Zwischendentin mit Mineralisationsfront  zirkumpulpales DentinManteldentin Schicht minder mineralisiertes Dentin unterhalb des Schmelzes, erleichtert die unterminierende Kariesausbreitung an der Schmelz-Dentin-Grenze, vielen Verzweigungen und Dentinkanälchen  Intertubuläres Dentin: zwischen den Dentinkanälchen lokalisiertes Dentin; viele kollagene Fasern, weniger stark mineralisiert als das peritubuläre Dentin  Peritubuläres Dentin: kleidet die innere Wand der Dentinkanälchen aus; posteruptiv gebildetes p. D. stellt physiologischen Alterungsprozess dar und kann zum Schutz der Pulpa vor äußeren Reizen (Karies) gebildet werden

Altersabhängige Veränderungen des Dentins:

 Bildung von peritubulärem DentinSekundärdentinbildungObliteration der DentinkanäleObliteration des PulpakavumsZunahme des Hartgewebsanteils  Neigung zu InfraktionenAbrasionen

Reizleitung im Dentin

 Eine direkte Verbindung zwischen Nervenfasern und Odontoblasten besteht vermutlich NICHT  Mögliche Stimuli o physikalische , chemische , mechanische , thermische oder osmotische Reize o zahnärztliche Maßnahmen , z.B: Präparation, Sondieren des Dentins, Kältetest, Wärmetest, Aussprühen, Auswaschen und Trocknen von Dentinflächen, Pumpbewegungen von Adhäsivfüllungen, Applikation von Füllungs oder Unterfüllungsmaterial  Reaktion o Überempfindlichkeit o Schmerz o Entzündung o Anlagerung von Reizdentin Hydrodynamischen Theorie : durch externe Stimulation werden Flüssigkeitsbewegungen in den Dentintubuli ausgelöst, die von Nervenfasern im Dentin und in der Pulpa als Signale aufgenommen und mit der Intensität der Stimulation entsprechenden Reaktionen beantwortet werden

Zementformen  Zement kann azellulär-afibrillär, zellulär-fibrillär oder azellulär-fibrillär zusammengesetzt sein  Primäres Zement= azelluläres Zement ; Wird bei Wurzelbildung und Zahneruption gebildet o Azelluläres afibrilläres Zement AAC –  (weder Zellen noch Fasern)  Koronales Zement: findet sich nur auf dem Schmelz in Form von Zungen oder Inseln, wenn nach der Entwicklung der Zahnkrone Schmelz in Kontakt mit Bindegewebe kommt  Funktion ist unbekannt  Abstammung von Zementoblasten o lamelliertes azelluläres Fremdfaserzement AEFC :  KEINE Zellen, dicht gepackte Sharpey-Fasern  im zervikalen und mittleren Wurzeldrittel  nur AEFC dient der Verankerung des Zahnes!  Abstammung von Fibroblasten und Zementoblasten  Sekundäres Zement = zelluläres Zement ; wird nach Wurzelbildung und in Abhängigkeit von Beanspruchung gebildet o Zelluläres Eigenfaserzement CIFC  Zellhaltig, enthält KEINE Kollagenfasern  enthält Zementozyten  enthält KEINE Sharpeyschen Faserne in reines Produkt aus Zementoblasten des eigentlichen Zahnsäckchens, später des parodontalen Ligaments  Funktion: Reparaturzement, füllt Resorptionslakunen o Zelluläres Gemischtfaserzement CMSC :  Zellhaltig, extrinsische und intrinsische Fasern  alternierende Lagen von AFEC und CIFC

 vor allem im apikalen Wurzeldrittel und Furkationsbereich mehrwurzeliger Zähne  Funktion : dynamische Änderung der äußeren Form der Wurzel während der Zahnbewegung  Abstammung von Fibro-/Zementobasten Funktionen des WurzelzementesBefestigung, Adaptation und Reparatur des Zahnes o Das Wurzelzement dient dem Schutz des Wurzeldentins vor Resorptionen. o Eine Verletzung des Wurzelzements kann zu Resorptionen oder Ankylosen führen. o Eine periapikale Entzündung führt zu einer apikalen Resorption der Zahnhartsubstanzen. Dies kann im Extremfall zu einer Auflösung der apikalen Konstriktion führen. o Das Wurzelzement kann bei Wurzelfrakturen an der Heilung der Fraktur beteiligt sein.  Im Zement inserieren die Fasern des parodontalen Halteapparats

Parodontales Ligament

Bindegewebszone zwischen Zement und KnochenParodontalspalt: 0,1 - 0,3 mm breit, gut innerviert  Bestandteile Parodontales Ligament: o Bindegewebszone mit kollagenen Faserbündeln o Zellen (Osteoblasten, Osteoklasten) o Grundsubstanz o Blutgefäße o Nerven o Mechanorezeptoren  Funktion o Halt- und Befestigung des Zahns o Kräfteweiterleitung und Kaufkräfteausgleich o Tastfunktion o Regulierung der Druckbelastung des Zahns o Zementneubildung  Irreversible Schäden das Zahnhalteapparates können zu einer Ankylose führen

Alveolarknochen

 Der Knochen ist ein äußerst dynamisches Gewebe, das permanenten Umbauvorgängen unterliegt ( Resorption und Neubildung )  Der Knochenstoffwechsel unterliegt funktionellen und hormonellen EinflüssenBestandteile o Zementoblasten o Osteoblasten und Osteoklasten o Fibroblasten o Mastzellen

Pulpa

 Die Zahnpulpa ist das Weichgewebe des Zahns , das die Pulpahöhle (Cavum dentis)