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Man spricht von der Glazialen Serie. ... Schaut man sich die Landschaft von Schleswig Holstein an, so erkennt man die glaziale Serie.
Art: Leitfäden, Projektarbeiten und Recherchen
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Schleswig Holstein- das kleine Kind Skandinaviens von Tommy Fängler
Hast du dir schon einmal versucht, folgende Fragen zu beantworten: Wie entstand der Bo- den Schleswig Holsteins? Woher kam das Material dafür? Wie wurde es transportiert? Wie geht das Ganze überhaupt?
Man fand nämlich heraus, dass die schleswig-holsteinischen Gesteine den Untergrund Skan- dinaviens widerspiegeln und es bestand kein Zweifel daran woher die Gesteine stammen, nur wie sie sich über die hundert Kilometer bewegt haben. Damals wusste man nicht so viel über die Erdgeschichte wie heute. Die ersten Erklärungsversuche gingen über Vulkanausbrü- che, die die Gesteine bis nach Schleswig Holstein katapultiert haben, bis zu Teufelsmächten, die die Kirche wutentbrannt mit tonnenschweren Findlingen angriffen. Doch zum Glück löste der Schwede O. Torell 1875 das Rätsel der Gesteine und wie sie ihren Weg in den Norden Deutschlands fanden. Heute wissen wir, dass es mehrere Eiszeiten in der Geschichte Schles- wig Holsteins gab, welche die Landmasse so formte wie sie heute aussieht. Vor nur 15000 Jahren endete die letzte Eiszeit, die Weichseleiszeit. Sie hatte ganze 45.000 Jahre Zeit gehabt ihren Anteil an der Formung beizutragen. Die kälteste Eiszeit mit den größten Ausdehnungen hatte die Saaleeiszeit vor ca. 100.000 Jahren. Wenn du dir die Abbildung 1 anguckst, siehst du wie es hier in Schleswig Holstein aussehen würde, wenn es keine Eiszeiten gegeben hätte. Die grünen Punkte stellen den Teil des Landes dar, welcher oberhalb des Meeres liegen wür- de. Alles andere wäre von einer vereinten Nord- und Ostsee überdeckt.
Doch zum Glück hat es diese Eiszeiten gegeben und wir haben genügend Land um die Men- schen an die Ostseeküste bis hin zur Nordseeküste zu verteilen. Während der Eiszeiten war Skandinavien von einem Eispanzer überdeckt. Dieser soll zwischen 3-5 Kilometer mächtig gewesen sein. Nun sammelte sich dieses Gletschereis nicht nur in Skandinavien, sondern fing an sich nach Süden hin auszubreiten. Auf diesen Weg schrammte er über Gesteine, Locker-
Abb. 1: Schleswig Holstein ohne eiszeitliche Einwirkungen, Quelle: Schmidtke
material, Erde und Felsbrocken und frohr dieses an. Er glättete Gebirge und schuf Seen. Das aufgenommene Gestein schrammte über anstehende Felsen und hinterließ seine Spuren. Es wurde alles Mögliche mitgenommen, ob lockeres oder festes Material sowie grobes und feines Material. Diese gesamten und vielfältigen Materialien bilden heute 99% der Landober- fläche Schleswig Holstein. Wenn man sich vorstellt, welche Auswirkungen die Eismassen aus Skandinavien haben, so wird einem klar, dass es sich um gewaltige Massen handeln muss. So wird 8 Meter Neuschnee zu 10 cm Eis und um eine Mächtigkeit von 3000 Meter Gletschereis zu erhalten müssten sich 240.000 Meter Schnee ansammeln. Das entspräche einer unglaub- lichen Länge der Strecke Flensburg- Hamburg- Lübeck. Wenn die Eiszeit nun dem Ende näher rückt, dann zieht sich der Gletscher nicht etwa mit dem gesammelten Schutt zurück. Das Eis schmilzt bei entsprechend warmen Temperaturen und das skandinavische Material legte sich dort nieder und findet seinen neuen Platz in Schleswig Holstein. Es entstand eine Land- schaft die charakteristisch ist. Man spricht von der Glazialen Serie. Sie besteht aus der fla- chen Grundmoräne, kuppigen Grundmoräne, Endmoräne, Sander und dem Urstromtal. Schaut man sich die Landschaft von Schleswig Holstein an, so erkennt man die glaziale Serie von Ost nach West verlaufend. Auf der Abbildung zwei erkennst du wie die Bodenbeschaf- fenheit in Schleswig-Holstein ist und wie man den ihn nennt.
Abb. 2: Schleswig Holstein und ihre glazial geprägten Landschaftsformen, Quelle: Schmidtke