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Franz kafka e opere, Appunti di Tedesco

Le più importanti opere di Franz Kafka, con una dettagliata analisi dello stile e dei contenuti.

Tipologia: Appunti

2015/2016

Caricato il 03/05/2016

Carolina0395
Carolina0395 🇮🇹

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VOR DEM GESETZ”
Die Handlung spielt an einem unbestimmten Ort: der Text sagt „vor dem Gesetz“.
Vermutlich ist das Gesetz ein Gebäude, denn es ist von einer Tür und von Sälen die Rede.
Die Zeit ist auch unbestimmt, d.h. man kann nicht wissen, wann genau die Handlung
spielt. Betont wird allerdings eine Dauer, denn der Mann vom Lande bleibt sein ganzes
Leben lang vor dem Gesetz. Der Text vermittelt da Informationen über den Türhüter: es
heißt, dass er der unterste Türhüter ist und, dass die anderen Türhüter in Inneren des
Gesetzes viel mächtiger als er sind. Der Text enthält Informationen auch über sein
Aussehen: diese Figur sieht merkwürdig aus und wirkt daher unheimlich. Der Mann vom
Lande will in das Gesetz hinein gehen und hat nicht mit Schwierigkeiten gerechnet. Wider
seine Erwartungen erfährt er vom Türhüter, dass er jetzt nicht eintreten darf. Dem
Zufolge beschließt der Mann, auf eine Erlaubnis zu warten. Er wartet jahrelang bis er
stirbt. Während dieser langen Wartezeit, versucht er vergebens, den Türhüter zu
bestechen. Kurz vor seinem Tod fragt der Mann den Türhüter, warum niemand außer ihm
um Eintritt gebeten hat. Der Türhüter antwortet, dass dieser Eingang nur für diesen Mann
ist. Der Mann wird sterben und der Türhüter wird die Tür schließen und weggehen.
Die Sprach und der Stil sind einfach und wortkarg. Absurd und unverständig ist die
Situation. Zu viele Fragen bleiben oen. Man sagt, dass dieser Text eine Parabel ist aber
es ist nicht im klassischen Sinne, etwa wie die Ringparabel von Lessing. Lessings Parabel
setzt sich mit einer klaren Frage auseinander: „gibt es eine einzig wahre Religion?“, die
von dem Sultan Saladin gestellt wurde und der Jude Nathan versuchte, durch eine
Geschichte, zu antworten. In Lessings Parabel sind die Personen und die Situationen klar
zu erkennen. Der gute Vater, der seine drei Sohne gleich liebt, ist Gott; die drei Sohne
verkörpern die Vertreter der drei monotheistischen Religionen und die drei Ringen stehen
für die drei Religionen. Jeder Sohn ist überzeugt, dass nur sein Ring der echte ist. Die drei
Söhne streiten und wenden sich an einen Richter, der für Lessing selbst oder Nathan der
Weise steht. Er kann nicht sagen, welcher Ring der echte ist, sondern er fordert die drei
Brüder auf, durch ihr Verhalten die Echtheit, d.h. die Gültigkeit der Religion, ihres Ringes
zu zeigen. Bei Kafka ist es anders, denn viele Fragen bleiben oen: „Wer ist der Mann
vom Lande?“; „Wer ist der Türhüter?“; Warum will der Mann vom Lande ins Gesetz
gehen?“; „Was ist das Gesetz?“; und vor allem „Was ist die Lehre?“. Jede Leser kann eine
eigene Interpretation geben. Eine Interpretation schließt die anderen nicht aus. Es gibt
wenige Sicherheiten, aber es ist nicht unmöglich, in das Gesetz einzutreten. Dieser
Eintritt war nur aber für einen einzelnen Menschen. Der Türhüter existierte solange der
Mann vom Lande lebt. Der Mann vom Lande verkörpert den Menschen im allgemeine. Er
ist auf der Suche nach etwas, vielleicht sucht er Gott oder eine höhere Instanz und die
Leser, die nicht an Gott glauben, können meinen, dass er Gerechtigkeit sucht. Der Mann
vom Lande könnte auch den Sinn des Lebens suchen. Mann kann nicht behaupten, dass
es keinen Gott gibt oder, dass die Gerechtigkeit nicht existiert oder, dass das Leben
keinen Sinn hat.
Wer ist der Türhüter?“; „Ist er für den Tod des Mannes verantwortlich?“; „Betrugt er den
Mann?“; „Täuscht er ihn?“. Es ist nicht auszuschließen, dass der Mann sich den Türhüter
eingebildet hat. „Was bedeuten seine Worte?“. Man kann zwei entgegengesetzt Antworte
geben: für jeden Menschen gibt es ein Eingang und das ist was, dass der optimistische
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„VOR DEM GESETZ”

Die Handlung spielt an einem unbestimmten Ort: der Text sagt „vor dem Gesetz“. Vermutlich ist das Gesetz ein Gebäude, denn es ist von einer Tür und von Sälen die Rede. Die Zeit ist auch unbestimmt, d.h. man kann nicht wissen, wann genau die Handlung spielt. Betont wird allerdings eine Dauer, denn der Mann vom Lande bleibt sein ganzes Leben lang vor dem Gesetz. Der Text vermittelt da Informationen über den Türhüter: es heißt, dass er der unterste Türhüter ist und, dass die anderen Türhüter in Inneren des Gesetzes viel mächtiger als er sind. Der Text enthält Informationen auch über sein Aussehen: diese Figur sieht merkwürdig aus und wirkt daher unheimlich. Der Mann vom Lande will in das Gesetz hinein gehen und hat nicht mit Schwierigkeiten gerechnet. Wider seine Erwartungen erfährt er vom Türhüter, dass er jetzt nicht eintreten darf. Dem Zufolge beschließt der Mann, auf eine Erlaubnis zu warten. Er wartet jahrelang bis er stirbt. Während dieser langen Wartezeit, versucht er vergebens, den Türhüter zu bestechen. Kurz vor seinem Tod fragt der Mann den Türhüter, warum niemand außer ihm um Eintritt gebeten hat. Der Türhüter antwortet, dass dieser Eingang nur für diesen Mann ist. Der Mann wird sterben und der Türhüter wird die Tür schließen und weggehen.

Die Sprach und der Stil sind einfach und wortkarg. Absurd und unverständig ist die Situation. Zu viele Fragen bleiben offen. Man sagt, dass dieser Text eine Parabel ist aber es ist nicht im klassischen Sinne, etwa wie die Ringparabel von Lessing. Lessings Parabel setzt sich mit einer klaren Frage auseinander: „gibt es eine einzig wahre Religion?“, die von dem Sultan Saladin gestellt wurde und der Jude Nathan versuchte, durch eine Geschichte, zu antworten. In Lessings Parabel sind die Personen und die Situationen klar zu erkennen. Der gute Vater, der seine drei Sohne gleich liebt, ist Gott; die drei Sohne verkörpern die Vertreter der drei monotheistischen Religionen und die drei Ringen stehen für die drei Religionen. Jeder Sohn ist überzeugt, dass nur sein Ring der echte ist. Die drei Söhne streiten und wenden sich an einen Richter, der für Lessing selbst oder Nathan der Weise steht. Er kann nicht sagen, welcher Ring der echte ist, sondern er fordert die drei Brüder auf, durch ihr Verhalten die Echtheit, d.h. die Gültigkeit der Religion, ihres Ringes zu zeigen. Bei Kafka ist es anders, denn viele Fragen bleiben offen: „Wer ist der Mann vom Lande?“; „Wer ist der Türhüter?“; „Warum will der Mann vom Lande ins Gesetz gehen?“; „Was ist das Gesetz?“; und vor allem „Was ist die Lehre?“. Jede Leser kann eine eigene Interpretation geben. Eine Interpretation schließt die anderen nicht aus. Es gibt wenige Sicherheiten, aber es ist nicht unmöglich, in das Gesetz einzutreten. Dieser Eintritt war nur aber für einen einzelnen Menschen. Der Türhüter existierte solange der Mann vom Lande lebt. Der Mann vom Lande verkörpert den Menschen im allgemeine. Er ist auf der Suche nach etwas, vielleicht sucht er Gott oder eine höhere Instanz und die Leser, die nicht an Gott glauben, können meinen, dass er Gerechtigkeit sucht. Der Mann vom Lande könnte auch den Sinn des Lebens suchen. Mann kann nicht behaupten, dass es keinen Gott gibt oder, dass die Gerechtigkeit nicht existiert oder, dass das Leben keinen Sinn hat.

„Wer ist der Türhüter?“; „Ist er für den Tod des Mannes verantwortlich?“; „Betrugt er den Mann?“; „Täuscht er ihn?“. Es ist nicht auszuschließen, dass der Mann sich den Türhüter eingebildet hat. „Was bedeuten seine Worte?“. Man kann zwei entgegengesetzt Antworte geben: für jeden Menschen gibt es ein Eingang und das ist was, dass der optimistische

Leser denkt. Aber der pessimistische Leser denkt, allein in seiner Suche nach etwas zu sein: es gibt keine Solidarität. Kafka sagt, „richtige Auffassen einer Sache und missverstehen der gleichen Sache schließen einander nicht vollständig aus“. Man könnte auch meinen, dass die Interpretationen mehr Informationen über den Leser als über den Text geben. Die Legende stammt aus dem Roman „Der Prozess“. Kafka hat den Roman „Der Prozess“ zeit seines Lebens nicht veröffentlicht. Er verfasste zwei weitere Romane „Das Schloss“ und „Amerika“, die er auch nicht veröffentlichte. Im Roman „Der Prozess“ geht es um einen Bankangestellten, Joseph K., der eines Morgens verhaftet wird, ohne das er weiß, was er falsch gemacht hat. Er wird wieder frei gelassen, geht wieder zur Arbeit, zugleich wird aber ein Prozess gegen ihn geführt. Joseph K. will sich verteidigen, will die Anschuldigungen erfahren. Er versucht mit dem Gericht im Kontakt zu kommen aber alles ist umsonst. Am Ende wird er zum Tode verurteilt und hingerichtet. „Jemand musste Joseph K. verleumdet haben“ ist der Anfang des Romans und die Stimmung ist sehr beunruhigend, denn alles ist unsicher. Das Unerwartete wird Wirklichkeit.

• „EINE KAISERLICHE BOTSCHAFT“

In dieser Erzählung geht es um einen sterbenden Kaiser, der einem „Du“ durch einen Boten eine wichtige Botschaft vermitteln wird. Obwohl der Bote sehr stark ist, steht er vor einem sehr langen Weg, auf dem sich unüberwindbare Hindernisse befinden. Aus dem Text geht nicht hervor, ob der Empfänger die Botschaft je erhalten wird. Allerdings wartet der Untertan auf die Botschaft. Die Sprach ist klar und deutlich; trotzdem gelingt es Kafka, eine große Spannung zu schaffen. Kafka arbeitet mit Parataxe, d.h. mit vielen Hauptsätze, mit Konjunktivformen, wie z.B. „öffnete sich freies Feld...“ oder auch „die Treppe hinab musste er sich kämpfen“, mit Wiederholungen, mit negativen Adverbien, auch mit Gegensätzen und Kontrasten, wie z.B. der Kaiser und der Untertan. Er schafft den Eindruck der Unendlichkeit der Zeit und des Raums, die wie in einer Flucht erscheinen.

Auch in diesem Text bleiben viele Fragen offen: „Was ist der Inhalt der Botschaft?“; „Ist der Kaiser inzwischen tot?“; „Warum träumt das DU von der Botschaft?“. Viele neigen zu einer religiösen Deutung: der Kaiser könnte also für Gott stehen, aber wenn es so ist, dann geht es um einen sterbenden Gott. Das „Du“ kann der Leser sein, also jeder Mensch. Das bedeutet, dass Gott eine Botschaft für die Menschen hat. Aber wann wird diese Botschaft kommen? Kafka war Jude und kannte sich in theologischen Schriften gut aus. Das allein kann eine religiöse Interpretation nicht nachvollziehen. Für andere Leser ist die Figur des „Du“ sehr interessant: das „Du“ unternimmt nichts, es wartet, träumt und dann kommt der Abend. Für diese Leser ist das Verhalten vom „Du“ zu kritisieren: man soll nicht wie dieses „Du“, also passiv, sein; man soll handeln und etwas tun. Aber jeder kann seine Interpretation formulieren.

• „DIE VERWANDLUNG“

Während er dieses Werk schrieb, wurde er von seinem Freund Max Brod angeregt. Die Kritiker finden viele autobiographische Hinweise in diesem Text. Die erste Information, die der Leser über den Protagonist bekommt, betrifft seinen Beruf: Gregor Samsa ist

wurde vom Vater nicht gebilligt. Dagegen war gerade das Schreiben für Franz am wichtigsten. Er selbst sagte: „Was sich nicht auf Literatur bezieht, hasse ich“ und natürlich hasste er seinen Beruf. Er arbeitete für verschiedene Versicherungsgesellschaften. Er hasste die Büroarbeit und betrachtete sich selbst als einen schlechten Angestellten, obwohl seine Kollegen anderer Meinung waren. Die positiven Momente seines Lebens waren die Nacht oder die Augenblicken, in den er nicht Arbeiten musste, d.h. in den er nur dem Schreiben widmete. Sein Vater interessierte nicht für seine Schriften, denn der ideale Sohn ein Geschäftsmann mit einer Familie und vielen Kindern war.

Hermann Kafka wurde in Südböhmen geboren. Sein Vater war Fleischhauer. Er wurde bereits als Kinder zur Arbeit herangezogen. Er heiratete Julie Löwy, mit der er eine Großhandlung für Kurzwaren und Modeartikel eröffnete. Mehrere Umzüge innerhalb der Prager Altstadt und die allmähliche Vergrößerung des Geschäfts markierten den gesellschaftlichen Aufstieg. Die Rolle, die Hermann Kafka im Leben seines Sohnes spielte, ist bis heute umstritten. Einerseits war er gewiss stolz auf dessen Bildungskarriere, die bis zur Promotion führte und seinen eigenen Horizont weit überschritt. Andererseits war er über das Desinteresse des Sohnes an allem Geschäftlichen enttäuscht, trotzt seiner Begabung. Hermann Kafka war kein rücksichtsloser Tyrann; auf seine Kinder übte er jedoch einen permanenten Druck aus, um sie dazu zu bewegen, ihre Lebenspläne seinen eigenen Vorstellungen anzupassen. Abweichungen wurden mit verständnislosen, häufig ironischen Bemerkungen bedacht — ein Verhalten, unter dem vor allem Franz, aber auch Ottla zu leiden hatten. Auch an der schriftstellerischen Arbeit des Sohnes war Hermann Kafka wenig interessiert, er betrachtete sie zunächst als Hobby, später als brotlose Kunst. Hermann Kafka bewunderte jeden, der es zu Wohlstand gebracht hatte, und grenzte sich rigoros ab gegen alle, die er sozial überholt hatte.

In dem bürgerlichen Milieu, in dem Kafka aufwuchs, war es üblich, dass die Söhne erst dann heirateten, wenn sie eine dauerhafte Anstellung gefunden hatten und somit eine eigene Familie ernähren konnten. Erst zu diesem Zeitpunkt wurde in der Regel auch die erste eigene Wohnung bezogen, zu deren Ausstattung die beiden Elternpaare meist einen erheblichen Teil beitrugen.

Der bloße Wunsch, erwachsen zu werden und sich von den Eltern zu lösen, war demnach kein akzeptierter Grund, sich eine Wohnung zu suchen. Es hätte einen Affront bedeutet und Konflikte mit der gesamten Verwandtschaft nach sich gezogen, hätte Kafka, ohne eine Braut vorweisen zu können, das Elternhaus verlassen, nur um in derselben Stadt eine Wohnung zu mieten. Das wäre überdies als extravagante Geldverschwendung aufgefasst worden. Aufgrund seiner defensiven, wenig spontanen Natur war Kafka zu einer derartigen Entscheidung außerstande. Das Problem war, dass Kafka nie heiratete. Kafka verlobte sich zweimal mit derselben Frau. Als er entdeckte, dass er an Tuberkulose litt, trennte er sich endgültig von der Verlobten. Trotzdem hatte er andere Beziehungen, z.B. mit seiner Übersetzerin Milena Jesenska oder mit Julie Wohryzek und bis zu seinem Tod Dora Diamant. Mit dieser Frau lebte er kurzer zeit zusammen. Kafka betrachtete die Ehe, die Familie und die Kinder als wertvolle Ziele, fühlte er sich trotzdem der Rolle des Ehemanns und des Vaters nicht gewachsen. Außerdem fürchtete er sich vor allem, was seine literarische Tätigkeit einschränken konnte. Kafka lässt sich frühzeitig pensionieren. Er starb 1924 in einem Sanatorium in Wien. Die Eltern starben in den ‘30-Jahren und die drei Schwester wurden alle von den Nazis ermordet. Der Verlobte Kafkas, Felice Bauer, heiratete einen Kaufmann und lebte glücklich in den USA. Milena Jesenska engagierte sich sehr, um vielen Juden zu helfen, wurde aber deportiert und ermordet. Die Werke Kafkas wurden erst nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland bekannt. Zeit seines Lebens veröffentlichte Kafka nur wenige Erzählungen. Die Werke, die postum erschienen, wurden von den Nazis verbrannt.

• „BRIEF AN DEN VATER“

Im September 1919 kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Kafka und seinen Eltern: diese wandten sich vehement gegen die geplante Hochzeit mit Julie Wohryzek. Dieser Streit wurde zum Anlass für den sogenannten „Brief an den Vater“. Insgesamt dauerte die Niederschrift etwa zwei Wochen. Kafka hatte die Absicht, den Brief seiner Mutter zu übergeben, die ihn dann an den Vater weiterreichen sollte. Dieser Bitte sei Julie Kafka jedoch nicht nachgekommen. Der Vater hat den Brief nie gelesen, weil der Sohn nie dazu kam, dem Vater den Brief zu geben. Der Brief an den Vater ist eine tiefe psychologische Analyse des Verhältnisses zwischen Vater und Sohn. Man muss nicht vergessen, dass man nur den Standpunkt des Sohnes kennt. Kafka verfasste nämlich den Brief 1919 mit 36 Jahren. Der Text erschien aber erst 1936 nach dem Tod von Kafkas Eltern durch Max Brod. Bis heute ist die Frage umstritten, ob der Brief an den Vater als intime Kommunikation oder als literarischen Text betrachten werden soll. Einerseits fallen die literarischen Eigenschaften des Textes auf, z.B. Kafka schreibt lange Sätze und arbeitet mit Nebensätzen und mit vielen abstrakten Wörtern, z.B. zur Charakterisierung des Vaters. Vermutlich konnte es sein, dass er sein Verhältnis zum Vater nur so schreiben wollte, vielleicht weil er nur durch einen literarischen Stil Distanz zum Thema schaffen konnte. Andererseits erscheinen an verschiedenen Stellen des Briefes persönliche Hinweise in Form von Erinnerungen und Ereignissen aus der Kindheit, wie z.B. der berühmte Pawlatsche-Vorfall. Eines Nachts wurde das Kind Kafka vom Vater aus seinem Bett geholt und draußen vor die Tür gestellt. Obwohl der Schriftsteller selbst im Brief zugibt, dass er die Nachtruhe gestört hatte, kritisierte er die Erziehungsmittel des Vaters, denn das Kind Kafka konnte keinen Zusammenhang zwischen seiner Tat und der übertriebenen Strafe finden. Die Erziehungsmethode dieses Vaters verursachten Unsicherheit im Sohn. Das ist eine typisch kafkaeske Situation, in der etwas passiert, wofür es keine logische Erklärung gibt. Oft sind auch die Situationen, die Kafka beschreibt, absurd, d.h. gegen den gesunden Menschenverstand.