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Kurzer Überblick über die Gottesbilder in der die Bibel.
Art: Leitfäden, Projektarbeiten und Recherchen
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Verschiedene Stellen des Alten Testaments lassen folgende Grundzüge des alttestamentlichen Gottes erkennen:
Der transzendente und darum absolut freie Gott hat sich der Welt und den Menschen zugewandt. Er ist kein allumfassen- des, unendliches ES, keine anonyme Kraftquelle, sondern er ist ein DU und ein ICH. Er macht den Menschen zu seinem Bild in der Welt (Gen 1, 26ff). In Berufungsgeschichten ist Gott der Ansprechende, der Menschen auswählt und ihnen eine Aufgabe (für das Volk Israel) überträgt (Noach, Abraham, Mose, David, Propheten ...). In den zahlreichen Erzählungen von Bedrohung und Rettung (Noach, Mose, David, Elija). erweist er sich als Gott, dem man vertrauen kann und der einem nicht im Stich lässt. Er schließt Verträge (Bund) mit den Menschen und tritt damit in ein wechselseitiges Verpflichtungsverhältnis ein.
Im Zentrum des jüdischen Glaubens stehen die Erzählungen von der Befreiung des Volkes aus der Knechtschaft in Ägypten (Exodus). Die Erinnerung an den Auszug der Mosegruppe wird im Laufe der Jahrhunderte ausgeweitet zum Gründungs- mythos für das Volk Israel. In diesen Erzählungen ergreift Gott Partei für sein Volk und führt es mit starker Hand in die Frei- heit. Die weiteren nationalen Schicksale werden als Gericht Gottes gedeutet. Von Gott erwartet sich Israel auch die endzeitliche Vollendung. Geschichte ist so ein sinngeprägter Prozess, an dem der Mensch verantwortlich und gestaltend teilnimmt.
An wichtigen Stellen im AT wird Gott als Gesetzgeber dargestellt (Ex, Dtn). Das bedeutet: die soziale und religiöse Ordnung wird mit der Autorität Gottes begründet. Und mehrfach wird erzählt, dass das göttliche Gesetz die Fremden und Benachteiligten schützt. (Dekalog, Sozialge- setze (Dtn 24), die Sozialkritik der Propheten)
Während die Gottheiten der Mythen entstehen und verge- hen, ist Jahwe überzeitlich. Die beiden Schöpfungserzählungen der Genesis setzen frag- los ein Dasein Gottes „vor aller Zeit“ und „über aller Zeit“ vor- aus. Die obersten Götter der Umwelt Israels sind Gestirngöt- ter, dem gegenüber ist der Gott Israels der Schöpfer des Alls. Gott als Herr der Geschichte ist auch Herr des Anfangs. Gen 1 -11 erzählt von einer Welt, die gut erschaffen war; Gott will für den Menschen sorgen.
Am Ende der Zeiten werden alle Völker Jahwe erkennen und in einem neuen Jerusalem ihn verehren. Jahwe besteigt den Thron für immer.
Wie die Bibel Gott darstellt, ist eng verknüpft mit den politi- schen, sozialen und religiösen Verhältnissen , die in der Zeit ihrer Entstehung (ein Zeitraum von 1000 Jahren) in Paläs- tina herrschten. Viele biblische Erzählungen von Gott sind in einem Weltbild beheimatet, das wir heute als mythisch bezeichnen. Das menschliche Leben und die Natur werden als abhängig von mächtigen übermenschlichen Wesen gesehen, die unmittelbar in das Weltgeschehen eingreifen können. Um erfassen zu können, wie die Bibel von Gott spricht, ist es also notwendig, den Wandel des Weltbildes zu beachten. Ebenso müssen wir lernen, die Begriffe, Bilder und Metaphern, die sich in der bibli- schen Gottesrede finden, im Kontext ihres Entstehens und der darin liegenden Erfahrung zu lesen und zu sehen. Weil sich der Gottesglaube Israels in einem langen geschichtli- chen Erfahrungsraum entwickelt hat, gibt es eine Vielfalt von Gottesbildern in der Bibel. Es gibt unterschiedliche Na- men, Metaphern und Erzäh- lungen. Mit seinen Nachbarvölkern im Alten Orient teilt Israel die allgemeine Bezeichnung für Gott : „El“, oft kombiniert mit einer näheren Bestimmung (z.B. El schaddaj: der allmäch- tige Gott) oder mit einem Ei- gennamen (El Abrahams, Isaaks usw.), der noch darauf hinweist, dass die El- Gottheiten häufig Familiengöt- ter waren. Am häufigsten wird in der Bibel das Wort „Jahwe“ als Name des jüdischen Gottes verwendet. Die Bedeutung des Wortes Jahwe ist nicht restlos geklärt. Gebräuchlich sind die Übertra- gungen „Ich bin der ich bin“ oder „Er weht“ oder „Der, der lebt“. Drei Überlieferungsstränge werden in Jahwe verknüpft:
Jesus rechnet mit einer baldigen Umgestaltung der Welt durch Gott. Deshalb verlieren Sorge um Besitz, Ansehen und Ord- nung an Gewicht. Mit Jesus ist das Wirken Gottes, ist das Reich Gottes in neuer Weise angebrochen: Gottes Gericht und Vollendung der Welt zeigt sich jetzt schon als rettende Gnade, in der sich sein un- fassbares Erbarmen verwirklicht. Am Ende der Zeiten wird Gott alle lebensfeindlichen Mächte, auch den Tod unterwerfen und das Reich des Friedens, der Gerechtigkeit und des Lebens in Fülle schaffen.
Religionsgeschichtlich betrachtet beteiligen sich Jesus und die Evangelien an einer geradezu revolutionären Veränderung des Gottesbildes: In der Tradition der Propheten machen sie die Ethik zum Angelpunkt des Glaubens an Gott. Tempelkult, Priesterschaft und religiöse Riten werden abgewertet; aufge- wertet werden dagegen Mitleid und tätige Nächstenliebe (vgl. Gleichnis vom barmherzigen Samariter). Darin liegt für Jesus und die Evangelien der Maßstab für den Glauben an Gott:
Sprachliche Bilder von Gott in der Bibel Die Bibel führt viele Sprach- bilder von Gott (=Metaphern) an, hinter denen das Be- wusstsein steht, damit stets nur einen Teil Gottes, einen Aspekt seines Wesens dar- stellen zu können. Es finden sich z. B in den Psalmen des AT Metaphern, die Gott als „Schutz“ be- schreiben er ist jemand, der beschützt oder behütet. Ein häufiges Bild für Gott ist „Hirte“, in dem sich alle Eigen- schaften eines guten Hirten finden lassen (Ps 23,1-4). Er ist auch ein schützender „Fels“ (Ps 31,2f), auf den man sich auf der Flucht vor Raubtieren oder Feinden retten kann, er ist eine feste „Burg“ (Ps 91,1-4) oder wie eine „Vogelmutter“, unter deren Flügeln man sich bergen kann wie ein Vogeljunges etc. In den Gleichnissen Jesu tauchen sprachliche Bilder von Gott auf die seine Barmherzigkeit und Fürsorge zum Ausdruck bringen. Demnach erscheint Gott zum Beispiel wie ein barm- herziger Vater, wie ein guter Hirte, der sich auch um ein ein- zelnes verlorenes Schaf kümmert und über seine Auffindung freut (vgl. Lk 15,3-7), oder wie ein Besitzer eines Weinberges, der diesen an Winzer verpachtet, damit sie ihn bearbeiten und versorgen (Lk 20,9-16). Andere Bilder zeigen Gott als Wesen der Gemeinschaft und der Festesfreude, z.B. Mahl, Hochzeit. In den Gleichnissen dienen die Bilder als Vergleiche aus der Lebenswelt der Zeitgenossinnen und Zeitgenossen Jesu, um bestimmte Eigenschaf- ten Gottes für alle verständ- lich zu entfal- ten.
Grundzüge des Gottesbildes Jesu Jesus wächst im jüdischen Milieu auf und lebt in der jüdischen Kultur. Er übernimmt Gottesbilder, die aus der Hebräischen Bibel und aus anderen Bausteinen der jüdischen Überliefe- rung stammen (z.B. mündliches Erzählgut; Theologie, Volks- frömmigkeit, Gottesdienst). In seinem Verhalten und in seinen Reden knüpft er vor allem an prophetische Traditionen des Judentums an. Im Kontext dieser jüdischen Meinungsvielfalt entwickelt Jesus sein besonderes Bild von Gott. Es ist eng verwoben mit seiner Vorstellung, dass die Gottesherrschaft angebrochen ist.
Von den Gottesbildern seiner Zeit verwendet Jesus auch die Gottesanrede Abba. - Abba ist ein Wort der Kindersprache, ähnlich wie unser Wort „Papa". Damit unterstreicht Jesus, dass Gott für ihn vor allem wie ein liebender und fürsorglicher Vater erscheint. Wenn Jesus seinen Gott Abba nennt, so ist das auch eine Aussage über sich selbst: Er sieht sich in der Rolle dessen, der die liebende Zuwendung Gottes verkörpert; damit unterstreicht das Wort Abba das grundlegende Vertrau- en zu Gott, aus dem Jesus lebt.
Gott achtet nicht auf buchstabengetreue Erfüllung von Geset- zen; vielmehr sollen die Gesetze so angewendet werden, dass sie den Bedürfnissen der Menschen gerecht werden. So erwartet Jesus, dass man angesichts der Beziehung zum an- deren Verantwortung wahrnimmt und situationsgerecht han- delt. Das Vertrauen auf Gott ermutigt dazu.
Die Evangelien erzählen, dass Jesus sich den Verlierern der Gesellschaft zuwendet, den Armen. Kranken und Verachteten. Ihnen stellt er einen Gott vor Augen, der sie nicht verstoßen hat, sondern ihnen helfend und unterstützend begegnet. Mit diesem Gottesbild kritisieren Jesus und die Evangelien die damals verbreitete Auffassung, dass Leiden eine Strafe Gottes sei - womit zugleich behauptet wird, die Verlierer der Gesellschaft seien an ihrem Schicksal selbst schuld. Indirekt bedeutet das Gottesbild Jesu auch: Wenn die Armen, die Kranken und Ausgestoßenen für Gott besonders wertvoll sind, dann behalten sie ihre Würde - trotz der Verachtung, mit der viele Menschen ihnen begegnen.
Gerade im Blick auf die „Hartherzigen“ und Reichen propagie- ren Jesus und die Evangelisten aber auch ein anderes Gottes- bild: Menschen stehen unter dem Gericht Gottes. Wenn sie dem leidenden Nächsten Hilfe verweigert haben, werden sie schon bald zur Rechenschaft gezogen (vgl. Gerichtsrede Mt 25). Mit besonderer Schärfe kritisiert Jesus die „Schriftgelehr- ten und Pharisäer“, wenn sie im Namen Gottes andere Men- schen knechten oder wenn sie das Gesetz über die Bedürfnis- se der Menschen stellen (vgl. Mt 23). Damit zeichnen die Evangelien das Bild eines parteiischen Gottes Jesu, der nicht gleichgültig ist gegenüber den Leiden der Menschen. Was damit als Anspruch Gottes gemeint ist, wird aus heutiger Sicht vielleicht mit den Begriffen Verantwortung, Solidarität und Empathie umschrieben.
Ps 23