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Bundespräsident Johannes Rau für die Bildung definiert hatte: Entwick- lung der Persönlichkeit, Teilhabe an der Gesellschaft und Vorbereitung auf den Beruf.
Art: Zusammenfassungen
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4 Ganzheitliche Pädagogik im CJD. Fit fürs Leben – Du bist gemeint. 6 Religionspädagogik im CJD. Mit Gott zu Sinn und Glück. 8 Sport- und Gesundheitspädagogik im CJD. 1:0 fürs Ich – Weltmeister des Alltags. 12 Musische Bildung im CJD. Jeder Mensch ist ein Künstler. 14 Politische Bildung im CJD. Partizipation als Bildungsziel? 16 Die Persönlickeitsbildung im CJD. Alle Gewinnen, wenn keiner verloren geht. 17 Impressum
Das Wertvollste im Leben ist die Entfaltung der Persönlichkeit und ihrer schöpferischen Kräfte. Albert Einstein
Ganzheitlichkeit bezieht sich in der pädagogi- schen Arbeit des CJD auf das christliche Men- schen- und Gottesbild, die Einheit von Körper, Geist und Seele. Die Aufgabe besteht darin, junge Menschen da- bei zu unterstützen, Ungleichgewichte in diesen Bereichen des Menschseins auszugleichen und so das Wachstum der Persönlichkeit und eine ge- lingende Lebensführung zu fördern. Schon jeder kleine Schritt auf diesem Weg bedeutet oftmals einen großen Fortschritt.
4 Ganzheitliche Pädagogik im CJD. Du bist ein einmaliger GEDANKE Gottes! Du bist ein einmaliges GESCHÖPF Gottes! Du bist ein einmaliges GEGENÜBER Gottes! Du bist ein einmaliges GESCHENK Gottes! SINN KÖRPERLICHKEIT ICH-WAHRNEHMUNG VERANTWORTUNG
Religions- pädagogik Du bist gefragt! Du bist einzigartig! Du bist geschaffen! Du bist gewollt! Die Grafik zeigt die spezifischen Handlungs- felder der ganzheitlichen Persönlichkeitsbildung und verdeutlicht ihren Zusammenhang. Die wertschätzende Haltung gegenüber den jungen Menschen verdichtet sich in der Aussage: „Du bist gemeint!“ Sport- und Gesundheits- pädagogik Musische Bildung Politische Bildung
Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im CJD sind aus den ver- schiedensten Gründen benachteiligt oder in Not geraten und benötigen besondere Unterstützung, um die Schule oder eine Berufsausbildung abzuschließen. Den meisten von ihnen fehlen die wesentlichen Voraus- setzungen, um im Leben zurechtzukommen: Selbstvertrauen und Be- ziehungsfähigkeit. Ziel der pädagogischen Arbeit des CJD ist es deshalb, neben der Vermitt- lung notwendigen Wissens die Voraussetzungen zu schaffen, unter denen junge Menschen fit für das Leben werden. Dabei spielt die Arbeit in den Handlungsfeldern der Persönlichkeitsbildung eine entscheidende Rolle. Religionspädagogik, Sport- und Gesundheitspädagogik sowie Musische und Politische Bildung schaffen Begegnungsräume, in denen sich die Mit- arbeitenden des CJD den jungen Menschen intensiv zuwenden, sich ihren Problemen stellen und ihre Begabungen fördern. Gemeinschaftserlebnisse und das Erlebnis, angenommen zu sein, sind wesentliche Erfahrungen auf dem Weg zur Entfaltung der Persönlichkeit.
Das Bildungsverständnis des CJD basiert auf dem christlichen Menschen- bild und deckt sich mit drei grundsätzlichen Zielen, die der verstorbene Bundespräsident Johannes Rau für die Bildung definiert hatte: Entwick- lung der Persönlichkeit, Teilhabe an der Gesellschaft und Vorbereitung auf den Beruf. Die Persönlichkeitsbildung hat Vorrang vor der Wissensvermittlung, da sie die Voraussetzung dafür ist, erworbenes Wissen für sich und andere verantwortlich anzuwenden. Damit vertritt das CJD eine ganzheitliche Auf- fassung von Bildung, die sich nicht mit formalen Bildungsabschlüssen be- gnügt, sondern jungen Menschen Orientierung gibt und sie stark macht, um ihr Leben selbstbewusst und eigenverantwortlich zu führen.
Fit fürs Leben – Du bist gemeint.
„Keiner darf verloren gehen!“, heißt das Motto des CJD seit seiner Gründung vor 70 Jahren. Seither leistet die pädago- gische Arbeit in den Handlungsfeldern der Persönlichkeitsbildung dazu einen wesentlichen Beitrag. Die Mitarbeiten- den des CJD begegnen den jungen Menschen mit Interesse, Neugier und Wertschätzung. Mit großem Einsatz und Erfolg eröffnen sie ihnen Wege ins Leben und in den Beruf. Dies beruht auch auf konsequenter Zielsetzung und organisatorischer Umsetzung. Im Fachausschuss Persönlichkeitsbildung wird das Engagement in allen vier Be- reichen gebündelt. Auf regionalen und überregionalen pädagogischen Tagun- gen findet ein ständiger fachlicher Aus- tausch statt, der maßgeblich zu der hohen Qualität des CJD-Bildungsange- botes beiträgt. Pädagogische Arbeit im Sinne der Persönlichkeitsbildung heißt, Begegnungsräume zu schaffen – und zwar für die Begegnung mit sich selbst, mit seiner Mitwelt und mit Gott. Andreas Dierssen, Leiter des Christlich-Pädagogischen Instituts der CJD Zentrale Ganzheitliche Pädagogik im CJD. 5
Das CJD Jugendforum für Lebens- und Glaubensfragen bietet mit seinen unterschiedlichen Elementen eine erfolgreiche Erlebnisplattform, um den christlichen Glauben praxisorientiert an die Teilnehmenden heranzutragen und den Bezug zum eigenen Leben in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei er- öffnen sich immer wieder neue Wege, um die Dimension Gottes für das Leben der Teilnehmenden zu reflektieren. Auf dem 12. Jugendforum zu Lebens- und Glaubensfragen im Jahr 2016 zum Thema „ICH SEHE WAS, W4S DU N1CHT SIEHST“ beantwortete eine Teilnehmende im Interview die folgende Frage: Moderator: Glaubst du, dass Gott in dir noch etwas ganz anderes sieht? Etwas, was du noch gar nicht ahnst, wo du etwas entdeckst, was er in dich hinein- gelegt hat? Teilnehmende: Ich glaube schon, weil Gott ja was ganz Besonderes ist. Er hat uns ja erschaffen und weiß besondere Dinge über uns. Er ist immer bei uns in der Nähe, er ist immer in meinem Herzen da. Ich merke das immer, wenn ich mal aufgeben will; ich fühle immer, dass er sagt: Kämpf weiter, du schaffst das, mach weiter! Gott ist an meiner Seite.
Alle zwei Jahre veranstaltet das CJD ein bundesweites Jugendforum für Le- bens- und Glaubensfragen. Rund 500 junge Menschen aus CJD Einrichtungen im ganzen Land reisen dazu an und lassen sich auf Plenumsveranstaltun- gen, Workshops und Begegnungsplatt- formen auf das Abenteuer Gott ein. In den meisten Fällen haben die im CJD betreuten Jugendlichen keine christ- liche Sozialisation erfahren und ent- decken hier in der Gemeinschaft mit anderen den Glauben als Kraftquelle, die ihnen Sinn und Orientierung für das Leben gibt. www.cjd-jugendforum.de Gott gibt mir Kraft und steht mir bei, auch wenn ich einen Fehler gemacht habe. Religionspädagogik im CJD. 7
So groß die Sportbegeisterung im Land ist, so groß ist häufig das Missverhältnis zwischen Aktiven und Fans in puncto Fit- ness. Während die einen Höchstleistungen erbringen, man- gelt es den anderen oftmals an ausreichender Bewegung. Zu viele begnügen sich mit der passiven Rolle des Zuschauers. Dass junge Menschen Spaß an eigener körperlicher Aktivität entwickeln, ist deshalb das Ziel der sport- und gesundheits- pädagogischen Arbeit des CJD. Es geht dabei nicht nur um ein Freizeitvergnügen, sondern auch um einen wesentlichen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheits- förderung. Sport ist der Schlüssel zum „körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefinden“, wie die Weltgesundheitsorganisa- tion den Begriff Gesundheit definiert. Dies gilt gerade bei jungen Menschen mit Lernbehinderungen, Schulschwierig- keiten und Problemen wie Unsicherheit, Aggressivität, Kon- taktarmut, Übergewicht oder Antriebslosigkeit. Durch regelmäßige sportliche Aktivitäten im CJD lernen sie, mit sich selbst und ihrem Körper verantwortungsbewusst umzugehen. Im gemeinsamen Spiel werden Teamfähigkeit und ein Gespür für Fairness entwickelt. Gleichzeitig wird sich mit den Themen ausgewogener Ernährung, Maßhaltigkeit, körperlicher Hygiene und dem verantwortlichen Umgang mit sich selbst auseinandergesetzt. Sich selbst bewegen und für andere aktiv werden. Das Spektrum der sport- und gesundheitspädagogischen An- gebote im CJD reicht von Breitensportarten wie Fußball, Laufsport und Schwimmen bis zu neuen Trendsportarten. Außerdem gibt es in vielen Regionen Erlebnissporttage, an denen Kanufahren, Geocaching, Radfahren u.v.m. im Vordergrund stehen. Auch alle Arten von Behindertensport gehören zum Programm. Im Vordergrund steht stets die Förderung der individuellen Begabungen und Vorlieben der jungen Menschen. Denn die Freude am Sport ist die un- abdingbare Voraussetzung für den pädagogischen Erfolg. Dieser zeigt sich auf vielfältige Art, zum Beispiel in einer optimistischeren Grundeinstellung und in Fähigkeiten wie Ausdauer, Disziplin, Engagement und Zuverlässigkeit. Die eigenen Grenzen zu überwinden und dabei anderen Men- schen zu helfen, die ihre Grenzen nicht überwinden können, ist ein wesentlicher Bestandteil der gelebten christlichen Werte im CJD. Auf Großveranstaltungen hat dieser Aspekt einen festen Platz und nimmt junge Menschen in die Ver- antwortung, sich um andere zu kümmern.
1:0 fürs Ich – Weltmeister des Alltags. Die Möglichkeit, eigene Grenzen wahrzunehmen, sich richtig einzuschätzen und mit anderen die Freude an der Bewegung zu genießen, ist ein Privileg. Dies sollte allen Menschen möglich gemacht werden, denn: Keiner darf verloren gehen. Jens Letzig, Studienleiter im Christlich-Pädagogischen Institut der CJD Zentrale 8 Sport- und Gesundheitspädagogik im CJD.
10 Sport- und Gesundheitspädagogik im CJD.
Sport- und Gesundheitspädagogik Pädagogik im CJD. 11
In Deutschland sind rund 15% aller 3- bis 17-Jährigen übergewichtig, jede/-r Zweite bis Dritte davon ist sogar stark übergewichtig (adipös). Das sind fast zwei Millionen Kinder und Jugendliche. Etwa die Hälfte von ihnen leidet an Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Diabetes oder orthopädischen Komplikationen. Sogar Herzinfarkte und Schlaganfälle treten auf. Auch die psychischen und sozialen Folgen wiegen schwer: Hänse- leien in der Schule und im Freundeskreis, Nachteile bei der Suche nach Aus- bildungs- und Arbeitsplätzen. Die Ursachen sind offensichtlich: Essen aus Langeweile, übermäßiger Genuss von Süßigkeiten und vor allem Bewegungsmangel. Spezielle Hilfe bietet zum Beispiel die CJD Fachklinik Garz auf der Insel Rügen. Dort wurde ein Zentrum für übergewichtige Kinder und Jugendliche eingerichtet. Ein Team aus Ärzten, Psychologen, Sport-, Physio- und Ergotherapeuten, Krankenschwestern und Pädagogen bietet ihnen ganzheitliche medizinische Betreuung. Darüber hinaus steht das Thema gesunde Ernährung in immer mehr CJD Einrichtungen auf dem Programm. Sport- und Gesundheitspädagogen bieten in Kombination spezielle Workshops an, in denen die Jugendlichen Spaß an Bewegung und gesunder Ernährung bekommen. Systematische Abnehm- trainings und gemeinsames Kochen erhöhen die Aussichten auf nachhaltige Ernährungs- und Verhaltensänderungen. Heute schaffe ich Dinge, von denen ich nie geglaubt hätte, dass ich sie packe – ein tolles Gefühl. Gesunde Ernährung und Sport machen übergewichtige junge Menschen im CJD wieder fit fürs Leben.
Musische Projekte im CJD finden große Resonanz und erfüllen eine wich- tige pädagogische Funktion. Dies zeigt das Beispiel von Judith Kessel, einer von 50 Mitwirkenden beim Musical „Jahrmarkt der Träume“ des CJD Berufsbildungswerkes Frechen. Judith absolvierte dort eine gärtnerische Ausbildung. Sie war vom eigenen Großvater missbraucht worden und ist nach meh- reren Therapien ins CJD gekommen, weil sie sich immer wieder Schnitt- verletzungen an Armen und Beinen zufügte. Außerdem litt sie unter massiven Essstörungen. In der Singgruppe des CJD Frechen wurde ihr Gesangstalent entdeckt. Sie überwand ihre Ängste, übernahm die weibliche Hauptrolle im „Jahrmarkt der Träume“ und ließ sich auf eine intensive Probenarbeit ein. In dem Stück geht es um ein Mädchen, das sich sehr vernachlässigt fühlt und in der Familie keine Anerkennung findet. Parallelen zu ihren eigenen negativen Erfahrungen wurden Judith bewusst, und so trugen die Proben auch zur Klärung ihrer Situation bei. Manchmal verstummte sie während der Pro- ben und zog sich in sich zurück. Sie stand vor der Wahl, ihre Musicalrolle aufzugeben oder anderen Menschen Einblicke in ihr Inneres zu gestatten. Ganz allmählich begann Judith, sich mitzuteilen. Das Musical und ihre Liebe zum Singen, Tanzen und Darstellen haben sie dazu gebracht, ihre Ängste zu überwinden. Die geduldige Förderung durch die CJD Päda- gogen hat ihr dabei geholfen. Die Musicalaufführung wurde ein gro- ßer Erfolg für alle Beteiligten, ganz besonders für Judith. Inzwischen hat sie auch die Hauptrolle in ihrem eigenen Leben übernommen und ihre Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen. Ihr Essverhal- ten hat sich beinahe normalisiert, und sie hat aufgehört, sich selbst zu verletzen. _Name geändert._
Alle drei Jahre veranstaltet das CJD die Musischen Festtage mit ca. 1500 teilneh- menden jungen Menschen aus CJD Ein- richtungen im ganzen Land. Konzerte, Theateraufführungen, Ausstel- lungen, CD-Produktionen, Orchesterarbeit und vieles mehr – eine Fülle von Projek- ten und Veranstaltungen zeugt von der regen musisch-pädagogischen Arbeit des CJD. Junge Menschen nehmen teil, um ihre Arbeitsergebnisse vorzustellen und ge- meinsam zu feiern. Das Festival gibt einen Eindruck von der Vielfalt der Aktivitäten in den bundesweit 150 CJD Einrichtungen. In einer begeisternden Atmosphäre erle- ben junge Menschen, die sonst am Rand der Gesellschaft stehen, die Freude, mit ihren künstlerischen Darbietungen zum Mittelpunkt zu werden und Anerkennung zu genießen. www.cjd-musische-festtage.de Musische Bildung im CJD. 13
14 Politische Bildung im CJD. Ich hätte nie geglaubt, dass Politik Spaß machen kann.“
16 Musische Bildung im CJD. Settings durch Beteiligungsformen im sozialen Miteinander schrittweise ausprobieren und dadurch demokratische Spiel- regeln erlernen. Schritt für Schritt wird politisches Grund- wissen erarbeitet und vermittelt, das letztlich die Jugend- lichen in die Lage versetzt, selbstständig zu urteilen und sich politisch zu engagieren. Unsere Demokratie als Gesellschafts- und Lebensform be- nötigt für ihr Fortbestehen mündige Bürger, die in der Lage sind, ihre Interessen zu artikulieren und ihr Recht auf poli- tische Mitgestaltung in der Gesellschaft wahrzunehmen. Neben Faktenwissen sind es vor allem Handlungskompeten- zen, die Menschen überhaupt erst in die Lage versetzen, Ver- antwortung in einer demokratischen Gesellschaft zu über- nehmen. Neben der Vermittlung von politischen Vorgängen geht es im CJD darum, wie die notwendigen Kompetenzen für ein Engagement auf unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Ebenen erlernt werden können. Politische Bildung hat den Anspruch als Handlungsfeld der Persönlichkeitsbildung im CJD, junge Menschen im Rahmen ihrer individuellen Kompetenzen zu unterstützen. Oberstes Ziel im beschriebenen Kontext ist die Erziehung zu demo- kratischer Partizipation und zur Übernahme von Verant- wortung für sich und andere. „Du bist gefragt!“ ist die Aus- sage, die sich an die jungen Menschen richtet und sie dazu herausfordert, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Daran zeigen sich die Stärke und die Offenheit des demo- kratischen Gemeinwesens: Indem aktuelle soziale und ge- sellschaftspolitische Fragen für alle jungen Menschen ziel- gruppengerecht thematisiert werden, entstehen Chancen auf die Entwicklung und Schärfung eines eigenen politischen Urteilsvermögens.
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Markus Bosbach* ist 16 Jahre alt, als er im Jugend- dorf aufgenommen wird. Vier Wochen vorher war er im berauschten Zustand von einer Brücke ge- sprungen. Er hat den Selbstmordversuch dank glücklicher Umstände überlebt. Auf seinen Unter- armen sind Brandwunden zu sehen, die er sich mit Zigaretten selbst beigebracht hat. Er hat Sprachstörungen. In regelmäßigen Sportstunden fällt zunächst sein besonderes Talent beim Fuß- ballspielen auf. Damit imponiert er den anderen Jugendlichen. Respekt erwirbt er sich, als er trotz seiner Sprachstörungen bei einer Feier die Weih- nachtsgeschichte vorträgt. Nach einem halben Jahr wird er zum Gruppen- sprecher gewählt und wird Mitglied in der Teil- nehmendenvertretung. Nach einem weiteren halben Jahr schafft er den Hauptschulabschluss, heute hat er einen Vertrag für eine Ausbildung zum Tischler. Zwischenzeitlich zum Sprecher der Teilnehmendenvertretung gewählt, organisiert er gemeinsam mit anderen Jugendlichen mehrere Veranstaltungen, so eine Ausstellung über die Judenverfolgung und eine Diskussion mit Senio- ren über die Entstehung der Europäischen Union. Er hat Fragen an einen Abgeordneten des Euro- päischen Parlaments vorbereitet und mit ihm diskutiert. Markus hat eine erstaunliche Persön- lichkeitsentwicklung vollzogen. Im CJD hat er erstmals erfahren, dass er gefragt ist und Verant- wortung übernehmen kann. Er ist Teil einer Ge- meinschaft geworden und wird aufgrund seines Engagements von allen geschätzt. *Name geändert.
Alle drei Jahre finden die Politischen Projekttage des CJD statt. Politische Bildung ist ein Bestandteil der Persönlichkeitsbildung im CJD. Sie beinhaltet die praktizierte Mitverantwortung als Bestandteil partizipativer Pädagogik. Besonderer Anspruch und Schwerpunkt dieses Events des CJD ist es, dass gewählte Jugendliche mit und ohne Handicap die Veranstaltung als fester Bestandteil eines Organisationsteams mitverantwortlich konzipieren, inhaltlich vorbereiten und durchführen. Die ver- antwortlichen Jugendlichen werden im Rahmen einer bundes- weiten CJD Auftaktveranstaltung aus dem Teilnehmendenkreis heraus gewählt. Die Politischen Projekttage des CJD unter der Überschrift „Gib dem Leben Raum“ haben wechselnde Inhalte, die vom Organi- sationsteam ausgearbeitet werden.
Alle drei Jahre veranstaltet das CJD die Politischen Projekttage mit ca. 500 teilnehmenden jungen Menschen aus CJD Einrich- tungen im ganzen Land. Politische Bildung im Rahmen der Persönlichkeitsbildung als partizipativer Ansatz in der päda- gogischen Arbeit des CJD bietet jungen Menschen auf dieser Veranstaltung eine besondere Plattform. Ein Team gewähl- ter jugendlicher Vertreter der jungen Menschen im CJD plant und organisiert zusammen mit Mitarbeitenden des CJD die Inhalte und Rahmenbedingungen der Politischen Projekttage unter einem Oberthema. Die praktizierte Mitverantwortung dieser Veranstaltung beinhaltet als Höhepunkt die gemeinsame Durchführung vor Ort. www.cjd-politische-projekttage.de Politische Bildung im CJD.
Herausgeber: Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands e.V. (CJD) Teckstraße 23 73061 Ebersbach Fon 071 63 930- Fax 071 63 930- www.cjd.de Redaktion: Andreas Dierssen (Leitung) Jörg Tranelis (Studienleiter) Christlich-Pädagogisches Institut (CPI) Text: Jürgen Sterzenbach www.sinndesign.de Konzeption, Design und Prepress: Monja Kienle Grafik + Design www.monjakienle.de Fotografie: CJD Druck: Druckerei Geiger & Freudenreich www.geiger-freudenreich.de Diese Broschüre ist aus der gemeinsam inhaltlichen Vorarbeit vieler Pädagoginnen und Pädagogen aus dem CJD hervorgegangen. Aufgrund der großen Zahl der Beteiligten können an dieser Stelle nicht alle namentlich genannt werden. Ihnen allen sei herzlich gedankt.
CJD Zentrale Teckstraße 23, 73061 Ebersbach Fon 0 71 63 930-0, Fax 0 71 63 930- [email protected], www.cjd.de
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