Il decameron come scioglimento della suspense, Hausarbeiten von Komparatistik / vergleichende Literaturwissenschaft

Analisi della struttura del decameron.

Art: Hausarbeiten

2020/2021

Hochgeladen am 26.04.2021

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Empfohlene Lesungen vom Dekameron:
- Vorwort
- Erster Tag (die Pest)
- Zweiter Tag, 5. Novelle (Narrative Ebenen)
- Vierter Tag, 5. Novelle (Dingsymbol)
- Fünfter Tag, 9. Novelle (Dingsymbol)
- Sechster Tag, 10. Novelle (Narrative Ebenen)
Giovanni Boccaccio und das Dekameron
Die Novelle als Auflösung der Spannung
1. WER WAR BOCCACCIO?
Boccaccio wurde 1313 geboren, vermutlich in Florenz oder im nahe gelegenen Bergdorf
Certaldo, als Sohn des Kaufmanns Boccaccio di Chellino. Seine Mutter starb kurz nach der
Geburt.
Als Kind lebte er in Florenz im Haus des Vaters, der für die Compagnia dei Bardi, eine
Bankgesellschaft, arbeitete. Noch als Jugendlicher ungefähr vierzehn Jahre alt wurde er
nach Neapel zur Arbeit in einer Filiale der Compagnia dei Bardi geschickt, um sich im Beruf
des Kaufmanns zu üben.
Boccaccio fühlte sich jedoch nicht zum Kaufmann berufen. Anstatt sich mit dem Studium
der Handelstätigkeit oder des kanonischen Rechts zu beschäftigen, wie es der Vater gewollt
hatte, widmete er sich seiner Leidenschaft für die Literatur. Er erhielt Zugang zum
neapolitanischen Hof des Robert von Anjou, wo er den eleganten, höfischen Lebensstil
kennenlernte, mit Intellektuellen verkehrte und sich autodidaktisch eine breitgefächerte
Bildung ansammelte.
1340 kehrte er nach Florenz zurück. Wegen finanzieller Schwierigkeiten trat er in den
Staatsdienst ein und bekleidete mehrere Ämter. Das bürgerliche-städtische Umfeld, in
Kontrast zum höfischen Leben, war eine bedeutende Inspirationsquelle für seine
fruchtbare, literarische Tätigkeit, die ihren Höhepunkt im Decamerone fand.
Er ließ sich schließlich in Certaldo nieder und arbeitete an einigen Werken bis zu seinem
Tod am 21. Dezember 1375.
Giovanni Boccaccio bildet zusammen mit den Dichtern Dante und Petrarca das Dreigestirn
der Literatur der italienischen Frührenaissance. Boccaccios Bedeutung findet sich gerade in
seiner Arbeit mit der Novelle. Ein Genre, das bis dahin nicht als edel galt.
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Empfohlene Lesungen vom Dekameron:

**- Vorwort

  • Erster Tag (die Pest)
  • Zweiter Tag, 5. Novelle (Narrative Ebenen)
  • Vierter Tag, 5. Novelle (Dingsymbol)
  • Fünfter Tag, 9. Novelle (Dingsymbol)
  • Sechster Tag, 10. Novelle (Narrative Ebenen)**

Giovanni Boccaccio und das Dekameron

Die Novelle als Auflösung der Spannung

  1. WER WAR BOCCACCIO? Boccaccio wurde 1313 geboren, vermutlich in Florenz oder im nahe gelegenen Bergdorf Certaldo, als Sohn des Kaufmanns Boccaccio di Chellino. Seine Mutter starb kurz nach der Geburt. Als Kind lebte er in Florenz im Haus des Vaters, der für die Compagnia dei Bardi, eine Bankgesellschaft, arbeitete. Noch als Jugendlicher – ungefähr vierzehn Jahre alt – wurde er nach Neapel zur Arbeit in einer Filiale der Compagnia dei Bardi geschickt, um sich im Beruf des Kaufmanns zu üben. Boccaccio fühlte sich jedoch nicht zum Kaufmann berufen. Anstatt sich mit dem Studium der Handelstätigkeit oder des kanonischen Rechts zu beschäftigen, wie es der Vater gewollt hatte, widmete er sich seiner Leidenschaft für die Literatur. Er erhielt Zugang zum neapolitanischen Hof des Robert von Anjou, wo er den eleganten, höfischen Lebensstil kennenlernte, mit Intellektuellen verkehrte und sich autodidaktisch eine breitgefächerte Bildung ansammelte. 13 40 kehrte er nach Florenz zurück. Wegen finanzieller Schwierigkeiten trat er in den Staatsdienst ein und bekleidete mehrere Ämter. Das bürgerliche-städtische Umfeld, in Kontrast zum höfischen Leben, war eine bedeutende Inspirationsquelle für seine fruchtbare, literarische Tätigkeit, die ihren Höhepunkt im Decamerone fand. Er ließ sich schließlich in Certaldo nieder und arbeitete an einigen Werken bis zu seinem Tod am 21. Dezember 1375. Giovanni Boccaccio bildet zusammen mit den Dichtern Dante und Petrarca das Dreigestirn der Literatur der italienischen Frührenaissance. Boccaccios Bedeutung findet sich gerade in seiner Arbeit mit der Novelle. Ein Genre, das bis dahin nicht als „edel“ galt.

2. WAS IST EINE NOVELLE?

In seinem Decamerone beschließt Boccaccio, einen neuen Weg im Vergleich zu Dante und Petrarca einzuschlagen, und wählt die Novelle als Hauptinstrument seiner literarischen Produktion. Die Besonderheit der Novelle besteht darin, dass sie zwar erkennbar ist, da sie eine gefestigte Tradition hat, aber nicht klar definiert werden kann. Trotzdem kann eine Novelle als eine literarische Gattung definiert werden, da es sich um eine kurze oder manchmal auch mittellange Erzählung in Prosa handelt. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort "novus" für "neu" ab. Die Hauptfiguren sind häufig einsam oder ausgegrenzt. Eine Novelle hat zwar ein Ende; der Konflikt, der die Handlung bestimmt, wird immer zu Ende gebracht. Dabei wird das weitere Leben der Hauptfigur jedoch meist offengelassen. Aristoteles sagte im 7. und 8. Kapitel seiner Poetik: „Vorausgesetzt ist, dass die Tragödie die Nachahmung einer vollständigen und ganzen Handlung ist (…). Ganz ist, was Anfang, Mitte und Ende besitzt. (…) Es dürfen also Handlungen, die gut aufgebaut sein sollen, weder an einem beliebigen Punkte beginnen noch an einem beliebigen Punkt aufhören (…). Die Teile der Handlung müssen so zusammengesetzt sein, dass das Ganze sich verändert und in Bewegung gerät, wenn ein einziger Teil umgestellt oder weggenommen wird.“ Aristoteles schreibt hier über die Einheit der Handlung, nur dass es statt „Novelle“ natürlich „Tragödie“ heißen musst. Dass er diese Forderungen aber nicht nur an dramatische, sondern auch an epische Dichtung stellt, ergibt sich aus dem Beispiel Homers: „Denn als er die Odyssee dichtete, da brachte er nicht alles hinein, was jenen zugestoßen war, (…) wobei es in keiner Weise angemessen oder notwendig war, dass wenn das eine geschah, auch das andere geschehen musste; sondern er gruppierte die Odyssee um eine einzige Handlung, (…) und ebenso auch die Ilias.“ Der gut komponierte Mythos, sagt Aristoteles, konzentriert sich auf eine einfache, zentrale Handlung, die zwingend zu ihrer Konsequenz weitergeführt werden muss. Deshalb wäre eine Novelle ähnlich aufgebaut wie ein Drama. Es entsteht ein Konflikt oder es geschieht eine "unerhörte Begebenheit", wie Goethe es nannte, die zu einer Wende der Handlung führt. Die Novelle hat außerdem ein Leitmotiv. Symbole spielen nämlich eine große Rolle, aus diesem Grund kann man eine Novelle eigentlich immer symbolisch interpretieren. 2.1 PAUL HEYSE: DIE FALKEN THEORIE „bei der Auswahl für unsern Novellenschatz an der Regel fest, der Novelle den Vorzug zu geben, deren Grundmotiv sich am deutlichen abrundet und – mehr oder weniger gehaltvoll – etwas Eigenartiges, Spezifisches schon in der bloßen Anlage verrät.“ Die Falkentheorie besagt, dass jede Novelle ein Problem oder einen Konflikt haben müsse, um welchen die Handlung kreist. Ein solcher Konflikt kann – jedenfalls in der Theorie – durch ein Symbol wiederkehrend aufgegriffen und somit veranschaulicht werden. Bei Giovanni Boccaccio ist es ein Falke, den Heyse als Beispiel anführt, um seine Theorie zu untermauern.

Manchmal jedoch erzählen innerhalb einer Novelle einige Figuren der Reihe nach. In diesem Fall kann die Figur, die eine Geschichte erzählt, als Erzähler dritten Grades (F‘=N‘‘‘) angesehen werden. Er erzählt andere Figuren der Geschichte, die wiederum zu Erzählern dritten Grades werden (F‘‘= No‘‘‘). F1, F2, F3 sind andere Figuren dieser internen Novellen. Der Rahmen oder die Makrogeschichte, ermöglich es uns daher, jede Novelle miteinander zu verbinden. (Wenn wir uns die Erzählpläne des Dekamerons ansehen, können wir dann über „Binneneffekt(e)“ sprechen?) Dekamerons Hauptthemen sind Liebe, Schicksal, Täuschung und Spott. Besonders wichtig sind die Novellen sowohl von unglücklicher und glücklicher Liebe als auch moralischen Geschichten, an denen Boccaccios Interesse darin liegt, die Laster und Tugenden seiner Charaktere zu zeigen. In dem Vorwort berücksichtigt der Erzähler die Gründe der Arbeit. „Furchtsam und schamhaft halten die Frauen in ihrem zarten Busen die Flammen der Liebe verborgen, welche stärker sind als die offenen, wie alle wissen, die es erfahren haben und erfahren. Darüber hinaus werden sie die meiste Zeit vom Willen, von der Laune, von den Befehlen der Väter, Mütter, Brüder, Ehemänner gezwungen, im engen Raum ihrer Kemenaten eingeschlossen auszuharren; und fast untätig sitzen sie nun dort und wenden – halb mit, halb wider Willen – vielfache Gedanken hin und her, die unmöglich immer heiter sein können. Und wenn solche Gedanken in ihrem Herzen eine schwermütige, von feurigem Begehren getragene Stimmung wecken, so wird diese sie mit Traurigkeit belasten, sofern sie nicht von anderen Gedanken vertrieben wird; hierbei berücksichtigen wir nicht, dass die Frauen im Erdulden sehr viel weniger stark sind als die Männer; für die verliebten Männer trifft das nicht zu, wie wir deutlich sehen können. Wenn

die Gedanken der Männer von Schwermut oder Traurigkeit bedrückt werden, so verfügen sie über viele Mittel, sie zu erleichtern oder zu vertreiben; denn wenn sie es wollen, können sie ohne weiteres umherspazieren, sich dies oder das anhören und anschauen, auf Vogel und Fischfang oder auf die Jagd gehen, reiten, spielen oder sich Geschäften widmen. Jedes dieser Mittel ist wirksam genug, um den Geist ganz oder teilweise zu fesseln und ihn wenigstens für eine Weile vom traurigen Nachsinnen abzulenken; so oder so stellt sich dabei ein Trost ein, oder die Traurigkeit lässt nach.“ Das Dekameron wurde nämlich für diejenigen geschrieben, die unter der Liebe leiden. Da Männer andere Beschäftigungen haben, richtet sich die Arbeit hauptsächlich an Frauen, die im Haus eingesperrt sind, sodass sie Trost finden können. Der erste Tag des Dekamerons beginnt mit der Beschreibung der Pest. (Kann man beim Lesen des Anfangs des ersten Tages eines der vier Elemente der Spannungserzeugung finden?) „Etwa zu Frühlingsanfang des genannten Jahres begann die Krankheit schrecklich und erstaunlich ihre verheerenden Wirkungen zu zeigen. Dabei war aber nicht, wie im Orient, das Nasenbluten ein offenbares Zeichen unvermeidlichen Todes, sondern es kamen zu Anfang der Krankheit gleichermaßen bei Mann und Weib an den Leisten oder in den Achselhöhlen gewisse Geschwulste zum Vorschein, die manchmal so groß wie ein gewöhnlicher Apfel, manchmal wie ein Ei wurden, bei den einen sich in größerer, bei den andern in geringerer Anzahl zeigten und schlechtweg Pestbeulen genannt wurden. Später aber gewann die Krankheit eine neue Gestalt, und viele bekamen auf den Armen, den Lenden und allen übrigen Teilen des Körpers schwarze und bräunliche Flecke, die bei einigen groß und gering an Zahl, bei andern aber klein und dicht waren. Und so wie früher die Pestbeule ein sicheres Zeichen unvermeidlichen Todes gewesen und bei manchen noch war, so waren es nun diese Flecke für alle, bei denen sie sich zeigten.“ Die Plage ist in diesem Zusammenhang eine Manifestation des Chaos. Das ist unser Spannungselement, nämlich dass die Pest in einer kapitalbasierten Gesellschaft Alles unterbricht. Die Jugendlichen, die der Pest entkommen, versuchen das Chaos zu bekämpfen und eine Ordnung wiederherzustellen. Die Rekonstruktion der Ordnung, eines neuen Kosmos, ist für die Jugend nur durch die Erzählung möglich. Durch die Geschichte entscheidet man sich dafür, von einem Punkt A zu einem Punkt B zu gelangen und so eine Ordnung zu schaffen: einfach zu wissen, wo man beginnt und wo man ankommen wird. Die Novelle ist die Auflösung der Spannung, da eine Erzählung (wie ein Film) immer einen Anfang und ein Ende hat. Im Leben, wie im Fall der Pest, kann man sich des Endes nicht sicher sein. Man bleibt dann suspendiert, angespannt und wartet auf das Ende. Warum benutzt Boccaccio die Novelle, um die Ordnung/Welt neu zu erschaffen? Der Verfasser des Johannesevangeliums begann sein Evangelium mit diesen Worten (die wortgetreue Übersetzung des griechischen Texts von Joh. 1,1 in der Vulgata lautet): „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“ „In principio erat verbum et verbum erat apud Deum et Deus erat verbum.“ (Vulgata) „᾽Εν ἀρχῇ ἦν ὁ λόγος, καὶ ὁ λόγος ἦν πρὸς τὸν ϑεόν, καὶ ϑεὸς ἦν ὁ λόγος.“ (griechischen Text)