Kombinatorik 10 Klasse, Abiturprüfungen von Mathematik

10 Klasse Lehrstoff Kombinatorik

Art: Abiturprüfungen

2025/2026

Hochgeladen am 08.05.2026

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Grundwissen Mathematik: Jahrgangsstufe 10
Thema Gesetze und Regeln Musterbeispiele
© Dipl.-Math.
Armin Richter
trefflernen
Grundproblematik:
Wieviele Möglichkeiten gibt es . . .
. . . n Objekte in verschiedenen Reihenfolgen anzuordnen
. . . k Objekte aus einer Menge von n Objekten auszuwählen.
Fundamentales Zählprinzip – Produktregel
Aus r Mengen M1, M2, Mr, mit n1, n2, nr Elementen lassen sich
N = n1 * n2 * * nr
verschiedene r-Tupel (x1, x2, . . . xr) bilden mit xi Mi
oder
Hat man eine Folge von Entscheidungen zu treffen, bei denen es für die
i. Entscheidung ni Möglichkeiten gibt (i = 1,...r), dann ist die Gesamtzahl
aller möglichen Entscheidungs-Folgen gegeben durch
N = n1 * n2 * * nr
Bezeichnungen:
n – Menge ... Menge von n Elementen
k –Stichprobe ... Teilmenge von k Elementen einer Grundmenge
geordnet ... Reihenfolge wichtig (Variationen)
ungeordnet ... Reihenfolge unwichtig (Kombinationen)
mit Zurücklegen ... gezogenes Element wird vor der nächsten Ziehung
zurückgelegt
ohne Zurücklegen ... gezogenes Element wird vor der nächsten Ziehung
nicht zurückgelegt
Zählprinzip
Zählprinzip Allgemeines Zählprinzip bei mehrstufigen Experimenten:
Besteht ein Zufallsexperiment aus k voneinander unabhängigen Stufen
mit jeweils n1, n2, ..., nk Ergebnissen, so hat das Gesamtexperiment
n1• n2 •… • nk kombinierte Ergebnisse. Dabei wird berücksichtigt, dass
unterschiedliche Reihenfolgen als unterschiedliche Ergebnisse gewertet
werden.
Spezialfälle:
1. Aus einer Urne mit n Kugeln wird k mal mit Zurücklegen gezogen.
Dann gibt es n … n = nk verschiedenen Ergebnisse.
Variation mit Wiederholung
2. Aus einer Urne mit n Kugeln wird k mal ohne Zurücklegen gezogen.
Dann gibt es n • (n − 1) • … • (n − k + 1) verschiedenen Ergebnisse.
Variation ohne Wiederholung
3. Aus einer Urne mit n Kugeln werden alle n Kugeln ohne Zurücklegen
gezogen. Dann gibt es n • (n − 1) • … • 2 • 1 = n! verschiedene
Ergebnisse.
Permutation ohne Wiederholung
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Thema Gesetze und Regeln Musterbeispiele

© Dipl.-Math.

Armin Richter

Grundproblematik:

Wieviele Möglichkeiten gibt es...

... n Objekte in verschiedenen Reihenfolgen anzuordnen ... k Objekte aus einer Menge von n Objekten auszuwählen.

Fundamentales Zählprinzip – Produktregel

Aus r Mengen M 1

, M

, M

r

, mit n 1

, n 2

, n r

Elementen lassen sich

N = n 1

  • n 2

    • n r

verschiedene r -Tupel (x 1

, x 2

,... x r

) bilden mit x i

∈ M

i

oder

Hat man eine Folge von Entscheidungen zu treffen, bei denen es für die

i. Entscheidung n i

Möglichkeiten gibt (i = 1,...r), dann ist die Gesamtzahl

aller möglichen Entscheidungs-Folgen gegeben durch

N = n 1

  • n 2

    • n r

Bezeichnungen:

n – Menge ... Menge von n Elementen

k – Stichprobe ... Teilmenge von k Elementen einer Grundmenge

geordnet ... Reihenfolge wichtig ( Variationen )

ungeordnet ... Reihenfolge unwichtig ( Kombinationen )

mit Zurücklegen ... gezogenes Element wird vor der nächsten Ziehung

zurückgelegt

ohne Zurücklegen ... gezogenes Element wird vor der nächsten Ziehung

nicht zurückgelegt

Zählprinzip Zählprinzip Allgemeines Zählprinzip bei mehrstufigen Experimenten:

Besteht ein Zufallsexperiment aus k voneinander unabhängigen Stufen

mit jeweils n 1

, n 2

, ..., n k

Ergebnissen, so hat das Gesamtexperiment

n 1

  • n 2 - … • n k

kombinierte Ergebnisse. Dabei wird berücksichtigt, dass

unterschiedliche Reihenfolgen als unterschiedliche Ergebnisse gewertet

werden.

Spezialfälle:

  1. Aus einer Urne mit n Kugeln wird k mal mit Zurücklegen gezogen.

Dann gibt es n … n = n

k verschiedenen Ergebnisse.

Variation mit Wiederholung

  1. Aus einer Urne mit n Kugeln wird k mal ohne Zurücklegen gezogen.

Dann gibt es n • (n − 1) • … • (n − k + 1) verschiedenen Ergebnisse.

Variation ohne Wiederholung

  1. Aus einer Urne mit n Kugeln werden alle n Kugeln ohne Zurücklegen

gezogen. Dann gibt es n • (n − 1) • … • 2 • 1 = n! verschiedene

Ergebnisse.

Permutation ohne Wiederholung

Thema Gesetze und Regeln Musterbeispiele

© Dipl.-Math.

Armin Richter

trefflernen

Haben n Elemente einer Menge M eine Eigenschaft A und k Elemente

diese Eigenschaft A nicht, so besteht M aus n + k Elementen. Man

schreibt:

| M | = | A | + | A | („Anzahl von M = Anzahl von A + Anzahl von nicht-A“)

Form 1:

Hat die Menge A r Elemente und die Menge B s Elemente, so gibt es r * s

geordnete Paare der Form (a, b) mit a ∈A und b ∈B, d. h.

| A × B | = | A | * | B |.

Dazu bietet sich eine Matrixschreibweise an:

Die Menge A bestehe aus 4 Elementen und die Menge B aus 6 Elementen

womit 24 geordnete Paare entstanden sind.

Form 2:

Ein Versuch bestehe aus s Stufen. Der Ausgang einer Stufe habe keinen

Einfluss auf die Anzahl (!) der möglichen Ausgänge bei späteren Stufen

(Unabhängigkeit der Stufen).

Haben die einzelnen Stufen bzw. n 1

, n 2

, n 3

, ... n s

Ausfälle, so hat der

Gesamtversuch

n = n 1

  • n 2

  • n 3

*... *n s

Ausfälle.

(Dass der Ausgang keinen Einfluß auf die Anzahl der Versuche haben soll

bedeutet, dass immer wieder der Ausgangszustand hergestellt wird, in der

Sprache der Kombinatorik: mit Zurücklegen gearbeitet wird. Es müssen

immer genügend Elemente zur Verfügung stehen, sie dürfen nicht alle

werden.)

Summen– und Produktregel

Zählprinzip

Summenregel (Entweder – Oder – Regel)

Produktregel

Thema Gesetze und Regeln Musterbeispiele

© Dipl.-Math.

Armin Richter

Permutation^ Permutation

Eine Anordnung (nur Reihenfolge) sämtlicher Elemente einer endlichen

Menge heißt auch Permutation. Für Permutationen hat sich eine

Listenschreibweise eingebürgert.

Sämtliche Permutationen von S = {a, b, c} sind:

(a, b, c), (a, c, b), (b, a, c), (b, c, a), (c, a, b), (c, b, a).

Bei einer Permutation

müssen immer alle Elemente

in einer Reihenfolge angeordnet werden.

Anzahl der Merkmale: n

Anzahl der Versuche: k = n

Thema Gesetze und Regeln Musterbeispiele

© Dipl.-Math.

Armin Richter

Permutation von n Elementen ohne Wiederholungen

P n

= n!

Anzahl der Permutationen bei n Verschiedenen Elementen:

Alle n-elementigen Tupel, die aus einer

n-elementigen Menge erzeugt werden können

mit n-verschiedenen Elementen.

Für die Auswahl

von n Elementen

aus einer Menge mit Elementen

ohne Wiederholung (das heißt immer, man könnte die n Elemente

auch mit einem Zug aus der Urne ziehen und es gilt immer, dass alle

Elemente gezogen werden)

mit Berücksichtigung der Reihenfolge

Voraussetzungen:

Alle (n) Elemente der Ausgangsmenge unterscheiden sich voneinander.

Es müssen alle (n) Elemente ausgewählt werden.

( am Ende des Experiments ist die Urne leer )

Ein Element kann nicht mehrmals ausgewählt werden.

( es wird keine Kugel zurückgelegt, also keine Wiederholung und es gibt

auch keinen zwei gleichen Elemente )

Die Reihenfolge muss berücksichtigt werden

( die Reihenfolge (1,2,3) ist von (2,1,3) zu unterscheiden, würde die

Reihenfolge nicht berücksichtigt werden, wäre das identisch mit nicht

unterscheidbaren Elementen )

Interpretationen

Anzahl der Möglichkeiten, eine geordnete Stichprobe von n Kugeln

aus einer Urne mit n Kugeln ohne Zurücklegen zu ziehen.

Anzahl der Möglichkeiten, n verschiedene (unterscheidbare) Objekte

so auf n Urnen zu verteilen, dass in jeder Urne ein Objekt liegt.

Anzahl der n-stelligen Sequenzen von n verschiedenen Zeichen, in

denen jedes Zeichen genau einmal vorkommt.

Permutation

ohne Wiederholung

Thema Gesetze und Regeln Musterbeispiele

© Dipl.-Math.

Armin Richter

Permutation Herleitung der Formel (Zählprinzip)

ohne Wiederholung

Anzahl der Merkmale: n = 5

Anzahl der Versuche: k = n = 5

  1. Stufe: n Möglichkeiten (Menge 1 enthält n Elemente)
  2. Stufe: n–1 Möglichkeiten (Menge 2 enthält n Elemente)
  3. Stufe: n–2 Möglichkeiten (Menge 3 enthält n Elemente)

n-te Stufe: 1 Möglichkeit (Menge n enthält n Elemente)

Unter „Menge“ ist jeweils der Status der Urne zu verstehen:

wieviele Kugeln sind in der Urne enthalten.

da nach jedem Ziehen nicht zurückgelegt wird, sind beim jeweils nächsten

Zug eine Kugel weniger in der Urne vorhanden.

Es stehen also n verschiedene Elemente zur Verfügung, deren Anzahlen

nach dem Zählprinzip immer um 1 niedriger werden und es sind n – Objekte

anzuordnen (k=n):

n 1

- n 2 - n 3 - ... • n n

= n • (n – 1) • (n – 2) •... • 1 = n!

Anzahl der Ergebnisse: 5! = 120

Thema Gesetze und Regeln Musterbeispiele

© Dipl.-Math.

Armin Richter

trefflernen

n!

k 1

! ∙ k 2

! ∙.. .∙ k m

!

Permutation von n Elementen mit Wiederholungen

Für die Auswahl

von n Elementen

aus einer Menge mit n Elementen

mit Wiederholung (das heißt auch hier, es könnten alle Elemente auf

einmal gezogen werden)

mit Berücksichtigung der Reihenfolge unterscheidbarer Elemente

und ohne Berücksichtigung der Reihenfolge nicht unterscheidbarer

Elemente

Voraussetzungen:

Mindestens 2 Elemente der Ausgangsmenge sind identisch, d.h. es gibt

Elemente der Ausgangsmenge, die sich nicht voneinander unterscheiden

lassen.

Es müssen alle (n) Elemente ausgewählt werden.

(nach dem Experiment ist die Urne leer)

Ein Individualelement kann nicht mehrmals ausgewählt werden, ein

Element mit gleicher Eigenschaft hingegen schon. Liegen z.b. 2 rote

Kugeln in der Ausgangsmenge, so muss jede der beiden roten Kugeln

ausgewählt werden ( mit Wiederholung ), eine dritte rote Kugel kann aber

nicht ausgewählt werden.

Die Reihenfolge der unterscheidbaren Elemente spielt eine Rolle.

Interpretationen

Anzahl der Möglichkeiten, eine geordnete Stichprobe von k Kugeln aus

einer Urne mit n Kugeln mit zurücklegen so zu ziehen, dass, dass die

Kugel ai genau ki-mal gezogen wird.

Anzahl der Möglichkeiten, k unterscheidbare Objekte auf n Urnen so zu

verteilen, dass in der i-ten Urne k i

Objekte liegen.

(Elemente, die nicht unterscheidbar sind)

Angenommen, wir haben eine Menge von Objekten, die aus mehreren

Teilmengen besteht, wobei innerhalb jeder Teilmenge die Objekte gleich sind.

Ein Beispiel dafür ist eine Urne mit mehreren Kugeln der gleichen Farbe.

Beim Ziehen sind Kugeln der gleichen Farbe nicht unterscheidbar, dh. die

Eigenschaft der Elemente tritt mehrfach auf.

Anzahl der Permutationen bei n Elementen, bei denen n 1

, n 2

,...n k

Elemente

untereinander gleich sind:

W P

n;n1,n2,n3..nk

=

Prototypisches Beispiel

Mögliche Buchstabenanordnungen beim Wort ANAGRAMM

Wieviele unterschiedliche Möglichkeiten gibt es, alle Buchstaben des

Wortes ANAGRAMM

in einer unterschiedlichen Reihenfolge anzuordnen. In diesem Wort

kommen bestimmte Buchstaben mehrfach vor.

Anzahl aller Buchstaben: N=

Häufigkeit einzelner Buchstaben:

k1 = A = 3

k2 = G = 1

k3 = N = 1

k4 = M = 2

k5 = R = 1

A = 8!/(3!1!1!2!1!) = 8!/(3!*2!) = 40320/12 = 3360

Es gibt 3360 unterschiedliche (8 Buchstaben umfassende) Wörter,

die unter der Verwendung aller Buchstaben des Wortes ANAGRAMM

gebildet werden können.

Permutation

mit Wiederholung

Thema Gesetze und Regeln Musterbeispiele

© Dipl.-Math.

Armin Richter

Permutation Herleitung der Formel (Zählprinzip)

ohne Wiederholung

Herleitung der Formel aus Permutation ohne Wiederholung

Zunächst ist das Zählprinzip dem der Permutation ohne Wiederholung ähnlich

mit jeder Stufe enthält die Urne eine Kugel weniger. Damit entsteht wieder

folgende Zählung:

  1. Stufe: n Möglichkeiten (Menge 1 enthält n Elemente)
  2. Stufe: n–1 Möglichkeiten (Menge 2 enthält n Elemente)
  3. Stufe: n–2 Möglichkeiten (Menge 3 enthält n Elemente)

n-te Stufe: 1 Möglichkeit (Menge n enthält n Elemente)

Unter „Menge“ ist jeweils der Status der Urne zu verstehen:

wieviele Kugeln sind in der Urne enthalten.

da nach jedem Ziehen nicht zurückgelegt wird, sind beim jeweils nächsten Zug

eine Kugel weniger in der Urne vorhanden. Hier wird ohne Zurücklegen gear-

beitet, obwohl es „mit Wiederholung“ heißt. Entscheidend ist aber, dass genau

n Ziehungen stattfinden und dass nach n Ziehungen die Urne leer ist. Deshalb

geht man davon aus, dass in der Urne selbst schon Kugeln liegen, die nicht

unterscheidbar sind, aber bei n Kugeln die Urne leer ist. Damit stehen zunächst

n! Anordnungen zur Verfügung

n 1

- n 2 - n 3 - ... • n n

= n • (n – 1) • (n – 2) •... • 1 = n!

Durch die Gleichheit von Elementen lassen sich jeweils n 1

  • Objekte nicht

mehr unterscheiden, die alleine aus der Vertauschung der n 1

Objekte

entstehen. n 1

Objekte lassen sich aber in n 1

! Möglichkeiten anordnen, so

dass die unterscheidbaren Möglichkeiten sind: n!/n 1

Thema Gesetze und Regeln Musterbeispiele

© Dipl.-Math.

Armin Richter

Auf der rechten Seite wird das Beispiel aus der Permutation ohne

Wiederholung auf diesen Fall geändert. In der Urne befinden sich weiterhin 5

Kugel, davon sind jetzt aber 2 rote, 2 blaue und 1 gelbe. In einigen Fällen sind

die Kugeln mit Nummern versehen, um die Ergebnisse besser unterscheiden

zu können. Dies Nummern sind natürlich auf den Kugeln nicht vorhanden,

sonst wären sie nicht „nicht unterscheidbar“.

Wenn man sich die Nummern wegdenkt, stellt man fest, dass jeweils vier

Anordnungen nicht unterschieden werden können (durch senkrechte Striche

getrennt), so dass von den ursprünglich 120 Anordnungen der „Permutati-

onen ohne Wiederholung“ nur noch 30 verschiedene Anordnungen (30 nicht

unterscheidbare Vierergruppen, die im rechten Beispiel durch senkrechte rote

Striche gekennzeichnet sind) übrigbleiben.

Anzahl der Merkmale: n = 5

Anzahl der Versuche: k = 5

Anzahl gleicher Elemente: n

1

= 2; n

2

Da zwei Sorten Kugel mit je 2 Stück nicht unterscheidbar sind, ist

nach obiger Herleitung n 1

= 2 und n 2

= 2 (und n 3

=1 für gelb). Damit

ergibt sich aus der Berechnungsformel:

Anzahl der Ergebnisse: 5!/2!2! = 30

Permutation Beispiel

ohne Wiederholung

Thema Gesetze und Regeln Musterbeispiele

© Dipl.-Math.

Armin Richter

W V

k

n

= n

k

Variation mit Zurücklegen (mit Wiederholungen)

Gegeben seien n verschiedene Elemente. Wieviele Möglichkeiten gibt es, k

Elemente unter Berücksichtigung der Reihenfolge anzuordnen, wenn jedes

Element beliebig oft, aber höchstens k mal, wiederholt werden darf? (Beachte:

k kann auch grösser als n sein)

Alle k-elementigen Tupel, die aus einer

n-elementigen Menge erzeugt werden können

Für die Auswahl

von k Elementen (Kugeln), beim Ziehen mit zurücklegen kann k > n sein,

da jeder Versuch die Bedingungen hat, wie der erste

aus einer Menge mit n Elementen (Urne)

mit Wiederholung (Zurücklegen) (das bedeutet, dass vor jeder neuen

Ziehung der Zustand vor der ersten Ziehung wieder hergestellt wird.

Damit ist auch möglich, dass k > n, da die „Urne“ nie leer wird.)

mit Berücksichtigung der Reihenfolge

Voraussetzungen:

Alle (n) Elemente der Ausgangsmenge unterscheiden sich voneinander.

Es werden einige (k) Elemente ausgewählt.

Beim Ziehen mit Zurücklegen kann k > n sein, da jeder Versuch die

gleichen Bedingungen hat, wie der erste Versuch.

Ein Element kann mehrmals ausgewählt werden.

Interpretationen

Anzahl der Möglichkeiten, eine geordnete Stichprobe von k Kugeln aus

einer Urne mit n unterscheidbaren Kugeln mit Zurücklegen zu ziehen.

Anzahl der Möglichkeiten, k verschiedene (unterscheidbare) Objekte auf n

Urnen zu verteilen, wobei jede Urne beliebig viele Objekte aufnehmen

kann.

Anzahl der k-stelligen Sequenzen, in denen jede Stelle mit irgendeinem

von n verschiedenen, beliebig oft wiederholbaren Zeichen besetzt ist.

Prototypisches Beispiel

Zahlenschloss

Ein Zahlenschloss bestehe aus 5 Vorrichtungen, welche jeweils eine

Zifferneinstellung verlangen. Wieviele Möglichkeiten gibt es?

wichtig

● Bei jeder Zifferneinstellung können die Zahlen 0 bis 9 gewählt

werden (N=10). Bestimmte Ziffern können mehrfach vorkommen

(=mit Wiederholung)

● (^) Die Reihenfolge ist entscheidend (01557 ist ungleich 75510)

N = 10 mögliche Ziffern (0 bis 9)

k = 5 Zifferneinstellungen

A = N

k = 105 = 100000

Es gibt 100 000 mögliche Ziffernanordnungen für ein Zahlenschloss

mit 5 einzustellenden Ziffern.

Variation

mit Wiederholung

Thema Gesetze und Regeln Musterbeispiele

© Dipl.-Math.

Armin Richter

n

k

2

Variation Baumdiagramm

mit Wiederholung

Anzahl der Merkmale: n = 4

Anzahl der Versuche: k = 2

Das Baumdiagramm ist voll besetzt.

gleiche Farben haben die Wahrscheinlichkeit 1/

verschiedene Farben treten im Baumdiagramm zweimal

auf und haben deshalb die Wahrscheinlichkeit 2 • 1/

Thema Gesetze und Regeln Musterbeispiele

© Dipl.-Math.

Armin Richter

trefflernen

Wenn aus n Objekten k Objekte mit Zurücklegen und mit Beachtung

der Reihenfolge ausgewählt werden sollen, dann kann jedes der n

Objekte auf jedem der k Plätze der Auswahl erscheinen

Mengendarstellung: Die Menge

B

k n

= {(x 1

;x 2

;.. .x k

) | x i

{1,2,3,.. n} }

aller Variationen ohne Wiederholung von n Dingen zur Klasse k (für

n,k∈ℕ). Sie heißt auch Menge aller Permutationen ohne

Wiederholung von n Dingen zur Klasse k. Sie hat die oben

angegebene Anzahl von Elementen.

Variation^ Herleitung der Formel Zählprinzip)

mit Wiederholung

Herleitung der Formel aus Permutation ohne Wiederholung

Um die Möglichkeiten auszurechnen, müssen die unterschiedlichen Anzahlen

miteinander multipliziert werden. Da hier eine Gleichwertigkeit vorliegt, da

jedes der k Positionen mit jedem der n Elemente belegt werden kann, folgt aus

n 1

- n 2 - n 3 - ... • n k

= n • n • n •... n = n

k

  1. Stufe: n Möglichkeiten (Menge1 enthält n Elemente)
  2. Stufe: n Möglichkeiten (Menge2 enthält n Elemente)
  3. Stufe: n Möglichkeiten (Menge3 enthält n Elemente)

k-te Stufe: n Möglichkeiten (Mengek enthält n Elemente)

Unter „Menge“ ist jeweils der Status der Urne zu verstehen:

wieviele Kugeln sind in der Urne enthalten.

da nach jedem Ziehen wieder zurückgelegt wird, sind bei jedem Zug die

gleichen Bedingungen, wie beim 1. Zug vorhanden, also auch die gleiche

Anzahl der Möglichkeiten.

Thema Gesetze und Regeln Musterbeispiele

© Dipl.-Math.

Armin Richter

Man hat die Urne mit den fünf verschieden farbigen

Kugeln.

Von diesen fünf Kugeln wird nun eine beliebige Kugel

zufällig herausgegriffen.

In unserem Fall erwischen wir die gelbe Kugel.

Da aber fünf verschiedene Kugeln in unserer Urne

lagen, hatten wir für diesen Zug auch 5 Möglichkeiten ,

eine dieser fünf Kugeln zu ziehen.

Nun wird die eben gezogene Kugel wieder zu den

anderen Kugeln in die Urne zurückgelegt.

Man hat nun wieder alle fünf verschiedenen Kugeln in

der Urne.

Jetzt wird ein zweites Mal gezogen. Durch das

Zurücklegen der – in unserem Fall gelben – Kugel hat

man wieder alle fünf Kugeln in der Urne und somit auch

wieder 5 Möglichkeiten für den zweiten Zug, der unter

den gleichen Bedingungen stattfindet, wie der erste..

Diesmal erwischen wir die rote Kugel.

Wie eben wird nun die gezogene – rote – Kugel wieder

zu den anderen Kugeln in die Urne zurückgelegt , so

dass man wieder alle fünf verschiedene Kugeln in der

Urne hat.

Nun wird ein drittes und letztes Mal gezogen. Auch hier

hat man durch das Zurücklegen wieder alle fünf Kugeln

zur Auswahl.

Somit hat man auch wieder 5 Möglichkeiten , die dritte

Kugel zu ziehen.

In unserem Fall erwischen wir erneut die gelbe Kugel,

was nur durch das Zurücklegen möglich wurde.

Um Ordnung zu schaffen, legen wir die eben gezogen

Kugel wieder in die Urne zurück.

Variation

mit Wiederholung

Thema Gesetze und Regeln Musterbeispiele

© Dipl.-Math.

Armin Richter

Baumdiagramm

n!

(n–k)!

Variation

mit Wiederholung

Anzahl der Merkmale: n = 4

Anzahl der Versuche: k = 2

In der ersten Ebene fällt kein Teilbaum weg, da erst ab doppeltem

Auftreten ein Zweig gelöscht werden muss.

In jedem Teilbaum der 2. Stufe fehlt eine Ausprägung, deshalb

entstehen aus den 16 Möglichkeiten der Variation mit Wiederholung

nur noch 12 Möglichkeiten: n

2

  • n = n(n–1)

Doppelte Farben treten keine auf 0 • 1/

verschiedene Farben treten zweimal auf 2 • 1/

Thema Gesetze und Regeln Musterbeispiele

© Dipl.-Math.

Armin Richter

Anzahl der Ereignisse : = = 24

Anzahl der Merkmale: n = 4

Anzahl der Versuche: k = 3

Das Baumdiagramm hat ab der 2. Ebene Lücken:

in der 2. Ebene 4 Teilbäume

in der 3. Ebene zusätzlich je Teilbaum der 2. Ebene: 3 Teilbäume

3 gleiche Farben treten nicht auf

2 gleiche Farben treten nicht auf

Ereignis blaue Kugel:

Ereignis gelbe Kugel: Ereignis grüne Kugel:^ Ereignis rote Kugel:

Ebene 1

Ebene 2

Ebene 3

Es gibt 4 mögliche Kombinationen aus 4 Farben 3 zusammenzustellen,

damit ergibt sich als Gesamtzahl:

n * 3! = 4 * 3! = 4! = 24

n!

(n–k)!

jede 3- Kombination an Farben tritt 3! = k! = 6 mal auf

(Permutation von 3 Elementen)

In der 3. Ebene

fällt je Teilbaum der 2. Ebene 2 Teilbäume weg 12 * 2 Teilbäume

durch die fehlenden Teilbäume der 1. Ebene 4 * 4

fällt je Teilbaum der 1. Ebene 1 Teilbaum weg = 4 Teilbäume