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Ausführlicher Lernzettel für Controlling
Art: Zusammenfassungen
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So nutzt du diesen Lernzettel Grüne Kästen = Formeln (auswendig + verstehen). Blaue Kästen = Definitionen & Merksätze. Gelbe Kästen = Klausur-/Prüfungshinweise. Wichtig: Controlling ist ein Rechenmodul. Lies die Theorie hier, aber rechne die Übungsaufgaben aktiv durch – die durchgerechneten Beispiele zeigen jeweils das Schema.
1 Was ist Controlling? Controlling leitet sich nicht von „Kontrolle" ab, sondern vom englischen to control = lenken, steuern, regeln. Es geht nicht ums Errechnen von Zahlen (das ist Kostenrechnung), sondern ums Anwenden der Informationen zur zielgerichteten Steuerung des Unternehmens. Bild: der Controller ist der Steuermann, der den Kurs zwar nicht bestimmt, aber dafür sorgt, dass er eingehalten wird. 1.1 Kostenrechner vs. Controller Die Kostenrechnung ist wertfreie Methodenlehre (wie rechne ich korrekt?). Das Controlling nutzt die Informationen, um Entscheidungen zu treffen und Verhalten zu steuern. Daraus folgen die zwei zentralen Funktionen des Controllings:
2 Shareholder Value 2.1 Finanzmathematisches Erklärungsmodell Finanz- vs. Realinvestition: Finanzinvestitionen (Geld zinsbringend anlegen) erhalten nur den Wert des Geldes – auf Dauer keine Überrendite. Ein Unternehmer tätigt Realinvestitionen (Maschinen, Ideen, Kunden) und kann systematisch Überrenditen erzielen. Nur Projekte mit Überrendite steigern den realen Vermögenswert. Risiko: Totales Risiko = systematisches + unsystematisches Risiko. Nur das systematische Risiko (am Kapitalmarkt eingepreist) wird über das „Beta" vergütet; das unsystematische Risiko wird durch Diversifikation eliminiert und hat keine Berechnungsformel. Formel β_i = Cov(R_i , R_M) / Var(R_M) Regression: R_i = a_i + β_i · R_M Beta misst, wie stark die Aktienrendite auf Änderungen der Marktrendite reagiert. Beispiel Emmi AG 2018: Cov ≈ 0,0000421, Var ≈ 0,0000824 → β = 0,51 (Aktie weniger volatil als der Markt: bewegt sich der SMI um 1 %, die Emmi-Aktie nur um 0,51 %). Formel Zielrendite = sicherer Zins + β · (Marktrendite − sicherer Zins) └── Marktrisikoprämie ──┘ Marktrisikoprämie: arithmetisch vs. geometrisch Arithmetisches Mittel der historischen Prämien = unverzerrter Schätzer für nächstes Jahr (Bsp. 5,17 %). Geometrisches Mittel (inkl. Zinseszins) für langfristige Prognosen (Bsp. 3,37 %). Näherung: arithm. Mittel ≈ geom. Mittel + 0,5 · Varianz.
Formel Residualgewinn = Nettorückfluss − Abschreibung − Zielrendite · Restbuchwert └──────── Buchgewinn ────────┘ = (Buchrendite − Zielrendite) · Restbuchwert Merke: Residualgewinn ↔ Kapitalwert Die Summe der Barwerte der Residualgewinne ist identisch mit dem Kapitalwert (NPV) des Projekts. Dauerhaft positive Residualgewinne ⇒ Unternehmen erwirtschaftet mind. seine Zielrendite ⇒ Wertsteigerung. Ein Jahr allein ist nur eine Momentaufnahme.
Emmi 2018: RNOA = 243,7 / 2.140,2 = 11,39 % (deutlich unter ROE 15,7 %!). UR = 7,05 %, KU = 1,62. Der hohe ROE war v. a. ein Leverage-Effekt (geringe EK-Quote) – keine echte Wertschöpfung. ZF-Praxis (Wertbeitrag) ZFVA = EBIAT − WACC · CE = (ROCE − WACC) · CE, mit ROCE = EBIAT/CE. EBIAT ≈ NOPAT, CE (Capital Employed) ≈ NOA. Differenz ROCE−WACC positiv ⇒ positiver Wertbeitrag. 2.4 DuPont-Schema Hinter Umsatzrendite und Kapitalumschlag steht eine ganze Kennzahlenpyramide. Blaue Größen treiben den NOPAT (meist relativ zum Umsatz betrachtet), rote Größen treiben die Kapitalgrößen NOA und NFO (relativ zur Bilanzsumme). Nutzen: gezielt erkennen, welcher Werttreiber abweicht (z. B. F&E/Umsatz, Werbung/Umsatz im Branchenvergleich). 2.5 Vom Unternehmens- zum Produktcontrolling Datenqualität muss erfüllen: relevant (relevance), zuverlässig (reliability), rechtzeitig (timeliness) – sonst „Zahlenfriedhöfe". Für Produktkalkulation nötig: Trennung fix/variabel, Eigen- vs. Fremdbezug, Einzel-/Gemeinkosten. Steuerungsgrößen für operative Bereiche BBE = Umsatz − variable Kosten − Fixkosten 1 variable Kosten = Absatz- + Material- + var. Fertigungskosten + Einstandskosten Handelsware Fixkosten 1 = Fertigungsfixkosten + Versand + Vertrieb Betriebsergebnis = BBE − Fixkosten 2 (Fixkosten 2 = F&E, Verwaltung, Sonst./Einmalkosten + kalk. Zinsen auf gebundene Aktiven). Das Betriebsergebnis ist eine Variante des Residualgewinns. Beispiel Ziel-BBE Molkereiprodukte 55 Mio.: Umsatz/var. Kosten = 3/2, Fixkosten 1 = 330 → DB = 385 → Zielumsatz 1.155 Mio. → Ziel-Umsatzrendite = BBE/Umsatz = 55/1.155 = 4,76 %.
Pro Produkt(gruppe): DB 1 = Umsatz − var. Kosten; BBE = DB 1 − Fixkosten 1; Betriebsergebnis = BBE − Zinskosten (Fixkosten 2). Kapitalbasis hier: durchschnittlich gebundenes Kapital (AV_t-1 + AV_t)/2. Formel Bruttorendite = BBE / [(AV_t-1 + AV_t)/2] Umsatzrendite = BBE / Nettoumsatz Kapitalumschlag = Nettoumsatz / [(AV_t-1 + AV_t)/2]
Periodenbezug der Kapitalbasis Periodenanfang AV_t-1 → wenn Investitionen am Periodenende erfolgen (Standard der Investitionsrechnung). Durchschnitt (AV_t-1+AV_t)/2 → wenn Investitionen über die Periode verteilt erfolgen. Periodenende AV_t → wenn alle Investitionen am 1.1. erfolgen.
Renditen sind relative Größen und sagen nichts über die absolute Wertsteigerung. Beispiel Szene-Drink: 2020 sinken Umsatzrendite (26 %→23 %) und Kapitalumschlag (3,62→3,38), aber der Residualgewinn steigt, weil die Zielrendite (12 %) klar unter der kritischen Schwelle (~40 %) liegt. Typisch bei fortgeschrittenem Wachstum: Rentabilität sinkt, absoluter Wertbeitrag steigt. Formel Bereichs-Residualgewinn = BBE − i · [(AV_t-1 + AV_t)/2] (i = Zielrendite des Gesamtunternehmens) Grenzen renditeorientierter Steuerung 1) Renditevergleiche sind untauglich bei sich ausschließenden Projekten – es zählt das absolut verdiente Geld, nicht die relative Rendite. 2) Renditen sind „Schnappschüsse": einzelne Perioden können über der Zielrendite liegen, obwohl der NPV insgesamt negativ ist. → langfristige Analyse nötig. 3) Eine steigende Bruttorendite sagt nichts über die Zielrendite aus – ändert sich diese (z. B. 15 %→25 %), kann der NPV negativ werden, ohne dass sich die Renditezahl ändert. Vorsicht „Hockey-Stick-Effekt": geschönte Planung mit verzögertem, stark beschleunigtem Wachstum. → Plausibilität + Sensitivitätsprüfung. 2.6 Balanced Scorecard (BSC) Motiv: Rechnungswesen-Daten sind verzögert. Die BSC liefert zusätzlich nicht- finanzielle Frühwarnindikatoren. Sie ist unternehmensindividuell, abgeleitet aus Strategie/Vision, meist 4 Perspektiven:
3 Budgetierung 3.1 Was ist Budgetierung? Definitionen Budgetierung = gewinnorientierte Planung und Kontrolle der wirtschaftlichen Aktivitäten. Kurzfristiger, operativer Unternehmensplan, der das Geschäft für die Zukunft d. Unternehmens abbilden soll. Budget (Etat) = Ergebnis dieser Planung; kurzfristiger operativer Finanzplan (i. d. R. 1 Jahr), abgeleitet aus der strategischen Planung (Budgetierung). Enthält eine Vorgabe-/Forderungskomponente (mehr als eine Prognose). Funktionen: Zukunftsorientierung, Aufnahme jüngster/dezentraler Infos, Koordination der Bereiche, Identifikation von Engpässen, Förderung der Kommunikation (bei Partizipation), Messlatte zur Manager-Beurteilung (Anreizfunktion). Kritik: schaffen wenig Wert, beschränken Flexibilität, Budgetierung erfolgt oft „mechanisch" – eben nicht strategisch orientiert, stärken Befehls-/Kontrollhierarchien, Budgets werden zu selten erstellt und angepasst, fördern Bereichsdenken. Jensen (2001): „Corporate budgeting is a joke … it encourages managers to lie and cheat …" Beyond Budgeting (BB) = Bewegung, welche klassische Budgetierungsmechanismen ablehnen Forderungen:
Center-Typ Verantwortung des Bereichsmanagers Investment Center Zusätzlich Investitions-/Kapazitätsentscheidungen. Nur Finanzierungsentscheidungen trifft die Zentrale. 3.3 Master-Budget & Budgetierungsformen Master-Budget = finanzielle Gesamtschau aller Bereiche. Startet mit dem Absatzbudget (Menge × Wert), daraus folgen Produktions-, Material-, Fertigungslohn-, Gemeinkostenbudget … bis Erfolgsbudget und Finanzplan/Planbilanz (Bsp. Stylistic Furniture). Grundproblem: asymmetrische Information – die Zentrale weiß weniger als die Bereiche; Berichte können wegen Interessenkonflikten (Präferenzen + organisationsbedingt) verzerrt sein. Präferenzen:
4 Kostenmanagement Kostenmanagement = alle Maßnahmen zur Beeinflussung der Kosten auf drei Ebenen: Kostenniveau, Kostenstruktur, Kostenverlauf. Fokus hier: strategische Aspekte. 4.1 Strategisches Kostenmanagement (Porter) Kostenführerschaft Differenzierung Ziel Kostenvorteil → niedrigerer Preis → höherer Marktanteil Höhere Zahlungsbereitschaft → höherer Preis/Marge Preiswettbewerb reduzieren durch verminderte Substituierbarkeit d. Produkte Hebel im RNOA ↑ Kapitalumschlag durch hohen Marktanteil ↑ Umsatzrendite durch Zusatznutzen Voraussetzunge n / Umfeld Standardisierte, substituierbare Produkte; stabile Nachfrage; großer Markt Reduktion der Substituierbarkeit; dynamisches Umfeld Ausrichtung der Produktgestaltung am Kundeninteresse Kostenmanage ment permanente Instrumente: Investitions-, Ziel-, Lebenszyklus-, Prozesskostenrechnung, Kapazitätsmgmt., Budgetierung, Kostenkontrolle entscheidungsunterstützend: Investitionsrechnung, einfache KLR, Preisentscheidungen, Qualitätskostenrechnung, BSC Formel RNOA = NOPAT/NOA = (NOPAT/Umsatz) · (Umsatz/NOA) = Umsatzrendite · Kapitalumschlag Hinweis: „Kostenführerschaft" ist nach Porter unglücklich gewählt – „Kostenminimierung" wäre treffender. Empirie (Keimer/Schiller 2010): strategiekonsistentes Kostenmanagement wirkt positiv auf den Erfolg. 4.2 Target Costing (Frühzeitige Planung) Leitfrage nicht „Was kostet das Produkt?", sondern „Was DARF das Produkt kosten?" Zielkosten werden vom Markt diktiert (Zahlungsbereitschaft + Wettbewerb). Eigentlich ein simultanes Planungsproblem → Methoden sind nur Heuristiken:
Idee: mit Hilfe der Kundenpräferenzen aus den Produkt-Zielkosten die Zielkosten für einzelne Komponenten abzuleiten. Schritte:
4.3 Lebenszykluskostenrechnung (längerfristige Planung) Motiv: Kosten fallen ungleichmäßig an, da Produkte Lebenszyklus durchlaufen (Automobil: 70–80 % schon vor Entwicklungsende determiniert). Drei Zyklen:
Teilabweichung Auf ISTBASIS Auf SOLLBASIS Preisabw. (y₁) (y₁ⁱ−y₁ˢ)·y₂ⁱ·y₃ⁱ = 9 (y₁ⁱ−y₁ˢ)·y₂ˢ·y₃ˢ = 4 Verbrauchsabw. (y₂) (y₂ⁱ−y₂ˢ)·y₁ⁱ·y₃ⁱ = 9 (y₂ⁱ−y₂ˢ)·y₁ˢ·y₃ˢ = 4 Outputabw. (y₃) (y₃ⁱ−y₃ˢ)·y₁ⁱ·y₂ⁱ = 9 (y₃ⁱ−y₃ˢ)·y₁ˢ·y₂ˢ = 4 Abw. 2. Ordnung (y₁,y₂) −(y₁ⁱ−y₁ˢ)(y₂ⁱ−y₂ˢ)·y₃ⁱ = −3^ +(y₁ⁱ−y₁ˢ)(y₂ⁱ−y₂ˢ)·y₃ˢ = + Abw. 2. Ordnung (y₁,y₃) −(y₁ⁱ−y₁ˢ)(y₃ⁱ−y₃ˢ)·y₂ⁱ = −3^ +(y₁ⁱ−y₁ˢ)(y₃ⁱ−y₃ˢ)·y₂ˢ = + Abw. 2. Ordnung (y₂,y₃) −(y₂ⁱ−y₂ˢ)(y₃ⁱ−y₃ˢ)·y₁ⁱ = −3^ +(y₂ⁱ−y₂ˢ)(y₃ⁱ−y₃ˢ)·y₁ˢ = + Abw. 3. Ordnung +(y₁ⁱ−y₁ˢ)(y₂ⁱ−y₂ˢ)(y₃ⁱ−y₃ˢ) = +1 + idem = + Summe = 19 = 19
Istbasis: Differenzen werden mit den Ist-Werten der anderen Größen gewichtet (Abw. höherer Ordnung mit −). Sollbasis: mit den Soll-Werten (Abw. höherer Ordnung mit +).
Größe Preis y₁ Verbrauch y₂ Output y₃ Wert Statisches Budget Soll 2 Soll 2 Soll 2 8 Flexibles Budget Soll 2 Soll 2 Ist 3 12 Istkosten Ist 3 Ist 3 Ist 3 27 Die Logik der beiden Schritte Statisches Budget (8) = reine Planwelt (alles Soll, geplante Menge). Flexibles Budget (12) = Planwelt, aber an die tatsächliche Menge angepasst (Preis & Verbrauch noch Soll, Output schon Ist). Es ist die Brücke, die erlaubt, nur einen Effekt auf einmal zu messen. Istkosten (27) = die Realität (alles Ist). Schritt 1 (8→12): nur der Output wechselt → +4 = reiner Mengeneffekt (Outputabweichung, niemandes „Schuld").
Formel Flexibles Kostenbudget = y₁ˢ · y₂ˢ · y₃ⁱ = 2·2·3 = 12 Flexible budget variance = Ki^ − flex. Budget = 27 − 12 = 15 Outputabweichung (Sollbasis) = y₁ˢ·y₂ˢ·(y₃ⁱ−y₃ˢ) = 4 Teilabweichung Formel Basis Wert Preisabweichung (y₁ⁱ−y₁ˢ)·y₂ⁱ·y₃ⁱ Ist 9 Verbrauchsabweichung (y₂ⁱ−y₂ˢ)·y₁ˢ·y₃ⁱ Misch 6 Outputabweichung (y₃ⁱ−y₃ˢ)·y₁ˢ·y₂ˢ Soll 4
5 Risikocontrolling 5.1 Risikobegriff & Arten Risikobegriff Statistik: symmetrisch – Standardabweichung/Varianz (positive UND negative Abweichungen). Betriebswirtschaftlich (hier): Gefahr, dass eine Zielgröße von einem Referenzwert negativ abweicht (= Verlust). Chancen ausgeblendet. Begründung: Individuen bewerten referenzpunktabhängig; Verluste werden (mehr als) doppelt so stark gewichtet wie gleich hohe Gewinne. Risiko = Verlustwahrscheinlichkeit × Verlusthöhe (relativ zur Referenz). Arten: Marktrisiken (Beschaffung/Absatz von Gütern beeinflussen), finanzielle Risiken (Wechselkurs, Kredit, Liquidität, Zins), rechtliche Risiken (Verletzung v. Verträgen und Gesetzen), unternehmensbezogene Risiken (Fehler bei Strategie, IT, Prozesse, Verhalten). Bei Banken: operationelle Risiken (CRR). 5.2 Risikoanreize & rechtliche Grundlagen Anreizverzerrungen: Insolvenzbedrohte Firmen „setzen alles auf eine Karte" (Anreiz nur bei haftungsbeschränkten Kapitalgesellschaften). Im Normalfall sind Manager oft zu risikoscheu (Reputation/Karriere) → erfolgsabhängige Vergütung soll lohnende riskante Projekte fördern. Aber: zu starke Optionsvergütung birgt zu hohe Risikoanreize (kein Verlustanteil) oder Überoptimismus → riskante Investitionen trotz Wertvernichtung (Bsp. Société Générale, Kerviel). Rechtsgrundlagen (Stichworte) KonTraG (1998): Überwachungssystem zur Früherkennung bestandsgefährdender Entwicklungen und Transparenz (§ 91 II AktG) – Verpflichtung für AGs; Prüfung durch Abschlussprüfer (§ 317 IV HGB). TransPuG (2002): Pficht zur Überwachung d. Vorstandes (§ 111 Abs.1 AktG). Aufsichtsrat kann Liste von Geschäften festlegen, die seiner Zustimmung bedürfen - Übernahmen, die Risikostruktur verändern (§ 111 Abs.4 S.2 AktG) Lagebericht: § 289 HGB (Risiken, Ziele/Methoden des Risikomanagements). Kapitalmarktorientiert zusätzlich IFRS 7 (Risiken aus Finanzinstrumenten). 5.3 Risikoidentifikation & -bewertung Frühwarnsysteme erfassen Einflussfaktoren systematisch
Visualisierung über zwei Dimensionen: Eintrittswahrscheinlichkeit × Tragweite (Verlusthöhe). Links unten = unwichtig, rechts oben = bedeutsam. Experteninterviews notwendig für Klassifizierung qualitativer Risiken.
Aggregation quantitativer und qualitativer Faktoren über gewichtete Punktwerte (gleiche Skala!). Bsp. Lieferantenausfall: Management 50 %, Finanzlage 30 %, Nähe 20 %. Formel Score = Σ (Gewicht_i × Punkte_i) Lieferant A: 0,5·4 + 0,3·8 + 0,2·10 = 6,4 (< 6 = zu hohes Risiko) Kritik: Gewichtung/Punktvergabe subjektiv; Ergebnis ändert sich mit Gewichtung; unterstellte Linearität; Risikovverbund (Korrelationen) unbeachtet – Risiken können sich gegenseitig kompensieren.
Idee: Einfluss einzelner Risiken auf bestimmte Zielgrößen zu quantifizieren Bsp.: Um wie viel % sinkt das JE, wenn der US-Dollar um 10% fällt? Kritik: