Neuroanatomie, Übungen von Neuroanatomie

Das Gehirn ist Bestand teil des Ner ven sys tems (NS), das in peri phe res (PNS) und zen tra les (ZNS) unter teilt wer den.

Art: Übungen

2021/2022

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H. Hilbig
Neuroanatomie
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H. Hilbig

Neuroanatomie

1 Allgemeine Angaben

zum Gehirn

Das Gehirn ist Bestandteil des Nervensystems (NS), das in peripheres (PNS) und zentrales (ZNS) unterteilt werden kann. Zum ZNS gehören Rückenmark und Gehirn. Der Übergang ist nicht exakt festgelegt. Im allgemeinen gibt man als Grenze die mit bloßem Auge sichtbare Pyramiden- bahnkreuzung (Decussatio pyramidum) nach dem verlän- gerten Mark an. Im natürlichen (nativen, ungefärbten) Rückenmark und im Gehirn stellen sich die Ansammlungen

von Nervenzellen grau und die Nervenfasern weiß dar. Man spricht deshalb von grauer Substanz und weißer Substanz. Das Rückenmark verläuft in der Wirbelsäule parallel zur Längsachse des Körpers, während das Gehirn im spitzen Winkel zum Gesicht hin abgeknickt ist. Dadurch verändern sich die Achsen, die man zur Orientierung benutzt. Dies muß man beim Lagevergleich von Strukturen des Rücken- marks mit denen des Gehirns beachten Hirnmassen: Die Hirnmasse des Neugeborenen beträgt etwa 1/3 der Hirn- masse des Erwachsenen. Das Verhältnis Hirnmasse : Kör- permasse ist 1:10 beim Neugeborenen und 1: 40-50 beim erwachsenen Menschen. Das Hirngewicht liegt adult bei 1250-1450g.

1 Allgemeine Angaben zum Gehirn 7

cranial

rostral

frontal okzipital

caudal

caudal

3 Rückenmark und

Rückenmarknerven

3.1 Anatomie des

Rückenmarks

Das Rückenmark (Medulla spinalis) befindet sich im Kanal der Wirbelsäule, umgeben von Liquor cerebrospinalis und einer bindegewebigen Hülle (Durasack, Dura mater spina- lis).

Das Rückenmark selbst ist unsegmentiert. Es hat zwei Ver- dickungen in den Bereichen, an denen die Nerven für die Arme bzw. für die Beine austreten (Intumescentia cervicalis in Höhe des VII. Halswirbels und Intumescentia lumbosa- cralis.

Das Rückenmark beginnt am verlängerten Mark und endet mit dem Endfaden (Conus medullaris) im Lendenbereich. Die Rückenmarkhülle, der Durasack, geht in ein Filum ter- minale über.

Während beim Neugeborenen die Austrittstellen der Spinal- nervenwurzeln aus dem Rückenmark auf derselben Höhe wie der zugehörigen Wirbel liegen, ist das beim Erwachse- nen nur noch im oberen Halswirbelbereich so. Durch die Ausbildung größerer Wirbelkörper in den unteren Abschnitten der Wirbelsäule bleibt das Rückenmark schein- bar zurück. Es steht im Wirbelkanal oben. Deshalb spricht man von einem scheinbaren Hochstand oder Ascensus des Rückenmarks beim Erwachsenen. Da die Spinalnerven jedoch weiterhin durch “ihren” Wirbel austreten, müssen die Wurzeln der Spinalnerven eine Strecke im Wirbelkanal zurücklegen, bis sie “ihr” Foramen intervertebrale erreicht haben. Im Lendenbereich findet man im Wirbelkanal nur noch Wurzelfäden der Nerven vor und kein Rückenmark. Deshalb kann man sich hier Zugang zur näheren Umgebung des Rückenmarks, zum Liquorraum, verschaffen. Wenn man mit der Kanüle einer Spritze (nur vom Arzt auszufüh- ren!) unterhalb des zweiten Lendenwirbels einsticht, wird kein Rückenmark verletzt. Die Fäden der Cauda equina wei- chen vor der Kanüle aus. Jetzt kann zu Diagnosezwecken Liquor entnommen oder eine Rückenmarkanästhesie durch- geführt werden (Details siehe bei Hirnhäuten).

3 Rückenmark und Rückenmarknerven 9

Lage des Rückenmarks im Wirbelkanal:

Atlas

8 Halsnerven (Nervi [Nn] cervicales)

Wirbel

Rückenmark (Medulla spinalis)

12 Brustnerven (Nn. thoracici)

5 Lendennerven (Nn. lumbales)

Cauda equina) (Pferdeschwanz)

5 Nn. sacrales

1 N. coccygealis

Filum terminale

Anatomie des Rückenmarks in der Dorsalansicht

Verlängertes Mark

Decussatio pyramidum

Intumescentia cervicalis

Intumescentia lumbosacralis

Conus medullaris

3.2 Aufbau der Spinalnerven

Neuroanatomie für Medizinstudenten 10

Graue Substanz

Weiße Substanz

Hinterwurzel (Radix posterior)

Vorderwurzel (Radix anterior)

Spinalganglion

Spinalnerv mit

Ramus ventalis (zieht mit den Rippen um den Brustraum)

Ganglion des sympathischen Grenzstranges

Knochen der Wirbelsäule

Spatium epidurale mit Fett und Blutgefäßen

Harte Rückenmarkhaut (Durasack)

Spatium subdurale

Spinnwebhaut

Weiche Rückenmarkhaut (Pia)

Umhüllung der peripheren Nerven

4 Einteilung der

Hirnabschnitte

Die Einteilung der Hirnabschnitte erfolgt nach Lage im Schädel, nach dem Aussehen oder nach Gesichtspunkten aus der Hirnentwicklung. Leider werden die einzelnen Gesichtspunkte miteinander vermischt. Die folgende Tabel- le stellt eine Übersicht der wichtigen Begriffe dar.

I Prosencephalon 1. Telencephalon (Vorderhirn, (Endhirn, Großhirn) liegt im Schädel 2. Diencephalon vorn) (Zwischenhirn)

II Mesencephalon 3. Mesencephalon (Mittelhirn (Mittelhirn) liegt in der Mitte)

III Rhombencephalon Metencephalon (Hinterhirn) (Rautenhirn, gliedert sich in sieht rhomben- 4. Pons und artig aus) 5. Cerebellum (Kleinhirn)

  1. Myelencephalon (Nachhirn, verlängertes Mark = Medulla oblongata)

Neuroanatomie für Medizinstudenten 12