Textinterpretation zu Botho Strauß' "Mikado", Übungen von Deutsch

eine Interpretation des Textes "Mikado" von Botho Strauß nach drei Operatoren: Den Pott kurz wiedergeben; die Frauen vergleichend charakterisieren; das Verhalten des Mannes erklären; den Titel im Zusammenhang mit der Beziehung zwischen dem Mann und der Frau deuten.

Art: Übungen

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Textinterpretation von Botho Strauß´ „Mikado
„Mikado“ wurde 2006 in der gleichnamigen Sammlung von Kurzerzählungen. Die
Kalendergeschichte von Botho Strauß vergleicht die ständige Bewegung mit dem Stillstand,
und wie sie im Leben vorkomme.
Einem Fabrikanten wird auf einer Messe die Ehefrau entführt. Gegen ein hohes Lösegeld
wird ihm eine Frau retour gebracht, er hält diese aber nicht für die richtige Frau. Doch,
obwohl der Mann die Frau nicht wieder erkennt, bestätigt sie, indem sie sich an alte
Ereignisse erinnert, dass sie dieselbe Person ist, auch ein Freund bekräftigt den Fabrikanten
darin, dass es seine Frau sei. Um das tägliche Ritual des Mannes und der Frau fortzusetzten,
fordert die Frau den Mann zu einem Mikadospiel heraus. Der Abend nimmt für den Mann
mit der unruhigen Hand aber eine steile Wendung, die Frau gewinnt und zerbricht daraufhin
den ranghöchsten Stab, was in dem Mann eine enorme Wut auslöst.
Der personale Erzähler, der die Geschichte aus Sicht des Fabrikanten schreibt und dessen
Gefühle kennt, differenziert zwischen zwei Frauen. Der alten Frau vor der Entführung und
der neuen Frau danach. Die neue Frau wird in Z.9-Z.11 als hübsch, ungezwungen, wachsam,
schlagfertig und geistesgegenwertig bezeichnet. So bekommt der Leser oder die Leserin den
Eindruck einer jungen, dynamischen und unabhängigen Frau. Obwohl sie für den Mann als
Ablenkung in den schweren Tagen dient (Z.25), wird sie, sehr positiv, als eine „helle und
muntere Person“ (Z.23) beschrieben. Mit der Alliteration, bestehend aus drei Wörtern „die
Schläuche geflickt, die Felgen geputzt und die Pedale eingeölt“ (Vgl. Z.31.32) wird ein Bild
von der „patenten“ (Z.44) Fahrradflickerin (Z.34) gemalt. Sprachlichen schwenken die
Begriffe aber vom Positiven ins Negative, in Z.85 ist die neue Frau schon der hübsche runde
Schuldenberg.
Hingegen benennt der Autor die alte Frau als die Gelehrte und wiederholt diesen Ausdruck
auch oft (Z.33, Z.43, Z.91, Z.104). Der Mann stellt sich vor, dass die Frau während der
Gefangenschaft ohne Bücher in einem Kellerloch verharren musste (Z.89-Z.91). Die alte Frau
wirkt statischer im Vergleich zu der neuen, da diese aus dem sich immer wiederholenden
Alltag in Form eines Mikadospiels ausbrach.
Der Mann scheint eine sehr statische Person zu sein, da in Z.75-Z.80 sein Gedanke offenbart
wird, bei dem er die Veränderung anderer Menschen beklagte, während er diese
Entwicklung nicht bekommen habe. Als Polizeibeamten eine Frau zu ihm brachten, die er
nicht wiedererkannte wird er als tatsächlich verwirrt beschrieben (Z.20). Nachdem er der
Frau beim Flicken des Fahrrads zugesehen hatte, spekulierte er über die gemeinsame
Zukunft (Z.36-38). Durch „entwaffnende Unbeholfenheit“ (Vgl. Z.48) wird dem Leser oder
der Leserin die Situation des Fabrikanten geschildert, und wie dieser sich fühlt. „Aufhören!
Schluß [sic!] mit dem Falschspiel“, diesen direkten Ausruf tätigte der Fabrikant, nachdem die
neue Frau eine alte Geschichte erzählte. In Z.95-Z.98 wird klar gemacht, dass der Mann sich
nicht entscheiden kann, ob er überhaupt die Wahrheit über seine Frau wissen will, dieser
Konflikt spiegelt zugleich den Konflikt, zwischen Bewegung und Stillstand, um den es sich in
dem Text allgemein handelt. Nachdem der Mann mit seiner unruhigen Hand keine Punkte im
Mikadospiel erreichen konnte und seine Frau den ranghöchsten Stab zerbrach, wird
geschildert, wie der Mann den Mikadostab umklammerte und sich vorstellte, wie er mit ihm
als Waffe der Frau große Verletzungen zufügen könnte, das wird deutlich als er „mit der
unruhigen Hand zitternd einen Stab ergriff und ihn wie einen Spieß umklammerte“ (Vgl.
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Textinterpretation von Botho Strauß´ „Mikado“

„Mikado“ wurde 2006 in der gleichnamigen Sammlung von Kurzerzählungen. Die Kalendergeschichte von Botho Strauß vergleicht die ständige Bewegung mit dem Stillstand, und wie sie im Leben vorkomme. Einem Fabrikanten wird auf einer Messe die Ehefrau entführt. Gegen ein hohes Lösegeld wird ihm eine Frau retour gebracht, er hält diese aber nicht für die richtige Frau. Doch, obwohl der Mann die Frau nicht wieder erkennt, bestätigt sie, indem sie sich an alte Ereignisse erinnert, dass sie dieselbe Person ist, auch ein Freund bekräftigt den Fabrikanten darin, dass es seine Frau sei. Um das tägliche Ritual des Mannes und der Frau fortzusetzten, fordert die Frau den Mann zu einem Mikadospiel heraus. Der Abend nimmt für den Mann mit der unruhigen Hand aber eine steile Wendung, die Frau gewinnt und zerbricht daraufhin den ranghöchsten Stab, was in dem Mann eine enorme Wut auslöst. Der personale Erzähler, der die Geschichte aus Sicht des Fabrikanten schreibt und dessen Gefühle kennt, differenziert zwischen zwei Frauen. Der alten Frau vor der Entführung und der neuen Frau danach. Die neue Frau wird in Z.9-Z.11 als hübsch, ungezwungen, wachsam, schlagfertig und geistesgegenwertig bezeichnet. So bekommt der Leser oder die Leserin den Eindruck einer jungen, dynamischen und unabhängigen Frau. Obwohl sie für den Mann als Ablenkung in den schweren Tagen dient (Z.25), wird sie, sehr positiv, als eine „helle und muntere Person“ (Z.23) beschrieben. Mit der Alliteration, bestehend aus drei Wörtern „die Schläuche geflickt, die Felgen geputzt und die Pedale eingeölt“ (Vgl. Z.31.32) wird ein Bild von der „patenten“ (Z.44) Fahrradflickerin (Z.34) gemalt. Sprachlichen schwenken die Begriffe aber vom Positiven ins Negative, in Z.85 ist die neue Frau schon der hübsche runde Schuldenberg. Hingegen benennt der Autor die alte Frau als die Gelehrte und wiederholt diesen Ausdruck auch oft (Z.33, Z.43, Z.91, Z.104). Der Mann stellt sich vor, dass die Frau während der Gefangenschaft ohne Bücher in einem Kellerloch verharren musste (Z.89-Z.91). Die alte Frau wirkt statischer im Vergleich zu der neuen, da diese aus dem sich immer wiederholenden Alltag in Form eines Mikadospiels ausbrach. Der Mann scheint eine sehr statische Person zu sein, da in Z.75-Z.80 sein Gedanke offenbart wird, bei dem er die Veränderung anderer Menschen beklagte, während er diese Entwicklung nicht bekommen habe. Als Polizeibeamten eine Frau zu ihm brachten, die er nicht wiedererkannte wird er als tatsächlich verwirrt beschrieben (Z.20). Nachdem er der Frau beim Flicken des Fahrrads zugesehen hatte, spekulierte er über die gemeinsame Zukunft (Z.36-38). Durch „entwaffnende Unbeholfenheit“ (Vgl. Z.48) wird dem Leser oder der Leserin die Situation des Fabrikanten geschildert, und wie dieser sich fühlt. „Aufhören! Schluß [sic!] mit dem Falschspiel“, diesen direkten Ausruf tätigte der Fabrikant, nachdem die neue Frau eine alte Geschichte erzählte. In Z.95-Z.98 wird klar gemacht, dass der Mann sich nicht entscheiden kann, ob er überhaupt die Wahrheit über seine Frau wissen will, dieser Konflikt spiegelt zugleich den Konflikt, zwischen Bewegung und Stillstand, um den es sich in dem Text allgemein handelt. Nachdem der Mann mit seiner unruhigen Hand keine Punkte im Mikadospiel erreichen konnte und seine Frau den ranghöchsten Stab zerbrach, wird geschildert, wie der Mann den Mikadostab umklammerte und sich vorstellte, wie er mit ihm als Waffe der Frau große Verletzungen zufügen könnte, das wird deutlich als er „mit der unruhigen Hand zitternd einen Stab ergriff und ihn wie einen Spieß umklammerte“ (Vgl.

Z.124-Z.126. Auch mit der Alliteration: „gestoßen und gestochen“ (Z.130), wird die Wut des Mannes deutlich. Der Mann ist wie ein starres Objekt aus Beton, das unbeweglich und stabil, wie ein Haufen aus Mikadostäben daliegt. Wenn niemand probiert, einen Stab aus dem Haufen zu ziehen, verharrt diese Skulptur ewig. Die alte Frau war ähnlich, sie bewegte nie einen Stab, also änderte sie den Mann nie. Der bis dato so stabile Haufen bekommt nun Veränderung von der neuen Frau, was sich auf den restlichen Haufen auswirkt. Dies kann, wie bei einem Mikadospiel eine Kettenreaktion mit sich bringen. Deshalb entstand der Konflikt, mit dem der Mann nicht umgehen kann.