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Die Geburt von Venus, original : la nascita di Venere, zählt zu den berühmtesten Werken des Malers und Zeichners Sandro Boticelli, der zwischen 1446 und 1510 lebte. Dies ist ein ziemlich grossformatiges Gemälde, denn es ist 172m x 278m gross. Das Bild ist entstanden zwischen 1484 und 1486, was in die Zeit der Hochrenaissance fällt. Gemalt wurde es mit Tempera, das ist etwas ähnliches wie Gouachfarbe, auf eine Leinwand. Das Bild zeigt kein christlich religiöses Motiv, sondern ein Motiv der klassischen Mythologie. Es thematisiert die Geburt der Venus, der Göttin der Liebe und Schönheit. Dies ist typisch für die Frührenaissance, den in dieser Zeit gewannen griechische und römische Mythen bei den italienischen Künstlern an Beliebtheit. Bei diesem Werk handelt es sich um ein Auftragswerk. Man geht davon aus, dass entweder der Auftragsgeber selbst oder einer seiner gelehrten Freunde, Boticelli die damals sehr beliebte Geschichte der Geburt der Venus aus dem Schaum des Meeres, erzählte. Diese Geschichte versinnbildlichte damals das Mysterium, wie Gott die Schönheit in die Welt brachte. Das Bild stellt die Szene dar, wie der Windgott Zephyr und seine Gattin Aura, begleitet von einem Rosenregen, die Göttin ans Ufer treiben. Also genau genommen, stimmt der Titel des Bildes gar nicht mit der abgebildeten Situation überein. Venus steht im Zentrum des Bildes im klassischen Kontrapost auf einer Muschel, ein Symbol der Fruchtbarkeit, am Ufer des Meeres. Ihre Brüste bedeckt sie mit der linken Hand und ihren Intimbereich deckt die mit der rechten Hand, in der sie gleichzeitig ihr aussergewöhnlich langes, goldenes Haar hält. Es wird darüber spekuliert, dass er ein Modell für diese bildhübsche Darstellung gehabt haben könnte – möglicherweise die jung verstorbene Simonetta Vespucci, die von seinem Auftragsgeber Lorenzo de’ Medicis Bruder Giuliano verehrt wurde. Obwohl sie nackt dargestellt ist, ist die Göttin nicht nur ein Symbol der körperlichen Liebe, sondern vor allem der geistigen Liebe. Der linke Fuss ist nur leicht auf dem Schalenrand abgestüzt, was ihr baldiges Heraustreten ankündigen könnte. Auf ihrer linken Seite am Ufer steht eine Hore. Dies ist eine Göttin der Jahreszeiten, welche zu den Begleitern der Venus gehören. Sie hält der nackten Venus ein schönes rosarotes Purpurkleid entgegen, welches wie ihr eigenes mit vielen Blumen beschmückt ist. Damit könnte er den
Frühling symbolisiert haben, was auch zum Thema der Geburt passen würde. Umrahmt sind die Figuren von einer malerischen Kulisse. Boticellis Venus ist so schön dargestellt, dass der unnatürlich lange Hals und die steil hängenden Schultern auf den ersten Blick kaum auffallen. Vielmehr tragen diese künstlerischen Freiheiten zur Schönheit und Harmonie des Bildes bei. Symbolisiert: Liebe und Schönheit: Venus ist die Göttin der Liebe und Schönheit. Ihre Geburt aus dem Meer symbolisiert die Entstehung der Schönheit und Anmut aus dem formlosen Chaos. Sie verkörpert die ideale Schönheit und die Liebe, die aus dem Nichts entsteht. Frühling und Erneuerung: Die Umgebung, in der Venus dargestellt wird, mit blühenden Blumen und sanften Winden, deutet zusätzlich auf den Frühling hin, der als Jahreszeit der Geburt und Erneuerung steht. Daraus könnte Venus als Quele neuen Lebens und neuer Schönheit gesehen werden. Humanistische Werte: In der Renaissance erlebte die Wiederentdeckung der antiken Mythologie eine Wiederbelebung humanistischer Werte. Botticellis Venus steht im Einklang mit den Idealen der Renaissance, die den menschlichen Körper und die menschliche Schönheit feierten.