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Der Expressionismus war eine europäische Kunstrichtung um 1910-1925, die alle Kunstbereiche umfasste. Zentren waren Berlin, Leipzig u.a. Expressionisten protestierten gegen Autoritätsstrukturen, wilhelminisches Bürgertum und Industrialisierung. Sie sahen die Großstadt als Ort Verfalls und Rebellion. In der Literatur finden sich unvollständige Sätze, starke Ausdrücke und neue Wörter. Expressionismus hatte zwei Phasen: Früh- und Spätexpressionismus.
Tipologia: Appunti
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DER EXPRESSIONISMUS | Caruso Anna 5BL DER EXPRESSIONISMUS (ca. 1910-1925) Der Expressionismus entstand in Deutschland und wurde bald eine europäische Kunstrichtung, die alle Bereiche der Kunst umfasste (Malerei, Literatur, Musik, Film und Tanz). Die Zentren des Expressionismus waren Berlin, Leipzig, Prag, Wien, Heidelberg, München. In der Literatur protestierten die Expressionisten gegen die traditionellen Autoritätsstrukturen, gegen das wilhelminische Bürgertum (mit seiner opportunistischer und heuchlerischer Mentalität). Das war eine Rebellion der Söhne gegen die Väter, ein Protest gegen die Vergangenheit und die Regeln. Die Expressionisten kritisierten auch die schnelle Industrialisierung : Sie basierte auf Ausbeutung der Arbeiter und Zerstörung der Natur und führte zur Mechanisierung des Lebens und zu unmenschlichen Lebensbedingungen. So für die jungen Expressionisten hatte die Großstadt ein doppeltes Gesicht, einerseits war sie Ort des Verfalls und der moralischen Dekadenz, andererseits Ort der Vergnügungen, Lüste und Abendteuer. Das Leben in der Großstadt ist dynamisch aber auch anonym, unmenschlich und gefährlich geworden. Sie inspirierte sowohl Begeisterung als auch Verzweiflung; sie repräsentierte Zerstörung und Erneuerung, die zwei Seiten der Modernität. Der Protest zeigt sich auch in der Form und in der Sprache : Unvollständige Sätze, eine zerrissene Syntax, starke Ausdrücke charakterisieren die Literatur. Aktivismus, Rebellion, Intensität des Gefühls findet man schon in den Titeln der expressionistischen Zeitschriften : „Der Sturm“, „Die Aktion“, „Das neue Pathos“, „Revolution“. Nach Hitlers Machergreifung 1933 verlor die expressionistische Kunst ihr Lebensrecht in Deutschland und später wurden die expressionistischen literarischen Werke verbrannt. FRÜHEXPRESSIONISMUS Die erste Phase liegt in der Vorkriegs- und in der Kriegszeit. Die Expressionisten fühlten gegenüber ihrer Welt Angst und Entfremdung. Neben Bildern von Verzweiflung, Krieg und Weltende , beschrieben sie auch andere von Revolution und Hoffnung. Die erste Phase ist von der Lyrik geprägt. Hauptthemen sind: Einsamkeit, Leere, Ziellosigkeit des Lebens, Gewalt des Kriegs, Generationskonflikt, Unmenschlichkeit der Großstadt, Sehnsucht nach einer besseren Welt. Form : Oft beachten die Dichter die Grammatik nicht, verzichten auf Satzzeichen, bilden neue Wörter, komprimieren den Vers auf ein einziges Wort. Hauptvertreter sind : Benn, Heym, Stadler, Lasker-Schüler und in Österreich : Trakl, Werfel. SPÄTEXPRESSIONISMUS Die Dichter der zweiten Phase sind nach dem Krieg tätig. Sie hoffen auf eine soziale Erneuerung, sind optimistischer und oft politisch engagiert (die meisten im Sozialismus ). Bevorzugte Gattungen sind Prosa und Drama. Hauptthemen sind: Vater-Sohn Konflikt, Gesellschaftskritik, Brüderlichkeit und Pazifismus. Form : Die neue Sprache ist der „Schrei“ oder der „Telegrammstil“. Die Sätze sind kurz, oft ohne Artikel, Konjunktionen und Adverbien. Hauptvertreter sind : Kaiser, Toller, Wedekind und in Österreich : der Maler Kokoschka. Der nackte Mensch : Im Mittelpunkt des Expressionismus steht der “nackte Mensch“, denn der Mensch hat keinen Namen , keine Persönlichkeit. Industrialisierung und Militarismus haben ihn zu einer mechanischen Puppe reduziert.