Expressionismus - Definition/Grundgedanken, Skripte von Kunst

Expressionismus: Definition, Form, Farbe und Licht, Themen

Art: Skripte

2019/2020

Hochgeladen am 09.04.2020

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Expressionismus
Definition/
Grundgedanken
Vorbilder
Zeitgeschichtlicher
Hintergrund
Form
Farbe und Licht
Komposition
Raumdarstellung
Expression bedeutet Ausdruck, Expressionismus ist somit Ausdrucks-
kunst mit dem Ziel der Ausdruckssteigerung. Den Begriff gibt es auch
in der Literatur, im Theater und in der Musik.
Die Expressionisten streben nicht nach naturgetreuer Wiedergabe
der Dinge. Statt die Welt in ihrer flüchtigen, oberflächlichen Erschei-
nung einzufangen, versuchen sie, emotionale Wirkungen hervorzu-
rufen und das innere Wesen der Motive wie ihr eigenes seelisches
Erleben vor dem Motiv zum Ausdruck zu bringen.
Eine dem deutschen Expressionismus mit seinen wichtigen Künstler-
gruppen Brücke und Blauer Reiter entsprechende Bewegung sind
die Fauves („Die Wilden“) in Frankreich.
Die Wurzeln des Expressionismus liegen im späten 19. Jahrhundert,
bei Malern wie Vincent van Gogh und Paul Gauguin, die ihr bürger-
liches Leben aufgegeben und in der Malerei nach einer Ausdrucks-
steigerung von Form und Farbe gesucht haben.
Weitere Vorbilder sind die Kunstäußerungen von Naturvölkern und
Kindern, da diese ihre Gefühle nicht - so die Ansicht der Expressionis-
ten - wie die sog. zivilisierte Menschheit unterdrücken, sondern frei
und unverfälscht zum Ausdruck bringen.
Die schwierige Situation vor, während und nach dem Ersten Welt-
krieg löst bei vielen Menschen in Deutschland eine innere Krise aus.
Die Begeisterung am technischen Fortschritt verfliegt. Viele leiden
an der Verlogenheit, dem Chaos und der Sinnlosigkeit des moder-
nen Lebens - vor allem in der Großstadt -, das zur Vermassung und
zur Vereinsamung des Individuums führt.
Die Steigerung des Ausdrucks wird durch die Reduzierung der Linien
und Flächen auf das Wesentliche erreicht. Die Formen erscheinen
bei einigen Expressionisten, z. B. bei den Malern der „Brücke“ grob,
verzerrt und übertrieben. Andere, wie viele Künstler des „Blauen
Reiter“, harmonisieren und vereinfachen die Formen und bevorzu-
gen eine geschwungene Linienführung.
Die Farbe ist das wichtigste Ausdrucksmittel der Expressionisten. Der
spontane, ungestüme Farbauftrag lässt keine Details zu. Eine plasti-
sche Wirkung der Gegenstände fehlt häufig, da die Farben ohne
Modellierung benutzt werden. Die Farben werden oft großflächig in
ungebrochenen Farbtönen aufgetragen. Dabei kommt es nicht auf
die Lokal- oder Erscheinungsfarbe, sondern auf die Ausdrucksfarbe
an. Die Intensität der Farben wird durch starke Kontraste (hell-dun-
kel, warm-kalt, leuchtend-getrübt, komplementär) gesteigert.
Die Künstler verwenden die traditionellen Mittel (Senkrechte/Waag-
rechte/geschlossene Form bzw. Diagonale/offene Form) zum Aus-
druck von Ruhe bzw. Dynamik.
Die klassischen Mittel der Perspektive werden aufgegeben zugunsten
einer ausdrucksstarken flächigen Wirkung aufgegeben. Die Perspek-
tive wird verzerrt - v. a. im norddeutschen Expressionismus -, um
besonders enge, ineinandergeschobene Räume mit entsprechend
beengter Wirkung darzustellen.
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Expressionismus

Definition/ Grundgedanken

Vorbilder

Zeitgeschichtlicher Hintergrund

Form

Farbe und Licht

Komposition

Raumdarstellung

Expression bedeutet Ausdruck, Expressionismus ist somit Ausdrucks- kunst mit dem Ziel der Ausdruckssteigerung. Den Begriff gibt es auch in der Literatur, im Theater und in der Musik. Die Expressionisten streben nicht nach naturgetreuer Wiedergabe der Dinge. Statt die Welt in ihrer flüchtigen, oberflächlichen Erschei- nung einzufangen, versuchen sie, emotionale Wirkungen hervorzu- rufen und das innere Wesen der Motive wie ihr eigenes seelisches Erleben vor dem Motiv zum Ausdruck zu bringen. Eine dem deutschen Expressionismus mit seinen wichtigen Künstler- gruppen Brücke und Blauer Reiter entsprechende Bewegung sind die Fauves („Die Wilden“) in Frankreich.

Die Wurzeln des Expressionismus liegen im späten 19. Jahrhundert, bei Malern wie Vincent van Gogh und Paul Gauguin, die ihr bürger- liches Leben aufgegeben und in der Malerei nach einer Ausdrucks- steigerung von Form und Farbe gesucht haben. Weitere Vorbilder sind die Kunstäußerungen von Naturvölkern und Kindern, da diese ihre Gefühle nicht - so die Ansicht der Expressionis- ten - wie die sog. zivilisierte Menschheit unterdrücken, sondern frei und unverfälscht zum Ausdruck bringen.

Die schwierige Situation vor, während und nach dem Ersten Welt- krieg löst bei vielen Menschen in Deutschland eine innere Krise aus. Die Begeisterung am technischen Fortschritt verfliegt. Viele leiden an der Verlogenheit, dem Chaos und der Sinnlosigkeit des moder- nen Lebens - vor allem in der Großstadt -, das zur Vermassung und zur Vereinsamung des Individuums führt.

Die Steigerung des Ausdrucks wird durch die Reduzierung der Linien und Flächen auf das Wesentliche erreicht. Die Formen erscheinen bei einigen Expressionisten, z. B. bei den Malern der „Brücke“ grob, verzerrt und übertrieben. Andere, wie viele Künstler des „Blauen Reiter“, harmonisieren und vereinfachen die Formen und bevorzu- gen eine geschwungene Linienführung.

Die Farbe ist das wichtigste Ausdrucksmittel der Expressionisten. Der spontane, ungestüme Farbauftrag lässt keine Details zu. Eine plasti- sche Wirkung der Gegenstände fehlt häufig, da die Farben ohne Modellierung benutzt werden. Die Farben werden oft großflächig in ungebrochenen Farbtönen aufgetragen. Dabei kommt es nicht auf die Lokal- oder Erscheinungsfarbe, sondern auf die Ausdrucksfarbe an. Die Intensität der Farben wird durch starke Kontraste (hell-dun- kel, warm-kalt, leuchtend-getrübt, komplementär) gesteigert.

Die Künstler verwenden die traditionellen Mittel (Senkrechte/Waag- rechte/geschlossene Form bzw. Diagonale/offene Form) zum Aus- druck von Ruhe bzw. Dynamik.

Die klassischen Mittel der Perspektive werden aufgegeben zugunsten einer ausdrucksstarken flächigen Wirkung aufgegeben. Die Perspek- tive wird verzerrt - v. a. im norddeutschen Expressionismus -, um besonders enge, ineinandergeschobene Räume mit entsprechend beengter Wirkung darzustellen.

Künstler- gemeinschaften

Die Brücke

Themen

Künstler und Werke

Der Blaue Reiter

Themen

Künstler und Werke

1905 gründen in Dresden junge Architekturstudenten - Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff und Bleyl (der bereits 1907 wieder austritt und als Dozent und Architekt tätig bleibt) - die Künstlervereinigung „Die Brücke“. Später schließen sich Müller, Nolde und Pechstein an, die aber der Gruppe weniger stark verbunden sind. Die Künstler ar- beiten eng zusammen und entwickeln einen unverwechselbaren „Brücke“-Stil. Dazu gehört neben dem Einsatz einer kontrastreichen Farbigkeit und der Verwendung von schroffen, kantigen Formen die Wiederentdeckung des Holzschnitts, einer druckgrafischen Technik, die flächige und ausdrucksstarke Wirkungen ermöglicht.

Häufiges Thema ist die Großstadt in ihren verschiedenen, meist ne- gativ gedeuteten Facetten: ihre Anonymität, die Falschheit der Ge- sellschaft, ihre Außenseiter, die Einsamkeit, die Gewalt. Hässliches in Form von verzerrten Grimassen, Sucht, Krankheit und Tod wird scho- nungslos zur Schau gestellt. Im Gegensatz dazu werden Menschen in Aktdarstellung in freier Natur gemalt.

Ernst Ludwig Kirchner Potsdamer Platz, 1914 Erich Heckel Der Dorfteich, 1910 Karl Schmidt-Rottluff Selbstbildnis, 1928 Fritz Bleyl Das Segel, 1905 Otto Müller Badende, 1911 Emil Nolde Palmen am Meer, 1914 Max Pechstein Akte im Freien, 1911

Diese Künstlergruppe entsteht 1911 in München. Die Stile der einzel- nen Künstler sind unterschiedlicher als innerhalb der „Brücke“. Ein verbindendes Element ist allerdings der Versuch, einen harmonischen Gesamtklang der Farbe zu entwickeln. Die Bilder sind weniger sozial- kritisch, sondern philosophisch geprägt und setzen sich mit dem Wesen des Menschen und der Natur auseinander. Der Kunst wird eine fast religiöse Aufgabe zugedacht, indem sie zum inneren We- sen der Dinge vordringt. Aus dieser Auffassung heraus entwickelt sich die abstrakte Kunst.

Häufig werden Landschaften und in Einklang mit der Natur lebende Menschen und Tiere dargestellt, auch Stillleben und Porträts gehö- ren zu ihren Themen.

Franz Marc Zwei Katzen, blau und gelb, 1912 Wassily Kandinsky Improvisation/Klamm, 1914 Gabriele Münter Winterlandschaft bei Murnau, 1909 Paul Klee Villa R, 1919 August Macke Vor dem Hutladen, 1914