Instrumentelle Analytik AFS, Mitschriften von Instrumentelle Analytik

Vibronische Relaxation R , VR. (Schwingungsrelaxation. Fluoreszenzfähigkeit und Molekülstruktur. Konkurrenzprozesse: IC zum Grundzustand und ISC zum ...

Art: Mitschriften

2021/2022

Hochgeladen am 27.06.2022

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Instrumentelle Analytik AFS - Fluorimetrie Seite
N101_Emission_Fluorimetrie2_a_BAneu.doc - 1/10
2.6 Fluorimetrie und Phosphorimetrie
AES: Thermische Anregung der Atome
Fluorimetrie: Anregung der Atome oder Moleküle durch Strahlungsabsorption.
(Linienstrahler: HKL, Laser; Kontinuumstrahler: Xe- oder Hg(Xe)-Hochdrucklampe)
Proben: gasförmig (z.B. Atome im Plasma)
flüssig (z.B. Moleküle in Lösung)
fest
2.6.0 Atom-Fluoreszenz-Spektrometrie AFS
Im Unterschied zur AES erfolgt bei der Atom-Fluoreszenz-Spektrometrie AFS die Anregung der
Atome optisch mit Hilfe von:
HKL (schmalbandige Einstrahlung und Absorption elementspezifischer Wellenlängen)
Xenonhochdrucklampe (spektral gefilterter Kontinuumstrahler)
Laser (z.B. auf eine Absorptionswellenlänge abgestimmte Farbstofflaser)
Messprinzip eines AF-Spektrometers
Probe wird in heißer Flamme (ICP)
atomisiert. Die Atome befinden sich
in der Flamme überwiegend im
Grundzustand (Boltzmannfaktor).
Resonanzabsorption der schmalbandigen
Anregungsstrahlung entsprechend
hf = WAbsorption ,
d.h. die Anregungswellenlänge wird auf
einen Absorptionsübergang abgestimmt.
Unter Emission der Anregungsenergie
oder Teilen davon in Form von
Fluoreszenzlicht kehren die Atome in
den Grundzustand oder einen niedrigeren
Anregungszustand zurück.
Die Wellenlänge des emittierten Fluoreszenzlichtes ist charakteristisch für die Atomsorte
und wird mit Hilfe eines Filters bzw. Monochromators isoliert und mit einem
geeigneten Detektor gemessen.
Der Monochromator beseitigt dabei störende Fluoreszenz bei anderen Wellenlängen.
Um die störende Eigenemission der Flamme zu eliminieren, moduliert man die
Anregungsstrahlung. Damit wird vom Detektor nur das Fluoreszenzlicht registriert,
das durch die Anregungsstrahlung hervorgerufen wird (Lock-In-Verstärker).
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N101_Emission_Fluorimetrie2_a_BAneu.doc - 1/

2.6 Fluorimetrie und Phosphorimetrie

AES: Thermische Anregung der Atome

Fluorimetrie: Anregung der Atome oder Moleküle durch Strahlungsabsorption. (Linienstrahler: HKL, Laser; Kontinuumstrahler: Xe- oder Hg(Xe)-Hochdrucklampe)

Proben: gasförmig (z.B. Atome im Plasma) flüssig (z.B. Moleküle in Lösung) fest

2.6.0 Atom-Fluoreszenz-Spektrometrie AFS

Im Unterschied zur AES erfolgt bei der Atom-Fluoreszenz-Spektrometrie AFS die Anregung der Atome optisch mit Hilfe von:

  • HKL (schmalbandige Einstrahlung und Absorption elementspezifischer Wellenlängen)
  • Xenonhochdrucklampe (spektral gefilterter Kontinuumstrahler)
  • Laser (z.B. auf eine Absorptionswellenlänge abgestimmte Farbstofflaser)

Messprinzip eines AF-Spektrometers

  • Probe wird in heißer Flamme (ICP) atomisiert. Die Atome befinden sich in der Flamme überwiegend im Grundzustand (Boltzmannfaktor).
  • Resonanzabsorption der schmalbandigen Anregungsstrahlung entsprechend hf =  W Absorption , d.h. die Anregungswellenlänge wird auf einen Absorptionsübergang abgestimmt.
  • Unter Emission der Anregungsenergie oder Teilen davon in Form von Fluoreszenzlicht kehren die Atome in den Grundzustand oder einen niedrigeren Anregungszustand zurück.
  • Die Wellenlänge des emittierten Fluoreszenzlichtes ist charakteristisch für die Atomsorte und wird mit Hilfe eines Filters bzw. Monochromators isoliert und mit einem geeigneten Detektor gemessen.
  • Der Monochromator beseitigt dabei störende Fluoreszenz bei anderen Wellenlängen.
  • Um die störende Eigenemission der Flamme zu eliminieren, moduliert man die Anregungsstrahlung. Damit wird vom Detektor nur das Fluoreszenzlicht registriert, das durch die Anregungsstrahlung hervorgerufen wird (Lock-In-Verstärker).

N101_Emission_Fluorimetrie2_a_BAneu.doc - 2/

Arten der Atomfluoreszenz

Man unterscheidet verschiedene Arten von Atomfluoreszenz:

  1. Resonanzfluoreszenz (Fluoreszenzstrahlung besitzt die gleiche Wellenlänge wie die absorbierte Strahlung)
  2. Thermisch unterstützte Resonanzfluoreszenz
  3. Direktlinienfluoreszenz (Fluoreszenz bei größeren Wellenlängen, als es der absorbierten Strahlung entspricht). Beispiel: Thallium Anregungswellenlänge 377,6 nm; Fluoreszenz 535,0 nm in metastabilen Zustand
  4. Stufenweise Fluoreszenz (Das in einen höheren Zustand angeregte Atom geht zunächst durch Deaktivierung in den ersten angeregten Zustand über). Beispiel: Natrium Anregungswellenlänge 330,3 nm (3^2 S1/2  42 P3/2 ); Fluoreszenz 589,0 nm (3^2 P3/2  32 S1/2 )
  5. Thermisch unterstützte Anti-Stokes-Fluoreszenz
  6. Thermisch unterstützte Direktlinien-Fluoreszenz
  7. Thermisch unterstützte stufenweise Anti-Stokes-Fluoreszenz

Bedeutung der AFS

  • AFS ist eine Emissionsmethode  hoher Dynamikbereich bis zu 5 Zehnerpotenzen. Daher: Erweiterung des Arbeitsbereichs z.B. bei der Quecksilberbestimmung mit Kaltdampf-AAS durch die Kaltdampf-AFS.
  • Die strengsten Normen für die Quecksilberbestimmung in den USA und Europa basieren auf der Methode der Atomfluoreszenz.
    • Für die USA wurde mit der EPA Methode 1631 „Mercury in Water by Oxidation, and Cold Vapor Atomic Fluorescene Spectrometry” eine Bestimmungsgrenze von 0,5 ng/l bei einer Nachweisgrenze von 0,2 ng/l festgeschrieben.
    • Für Europa gilt die CEN TC 230, die auf Trinkwasser, Oberflächenwasser, Grund- und Regenwasser anwendbar ist. Der Arbeitsbereich hier liegt von 1 ng/l bis 100 ng/l und die dazugehörige Verfahrensnachweisgrenze bei < 1 ng/l..

N101_Emission_Fluorimetrie2_a_BAneu.doc - 4/

Entstehung des Fluoreszenzsignals (nach  Franck-Condon-Prinzip)

Kasha-Regel :

Fluoreszenz geht nur vom relaxierten (= schwingunslosen) S 1 - Zustand aus.

Ungefähre Spiegelsymmetrie zwischen Absorptionsspektrum (Anregung) und Fluoreszenzspektrum (Emission)

Ursache: Franck-Condon Prinzip, Schwingungsrelaxation im ps-Bereich, Fluoreszenz im ns-Bereich

Potentialdiagramm, Franck-Condon Prinzip

N101_Emission_Fluorimetrie2_a_BAneu.doc - 5/

Prozesse bei der Photolumineszenz (Übersicht nach Jablonskischema)

  • Absorption A (S 0  Sn )
  • Fluoreszenz (S 1  S 0 )
  • Phosphoreszenz P (T 1  S 0 strahlend))
  • Interne Conversion IC (S 1  S 0 )
  • Intersystem Crossing ISC (S 1  T 1 )
  • Vibronische Relaxation R , VR (Schwingungsrelaxation

Fluoreszenzfähigkeit und Molekülstruktur

Konkurrenzprozesse: IC zum Grundzustand und ISC zum Triplettzustand. Folglich ist die Fluoreszenzquantenausbeute groß, wenn Konkurrenzprozesse vergleichsweise langsam sind.

Starke Fluoreszenz: Starrer Molekülbau mit großen mesomeren Systemen und Doppelbindungen (kleine IC-Raten): Aromaten, kondensierte Aromaten, Heterocyclen, Carbonylverbindungen

Keine Fluoreszenz: Flexible Moleküle (sehr schnelle IC-Raten): Halogensubstituierte Substanzen (Jod) haben meist hohe ISC-Raten. Beispiel: Chininsulfat fluoresziert, Chininhydrochlorid fluoresziert nicht

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Messgeometrie:

a) Beobachtung unter 90° bei schwach absorbierenden Proben. Zusätzlich kann noch ein Hohlspiegel hinter der Probe angebracht werden.

b) Beobachtung in Re-Emission (z.B. 30°/60°) bei stark absorbierenden oder trüben Proben, sowie bei Feststoffen. Bei einem Einfallswinkel von 53° tritt kein störender Reflex auf (Brewster-Winkel für n H2O = 1,33).

Zwei unterschiedliche Messmodi

(Zunächst wird meist das Absorptions- spektrum gemessen.)

Anregungsspektrum Emissionsmonochromator: steht fest auf E

Emissionsintensität wird als Funktion der Anregungswellenlänge A registriert: A < E

Emissions/Fluoreszenzspektrum Anregungsmonochromator: steht fest auf A Emissionsintensität wird als Funktion der Emissionswellenlänge E registriert: E > A

Wichtig: Fluoreszenzanregungsspektrum gleicht dem Absorptionsspektrum unter folgenden Bedingungen:

  • Absorption der Probe muss hinreichend klein sein ( A < 0,01), damit die Zahl der absorbierten Quanten proportional zur Absorption ist.
  • Die Fluoreszenzquantenausbeute ist unabhängig von der Anregungswellenlänge (meist erfüllt).
  • Es sind keine absorbierenden Verunreinigungen vorhanden, die zur Fluoreszenz der Substanz beitragen! Wichtiges Reinheitskriterium! Anregungs- und Emissions- spektrum von Anthrazen

N101_Emission_Fluorimetrie2_a_BAneu.doc - 8/

Lösungsmittel

  • Ethanol, Isopropanol, Acetonitril, Wasser, Dioxan, Aceton, Cyklohexan, Pentan
  • hohe Reinheitsanforderungen: keine Eigenabsorption, keine Eigenfluoreszenz.

Störungen :

  • Quencheffekte (Fluoreszenzlöschung): z.B. gelöster Luftsauerstoff, polare Lösungsmittel oder Matrixbestandteile
  • Selbstabsorption bei zu hoher Konzentration (keine Linearität von Fluoreszenz und Konzentration).
  • spektrale Verschiebungen und Änderungen in der Fluoreszenzausbeute (besonders in polaren Lösungsmitteln und bei Änderung des ph-Wertes)

Vorteile der Fluoreszenzmessung

  • "Null-Methode"  Nachweisempfindlichkeit bis in den ppb-Bereich
  • hohe Selektivität und Spezifität (besser als bei Absorptionsmessung): Differenzierung bezüglich Anregung und Emissionswellenlänge möglich.
  • hohe Selektivität: wenige Substanzen zeigen Fluoreszenz Messung auch in Gegenwart anderer (nichtfluoreszierender) Stoffe

Quantenausbeute der Fluoreszenz und Phosphoreszenz für einige wichtige Verbindungen

 F Fluoreszenzquantenau sbeute

 P Phosphoreszenzquante nausbeute

N101_Emission_Fluorimetrie2_a_BAneu.doc - 10/

Fluorimetrische und phosphorimetrische Nachweisgrenzen

Verbindung Nachweisgrenze in μg/L

Fluorimetrie

  1. Aromatische Kohlenwasserstoffe Benzo[a]pyren Benzo [ghi]perylen Dibenz[a, c]anthracen 20 -Methyl-cholanthren

2 Aminosäuren Phenylalanin Tryptophan Tyrosin

  1. Alkaloide Cocain Strychnin Reserpin Chinin Tetrahydrocannibino
  1. Vitamine Folsäure Riboflavin Vitamin-A-Acetat

Phosphorimetrie

  1. Aromatische Kohlenwasserstoffe Phenanthren Coronen Triphenylen
  1. Aromatische Carbonylverbindungen Benzaldehyd Benzoesäure Anthrachinon Anthron
  1. Aminosäuren Phenylalanin Tryptophan Tyrosin
  1. Pharmazeutjka und Alkaloide Aspirin Phenacetin Atropin Cocain Codein Morphin Nicotin