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Aktuelles, auf Fakten basiertes Bild der Schweiz
Art: Skripte
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Kapitel 1 Gebiet, Bevölkerung, Kantone, Mehrsprachigkeit 1
In diesem Startkapitel geht es um Zahlen und Fakten zur geographischen Lage, Natur und Bevölkerung der Schweiz. Im Internet finden sich darüber unter anderem folgende, an Grundschüler adressierte Angaben:
Die Schweiz liegt in Mitteleuropa. Die Hauptstadt heißt Bern. Die Schweiz grenzt im Norden an Deutschland und im Süden an Italien, sowie im Westen an Frankreich und im Osten an Liechtenstein und Österreich. Die Schweiz hat 7,7 Millionen Einwohner und eine Größe von 41285 qkm. Die Hauptstadt ist Bern mit 127.000 Einwohnern. Die größten Städte sind: Zürich, Genf, Basel, Bern, Lausanne. In der Schweiz gibt es viele Berge. Die höchsten Berge sind das Matterhorn (4478 m) und die Dufourspitze (4634 m). Das Autokennzeichen ist CH. Die Schweizer essen gerne Käse, und da wird auch Käse hergestellt. Eine bekannte Spezialität ist Käsefondue. In der Schweiz werden vier Sprachen gesprochen: Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch. Die Währung ist der Schweizer Franken. Die Flagge ist ein weißes Kreuz mit rotem Hintergrund. Die Schweiz ist eingeteilt in Kantone.
1 Was wissen Sie bereits über die Schweiz? Wie denken Sie über Land und Leute? Notieren Sie zum Thema „Schweiz“ in Stichworten alles, was Ihnen spontan einfällt. Waren Sie schon mal in der Schweiz?
2 Die Schweiz hat bekanntlich sehr hohe Berge. Der Kabarettist Franz Hohler, der auch fließend Niederländisch kann, hat den höchsten Schweizer Berg, das Matterhorn, in einer skurrilen Geschichte in Verbindung gebracht mit einem niederländischen Touristikwahrzeichen: Den Tulpen. Die Story steht auf: www.kaninchen- net.ch/flurina/f_geschichte.html.
3 Lesen Sie im Internet Franz Hohlers Geschichte über die Schweizer Berge. Suchen Sie anschließend – www.youtube.com bietet viele Hohler-Fragmente - einen Mitschnitt eines Hohler-Programms (zum Beispiel „Das große Buch“). Diskutieren Sie im Plenum, wie Hohler Ihnen gefällt. Überlegen Sie zusätzlich, ob Texte von ihm im Deutschunterricht brauchbar wären.
4 Wo in der Schweiz liegen das Matterhorn und die Dufourspitze? Schlagen Sie in einem Atlas nach, oder recherchieren Sie im Internet. Suchen Sie zusätzlich noch zwei
Kapitel 1 Gebiet, Bevölkerung, Kantone, Mehrsprachigkeit 2
weitere hohe Berge. Notieren Sie auch die Namen von mindestens zwei Flüssen und zwei großen Seen. Suchen Sie eine Karte mit den Umrissen der Schweiz und tragen Sie ein, was Sie gefunden haben.
5 Wie gut kennen Sie die Schweiz bereits? Im Internet finden Sie mehrere Quiz. Machen Sie zum Beispiel das Quiz auf www.testedich.de. Suchen Sie noch zwei weitere Schweiz- Quiz. Sind Ihrer Meinung nach diese Quiz auch in der Schule einsetzbar?
6 Seit 1986 sendet DRS 3 wöchentlich das Programm „CH Special“, das der Schweizer Pop- und Rockszene gewidmet ist. Man kann diese Sendungen finden auf: www.drs3.ch (über A-Z ).
Bitte hören Sie zwei Sendungen Ihrer Wahl an, mindestens fünf Minuten lang. Die meisten Programme werden auf Schweizerdeutsch gesprochen. Sie werden zuerst wenig verstehen. Aber achten Sie auf Wörter und Begriffe, die Sie wohl verstehen. Sie bekommen dann zumindest einen Eindruck, worüber die Sendung handelt.
Schreiben Sie fünf Wörter, Begriffe oder Sätze auf, die Sie verstanden haben.
Welchen Eindruck macht die Schweizer Popszene auf Sie? Sie können natürlich auch andere Programme von DRS 3 hören.
Notieren Sie bitte den richtigen Buchstaben. Zwei Alternativen bleiben übrig. 1 das Schweizerdeutsch A die am wenigsten gesprochene Sprache in der Schweiz 2 die Währung B Staaten, die wie die Benelux intensiv zusammenarbeiten 3 das Rätoromanisch C Alltagssprache im deutschsprachigen Teil der Schweiz 4 der Kanton D Deutschland, Österreich und die Schweiz 5 die D-A-CH-Länder E die drittgrößte Landessprache der Schweiz 6 die Biodiversität F Geldeinheit G die große Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt H politisch gesehen vergleichbar mit den Bundesländern in Deutschland bzw. Provinzen in den Niederlanden
Kapitel 1 Gebiet, Bevölkerung, Kantone, Mehrsprachigkeit 4
Meeresspiegel, bilden die Alpen ein natürliches Hindernis und wirken als ‚Klimaschranke‘. Nördlich ist das Klima daher anders als südlich der Alpen.
Der Gotthard - Wasserscheide Europas Das Gotthardmassiv im Zentrum der Schweizer Alpen ist eine wichtige europäische Wasserscheide: Der Rhein fließt in die Nordsee, die Rhone ins westliche Mittelmeer, der Ticino (via Po) ins Adriatische Meer und der Inn (via Donau) ins Schwarze Meer. Das Land zählt viele Flüsse und Seen, und es entspringen viele verschiedene europäische Ströme in der Schweiz. Sechs Prozent der europäischen Wasservorräte sind in den Flüssen und Seen enthalten. Deshalb wird die Schweiz auch das „Wasserschloss Europas” genannt. Einen charakteristischen Teil der Alpen bilden die Gletscher. Sie bedecken etwa 1000 Quadratkilometer – dies entspricht drei Prozent der Gesamtfläche der Schweiz.
Verkehrswege durch die Alpen Die zahlreichen Bergpässe in den Schweizer Alpen bilden seit jeher eher ungünstige Verkehrsverbindungen. Um die Verbindung zwischen Italien und Nordeuropa zu erleichtern, wurde 1882 der Gotthard-Eisenbahntunnel eröffnet. Seit 1980 führt durch den Gotthard auch ein 17 Kilometer langer Straßentunnel. Seit 1999 wird die Neue Eisenbahn Alpentransversale (NEAT) erbaut, die den Eisenbahnverkehr zwischen Nord- und Südeuropa zusätzlich erleichtern soll. Der Bau soll circa 2017 abgeschlossen sein.
Städte Die Schweiz lässt sich in drei so genannte „Metropolitanräume“aufteile n: Städtische Gebiete mit je über einer halben Million Einwohnern. Dazu gehören Zürich, Genf-Lausanne und Basel (siehe wikipedia, Stand: 26.06.2012). Die Metropolitanräume reichen über die Landesgrenzen hinaus, mit Ausnahme von Bern.
Ausländeranteile Es leben und arbeiten viele Ausländer in der Schweiz. Kernzahlen:
Umgekehrt leben ungefähr 685000 Schweizer im Ausland.
Agglomeration Einwohner
Zürich 1 132 237
Genf 503 597
Basel 489 854
Bern 346 258
Lausanne 317 020
Luzern 202 474
St. Gallen 146 749
Winterthur 132 481
Lugano 130 600
Baden-Brugg 111 899
Einwohnerzahl Davon Ausländer
Genf 188 100 37,0 %
Lausanne 130 700 36,4 %
Basel 167 600 31,5 %
Zürich 381 000 29,3 %
Bern 129 400 20,3 %
Kapitel 1 Gebiet, Bevölkerung, Kantone, Mehrsprachigkeit 5
Umweltschutz: natürliche Lebensräume erhalten Der Drang der Stadtbevölkerung in ländlich gelegene Vororte zu ziehen, führt dazu, dass Grünflächen zunehmend bebaut werden und der Verkehr die Umwelt immer mehr belastet. Den Schweizern ist es jedoch wichtig, die Natur und die natürlichen Lebensräume zu erhalten. Seit einigen Jahrzehnten werden daher auch fast alle Abwässer gereinigt, Abfälle getrennt eingesammelt und wiederverwertet. Besondere Aufmerksamkeit wird der Erhaltung der großen Biodiversität geschenkt. Schon früh (1994) unterzeichnete die Schweiz die entsprechende UN-Konvention und baute ein Kontrollorgan (BDM: Biodiversitätsmonitoring) mit dem erklärten Ziel, die biologische Vielfalt zu schützen, auf.
Bevölkerung – Demografisches Ein Tausendstel der Weltbevölkerung lebt in der Schweiz. Das entspricht 7,7 Millionen Menschen. Mit einer Bevölkerungsdichte von 186 Einwohnern pro Quadratkilometer ist die Schweiz ein dicht besiedeltes Land. Die Bevölkerungsverteilung über das ganze Land ist jedoch sehr unterschiedlich. So leben im Alpenraum nur zehn Prozent der Gesamtbevölkerung. Seit 1972 gibt es in der Schweiz keinen Geburtenüberschuss mehr. In der Schweiz werden pro Frau durchschnittlich 1, Kinder geboren. Der Anteil der älteren Generation und der Pensionierten steigt, die Zahl der Erwerbstätigen nimmt ab. Dieser Alterungsprozess wird sich in den nächsten Jahren noch fortsetzen und die Sicherung der Altersvorsorge stark belasten. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei den Frauen bei 84, bei den Männern bei 79 Jahren.
Bevölkerung: Sprachenvielfalt Die Schweiz hat unterschiedliche Sprachgebiete und Kulturkreise. Die zentrale Lage zwischen drei bedeutenden europäischen Kulturen – dem deutschen Sprachraum, Frankreich und Italien – haben zu dieser sprachlichen und kulturellen Vielfalt der Schweiz geführt.
Vier Landessprachen Die Schweiz kennt vier offizielle Landessprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Jede Sprachregion hat eigene Rundfunkprogramme und zahlreiche Zeitungen. Zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung spricht Schweizerdeutsch. Das Rätoromanische im Kanton Graubünden wird nur noch von wenigen Menschen gesprochen. Die meisten Schweizer sprechen mehr als eine Landessprache und/oder in jüngster Zeit zunehmend Englisch.
Kapitel 1 Gebiet, Bevölkerung, Kantone, Mehrsprachigkeit 7
1 Füllen Sie folgende Tabelle aus. Informationen über die Schweiz finden Sie auf www.swissworld.org bzw. in der an Ihrem Institut vorhandenen Broschüre „Schweiz in Sicht“. Für Informationen über die anderen deutschsprachigen Länder und die Niederlande recherchieren Sie bitte im Internet.
Geografisches Bundesrepublik Deutschland
Österreich Die Schweiz Die Niederlande Bevölkerung Fläche Küstenlänge Grenzlänge Grenzländer Abstände von Grenze zu Grenze
Nord-Süd:
West-Ost:
Nord-Süd:
West-Ost:
Nord-Süd:
West-Ost:
Nord-Süd:
West-Ost: Höchster Berg
2 Füllen Sie die untenstehenden Lücken aus:
Land Fahne Autokennzeichen Hauptstadt Währung
Deutschland die Schweiz Liechtenstein Italien Ungarn
3 Ergänzen Sie die Karte mit den Umrissen der Schweiz aus Aufgabe 4 der Einstiegsaufgaben. Tragen Sie darauf minimal zehn von 26 Kantonen ein. Welche Kantone es gibt, finden Sie im Internet. Fügen Sie auch noch jeweils zwei wichtige Berge, Seen und Flüsse hinzu.
4 Recherchieren Sie die Sprachenpolitik der Schweiz und ihre Konsequenzen für die Schulen. Informationen darüber finden Sie zum Beispiel auf www.swissworld.org oder in der in Ihrem Institut vorhandenen Broschüre „Schweiz in Sicht“ (Seite 37). Notieren Sie einige Hauptpunkte, zum Beispiel:
Kapitel 1 Gebiet, Bevölkerung, Kantone, Mehrsprachigkeit 8
5 Wie klingen Schweizerdeutsch und Rätoromanisch eigentlich? Recherchieren Sie im Internet. Verwenden Sie Suchbegriffe wie zum Beispiel „Rätoromanisch hören“ und „Schweizerdeutsch hören“. Sie finden dann mehrere Internet-Radio- und/oder TV-Sender. Verfolgen Sie für jeweils minimal drei Minuten das Programm des Senders. Wählen Sie dabei Programme, die Ihnen interessant erscheinen. Achten Sie beim Hören/Sehen u.a. auf:
6 In der Broschüre „Schweiz in Sicht“ (Seite 37, an Ihrem Institut verfügbar) und auf www.swissworld.com ist die Rede vom Röstigraben zwischen der Deutschschweiz und der Romandie. Recherchieren Sie folgende Punkte:
7 Suchen Sie Informationen über die Religionszugehörigkeit der Schweizer. Setzen Sie folgende Prozentzahlen richtig ein: ca. 4% - gut 30% - gut 40%.
protestantisch katholisch muslimisch
8 Wenn man so manche Werbung Glauben schenken darf, tragen die Schweizer alle Volkstrachten. Aber stimmt das? Hat zum Beispiel jeder Kanton seine eigene Tracht? Suchen Sie Antworten auf diese Frage und machen Sie eine kleine Fotocollage zum Thema. Sehr viele Informationen und Bilder finden Sie auf der Webseite der sehr aktiven Schweizer Trachtenvereinigung.
Kapitel 1 Gebiet, Bevölkerung, Mehrsprachigkeit 10
10 Das Rätoromanische. 11 Anzahl Einwohner: 7,7 Millionen Einwohner/Quadratkilometer (Durchschnitt):186 pro Quadratkilometer Anzahl Kinder pro Frau:1, Lebenserwartung – Männer: 79; Frauen: 84
C 1 Deutschland Österreich Die Schweiz Die Niederlande Bevölkerung (Stand: Juli
Fläche 357.021 km^2 83.870 km^2 41.285 km^2 41.526 km^2 Küstenlänge 2.389,00 km - - - - - - 451,00 km Grenzlänge 3.621,00 km 2.562,00 km 1.852,00 km 1.027,00 km Grenzländer 9 8 5 2 Abstände von Grenze zu Grenze
N<->S 880 km W<->O 750 km
W<->O 573 km N<->S 35 bis 294 km
W<->O 350 km N<->S 220 km
N<->S 300 km W<->O 180 km
Höchster Berg 2962 Zugspitze 3798 Großglockner
Dufourspitze
Vaalserberg 877 Mount Scenery (Saba)
2
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3 Lösung für Kantone auf: http://de.wikipedia.org/wiki/Kanton(Schweiz)_ 4 Die Sprachenpolitik der Schweiz ist festgelegt in Artikel 4 der Bundesverfassung (letzte Revision: 2000). 64% der Bevölkerung spricht Deutsch als Muttersprache, 20% Französisch, 6,5% Italienisch und 0,5% Rätoromanisch. Neben der Muttersprache ist eine Fremdsprache Pflichtfach in der Schule. Bis jetzt ist das immer eine der Landessprachen. Es gibt aber hitzige Diskussionen, ob nicht Englisch Pflichtfach sein sollte. 5 --- 6 Es gibt zwischen dem größten deutschsprachigen Landesteil (Deutschschweiz) und den drei kleineren, in denen romanische Sprachen gesprochen werden (zusammen als Romandie bezeichnet), ab und zu heftige Auseinandersetzungen über Fragen der Machtverteilung. Der „Röstigraben“ ist die symbolische Trennlinie zwischen der Deutschschweiz und den anderen drei Bevölkerungsgruppen. „Rösti“ ist ein populäres Gericht der Deutschschweiz. 7 protestantisch 33% Katholisch 42% Muslimisch 4,3%
„ Die Schweiz in ihrer Vielfalt “ und „ Schweiz in Sicht “ sind zwei umfangreiche Informationsbroschüren von swissworld.org , die auch online (www.swissworld.org ) verfügbar sind. In diesem Landeskundepaket zur Schweiz wird regelmäßig daraus zitiert bzw. darauf zugegriffen. Ein Dank dafür der Schweizer Botschaft in den Niederlanden, die uns dazu ihre Zustimmung gegeben hat. Der Text „Die Schweiz im Überblick“ ist zum Beispiel eine vereinfachte Kompilation aus: Die Schweiz in ihrer Vielfalt/Schweiz in Sicht – www.swissworld.org
Schweiz-Portal im Internet: www.swissworld.org.
Franz Hohler: www.kaninchen-net.ch/flurina/f_geschichte.html und www.youtube.com.
Schweiz-Quiz: www.testedich.de/quiz29/quiz/1296142417/Kennst-du-die-Schweiz.
Das 25-jährige Jubiläumsprogramm „CH-Special“ auf DRS 3: www.drs3.ch/www/de/drs3/themen/musik/249135.das-beste-aus-25-jahren-schweizer- popmusik-von-5-bis-24-uhr.html
Trachten: neben Wikipedia zum Beispiel www.trachtenvereinigung.ch
Sprachenpolitik: www.bk.admin.ch/themen/lang/04925/index.html?lang=de
Natur und Naturschutz: www.myswitzerland.com/de/sehenswuerdigkeiten-natur.html und www.naturschutznetz.ch
Bilder: www.swissworld.org/de/schweiz/bilder
Kapitel 2 Geschichte der Schweiz 2
Ordnen Sie diesen Begriffen die richtige Erklärung zu:
1 die Nation
2 der Staat
3 der Bundesstaat
4 der Föderalismus
5 der Zentralismus
6 das Wahlrecht
7 der Souverän
8 die Legislative
9 die Exekutive
10 die Judikative
11 das Gericht
12 der Kanton
13 die Gemeinde
14 das Parlament
15 die Regierung
16 die Verfassung
17 die Partei
18 die Fraktion
Kapitel 2 Geschichte der Schweiz 3
A Staat, in dem mehrere Länder (Gliedstaaten) vereinigt sind
B politische Organisation mit einem bestimmten Programm, in der sich Menschen mit gleichen
politischen Überzeugungen zusammengeschlossen haben, um bestimmte Ziele zu verwirklichen
C das Streben nach Errichtung oder Erhaltung eines Bundesstaates mit weitgehender
Eigenständigkeit der Einzelstaaten
D Bundesland der Schweiz
E gesetzgebende Gewalt oder Versammlung / das Parlament
F bezeichnet größere Gruppen oder Kollektive von Menschen, denen gemeinsame kulturelle
Merkmale wie Sprache, Tradition, Sitten, Gebräuche oder Abstammung zugeschrieben werden
G das Streben nach Konzentration aller Kompetenzen bei einer obersten Instanz
H (schweiz.) die Gesamtheit der kantonalen oder kommunalen stimmberechtigten Bürger
I Gesamtheit der Institutionen, deren Zusammenwirken das dauerhafte und geordnete
Zusammenleben der in einem bestimmten abgegrenzten Staatsgebiet lebenden Menschen
gewährleisten soll
J gesetzlich festgelegtes Recht einer Person zur Teilnahme an einer Wahl: Aktives Wahlrecht
bedeutet, dass man bei einer Wahl wählen darf, passives Wahlrecht, dass man gewählt werden
darf
K organisatorische Gliederung im Parlament, in der alle Abgeordneten einer Partei oder
befreundeter Parteien zusammengeschlossen sind
L Regeln, die die Form eines Staates und die Rechte und Pflichten seiner Bürger festlegen
M die vollziehende Gewalt im Staat / der Regierung und alle ausführenden Behörden wie z. B.
die Polizei
N das oberste Organ eines Staates oder eines Landes, das die richtunggebenden und leitenden
Funktionen ausübt
O die richterliche Gewalt im Staat
P gewählte Volksvertretung mit beratender und gesetzgebender Funktion
Q öffentliche Institution, die vom Staat mit der Rechtsprechung betraut ist, Verstöße bestraft und Streitigkeiten schlichtet
R die unterste Stufe im staatlichen Verwaltungsaufbau und Trägerin der kommunalen
Selbstverwaltung
Kapitel 2 Geschichte der Schweiz 5
Die Römer
Die Römer eroberten im 3. Jahrhunderts und 4. Jahrhundert vor Christus in Etappen das Gebiet
der heutigen Schweiz. Sie versuchten sogar, über die Nordschweiz in das Gebiet des heutigen
Deutschlands vorzudringen, scheiterten jedoch. So blieb der Rhein bis ins 5. Jahrhundert die Nordgrenze des Römischen Reiches.
Während der römischen Herrschaft war die Schweiz keine Einheit, sondern in fünf römische
Provinzen unterteilt. Die Römer bauten auf dem Gebiet der heutigen Schweiz Städte, die vor
allem als administrative Zentren dienten. Sie entstanden vor allem an wichtigen
Hauptverkehrsrouten oder an Passstraßen.
Zeit der Völkerwanderung/Alemannen
Im 3. Jahrhundert nach Christus eroberten die Alemannen , ein germanischer Stamm, die
römischen Festungen am Rhein und besetzten das Schweizerische Mittelland. Ab dem 4.
Jahrhundert wanderten die Germanen immer weiter westwärts, dem Druck der Hunnen und
anderer zentralasiatischer Völker weichend. Das römische Reich wurde in den Mittelmeerraum
zurückgedrängt, Burgunder ließen sich in der Westschweiz und im angrenzenden heutigen
Burgund nieder. Gemeinsam mit den Franken in Frankreich übernahmen sie die Sprache und
Kultur der Römer. Aus dem Lateinischen entwickelte sich dann das heutige Französisch. Die
Alemannen hingegen besiedelten das schweizerische Mittelland und behielten ihre Sprache und Kultur bei.
Das Christentum, das von den Römern eingeführt wurde, breitete sich langsam aus, und der
zunehmende Landbesitz ließ die Kirche immer einflussreicher werden. Die Menschen, die
Landbesitz eder Kirche bewohnten und bewirtschafteten, waren der Herrschaft der Kirche
unterworfen – vergleichbar mit den Untertanen der adeligen Familien, die durch Erbschaften und
geschickte Heiratspolitik ihre Macht ebenso geschickt erweiterten.
Deutsche Herrschaft
Seit Mitte des 8. Jahrhunderts gehörte die Ostschweiz schon zum Ostfrankenreich, dem späteren
Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, im 11. Jahrhundert wurde das gesamte Schweizer
Territorium unter der deutschen Krone vereint. Allerdings übten die Kaiser ihre Macht nicht
direkt aus, sondern vergaben Lehen. Ein Lehen war zum Beispiel ein Stück Land, das unter der
Bedingung gegenseitiger Treue und Unterstützung zur Nutzung überlassen wurde. Erhalten
konnten diese Lehen hohe Adelsfamilien, reiche Gutsbesitzer oder hohe kirchliche
Würdenträger.
Kapitel 2 Geschichte der Schweiz 6
Der Kaiser garantierte zu Beginn des 13. Jahrhunderts Uri und Schwyz die
Reichsunmittelbarkeit. Das bedeutete, dass diese Gebiete direkt dem Kaiser unterstellt waren.
Die Reichsunmittelbarkeit war sehr begehrt, da man ohne lokale Adelige oder hohe Geistliche
relativ unabhängig seine Geschäfte abwickeln konnte. In der Schweiz gewährte der Kaiser relativ oft diese Sonderstellung. Außergewöhnlich jedoch war, dass auch ländliche Gebiete dieses
Privileg bekamen. Dadurch konnten Bauern auch ohne Gutsbesitzer über ihr eigenes Land
verfügen.
©wikipedia, Marco Zanoli
Ein wichtiges Ereignis für die Entwicklung der Schweiz fand 1220 statt: In diesem Jahr wurde
der Gotthardpass eröffnet und machte so die Gebiete im Norden des Passes – Uri und Schwyz –
zu begehrten Regionen, weil von dort aus die lukrative Handelsroute kontrolliert werden konnte.
Die Gründung der Schweiz – die Alte Eidgenossenschaft
Die Geburt der Schweiz wird heute im Jahr 1291 angesiedelt, dem Jahr in dem einige
Talgemeinschaften der Zentralschweiz ein loses Bündnis geschlossen hatten. Sie legten damals
den „Rütli-Schwur” ab, um sich gegenseitiger Unterstützung zu versichern.
Kapitel 2 Geschichte der Schweiz 8
Erst 1798, als französische Truppen in der Schweiz einfielen und die zentralistische Helvetische
Republik ausriefen, war die Schweiz gezwungen, diese Neutralität aufzugeben, um den
Franzosen Soldaten zur Verfügung zu stellen.
Im 20. Jahrhundert blieb die Schweiz neutral und beteiligte sich nicht an den beiden Weltkriegen. Trotzdem werden immer mehr Stimmen gegen diese Neutralität laut, weil sie einer
europäischen Integration im Wege stehe.
Reformation
Die Reformation fand im 16. Jahrhundert statt und teilte das
westliche Christentum in zwei Lager. Die sogenannten
Protestanten lehnten die Autorität des Papstes ab, die römischen
Katholiken blieben dem Papst treu. In der Schweiz wirkten zwei
führenden Reformatoren: Ulrich Zwingli und Jean Calvin.
Auch in der Schweiz kam es – wie in ganz Europa – zu
Aufständen und Zerstörungen. Anhänger der Reformation vertrieben Mönche und Nonnen aus den Klöstern und demolierten Statuen und Bilder. Die Proteste hatten aber nicht nur einen religiösen Ursprung. Der Unmut der Bevölkerung wurde auch durch soziale Ungerechtigkeiten gefördert.
Nach zahlreichen Konflikten, bei deren letztem, dem zweiten Kappelkrieg, Zwingli getötet wurde, kam es zu einem Friedensvertrag, in dem sich die Konfliktparteien darauf einigten, die Religionswahl ihrer Eidgenossen immer zu respektieren.
Der Dreißigjährige Krieg und der Westfälische Frieden
Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) kämpften – grob vereinfacht – das Heilige Römische
Reich Deutscher Nation und seine katholischen Alliierten gegen die übrigen europäischen Mächte. Die Eidgenossenschaft einigte sich darauf, nicht ins Kriegsgeschehen einzugreifen. Ihr
war bewusst, dass durch die unterschiedlichen Religionen in den Kantonen ein Mitmachen das
sichere Ende der Eidgenossenschaft bedeutet hätte.
Diese neue Neutralität wurde einige Male verletzt. Als Reaktion darauf gründete die
Eidgenossenschaft einen aus Katholiken und Protestanten bestehenden Militärrat, dem im Notfall
über 36000 Soldaten zur Grenzsicherung zur Verfügung gestanden hätten.
Kapitel 2 Geschichte der Schweiz 9
Der Dreißigjährige Krieg wurde mit dem Westfälischen Frieden beendet. Obwohl die
Eidgenossen nicht direkt an den Auseinandersetzungen beteiligt waren, profitierten sie von
diesem Friedensvertrag, weil in ihm alle europäischen Mächte die Unabhängigkeit der
Eidgenossenschaft anerkannten.
Französische Revolution und Helvetische Republik
Das 18. Jahrhundert verlief friedlich und war von großen Fortschritten in Landwirtschaft und
Industrie geprägt. In dieser Zeit entstanden auch viele intellektuelle und patriotische
Gesellschaften. Diese hatten rege Kontakte mit Kollegen im Ausland und etablierten erstmals einen nationalen Patriotismus, der sich vom weit verbreiteten, auf ein Kantonsgebiet beschränkten Lokalpatriotismus, unterschied.
Die wirtschaftlichen Entwicklungen hatten auch ihre Schattenseiten. Durch die Rationalisierung und
Kommerzialisierung der
©wikipedia, Marco Zanoli
Landwirtschaft, gab es immer weniger Arbeit für landlose Bauern, die nun gezwungen waren,
ihren Lebensunterhalt anders zu verdienen.
Sie wurden zumeist zu Heimarbeitern für die Textil- und Uhrenindustrie. Ihre Arbeits- und
Lebensbedingungen waren sehr schlecht.
Die Grundideen der Französischen Revolution (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) wurden daher in vielen Teilen der Schweiz begeistert aufgenommen.
Dann besetzten die Truppen Napoleons Teile der Schweiz. Nach einigem Widerstand der Stadt
Bern konnte Napoleon das gesamte Gebiet der heutigen Schweiz besetzen. Das Ende der alten
Eidgenossenschaft war besiegelt.
Unter französischer Herrschaft wurde das politische Gefüge komplett verändert. Mit Hilfe der
Franzosen schrieben Schweizer Revolutionäre eine neue Verfassung. Ab April 1798 war aus der
Eidgenossenschaft die zentralistische Helvetische Republik geworden.