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Schott: Die Chronik der Medizin. Gütersloh/München 2000. Page 4. 4. Anatomische Nomenklatur und klinische Terminologie.
Art: Grafiken und Mindmaps
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Stand: Wintersemester 2021/
Gründe für das Festhalten an gräko-lateinischen Termini: Als tote Sprachen unterliegen die lateinischen und altgriechischen Begriffe keinem Bedeutungswan- del mehr Beide Sprachen bieten die Möglichkeit zur Kompositalbildung: o arteri/o/venös o Hyster/o/salping/o/graphie (röntgenologische Darstellung der Gebärmutter und der Eileiter mit Hilfe eines Kontrastmittels) o Inter/costal/neur/alg/ie (von Nerven ausgehender Schmerzzustand im Zwischenrippenbereich) Sprachökonomie durch Kürze Präzision Internationalität: Epilepsie (dt.) - epilepsy (engl.) epilepsie (frz.) - epilessia (ital.) − Tradition/Geschichte
Innerhalb der medizinischen Fachsprache gilt es zwischen anatomischer Nomenklatur und klinischer Termi- nologie zu unterscheiden:
Die anatomische Nomenklatur ist ein international verbindliches Bezeichnungssystem, die Terminologia anatomica , das weitgehend abgeschlossen und bestimmten Kriterien unterworfen ist. Seit der internationalen Vereinbarung von 1998 kann auch die englische Version der Nomenklatur verwendet werden. Die Wortele- mente stammen vorwiegend aus dem Lateinischen (dazu latinisierte griech. Begriffe). Für jede Struktur gibt es nur eine Bezeichnung! Eigennamebegriffe (Eponyme) gibt es offiziell nicht mehr (deshalb mussten zahl- reiche Termini umbenannt werden, z.B. die Tuba Eustachii in Tuba auditiva, die Tuba Fallopii in Tuba uteri- na).
Die klinische Terminologie ist dagegen lebendig und offen, da es eine stete Weiterentwicklung der Medizin und immer wieder neue Krankheitsphänomene (z. B. post-COVID-Syndrom) oder Therapien (z. B. Optune- Therapie) gibt. Die Termini der Krankheits- und Fächerbezeichnungen stammen aus dem Griechischen (z. B. Pneumonie, Nephritis, Apoplex, Hämatom – Anatomie, Nephrologie, Orthopädie, Psychiatrie etc.). In der Moderne wurde die medizinische Terminologie zunehmend durch westliche Sprachen – darunter Fran- zösisch – beeinflusst. Das Französische hat v.a. Begriffe aus der Therapie geprägt, wie z.B. Bandage, Dra- gee, Drainage, Kürettage, Lavage, Pinzette, Pipette oder Trokar (von trois quarts = dreikantiges Stechin- strument). In die heutige Fachsprache dringen immer mehr englische Termini ein, z. B. Bypass, Informed consent, Compliance, Rooming-in , es gibt zahlreiche Abkürzungen (AIDS, EEG, SARS-Cov-2), Eponyme (z. B. Alz- heimer-Krankheit, Morbus Crohn) und Synonyme (z. B. Mukoviszidose und Cystische Fibrose).
Kennzeichen Terminologia anatomica
Klinische Terminologie
Internationale Gültigkeit ja nein Herkunft der Wortelemente überwiegend Latein überwiegend Griechisch Begriffe aus modernen Sprachen keine viele Mehrfach-Benennungen keine viele Eigennamen-Begriffe (Eponyme) offiziell keine ,aber viele noch im Gebrauch
viele
Im Deutschen gibt es 4, im Lateinischen 5 Fälle: Nominativ = Nom. (1. Fall, Frage: Wer oder Was?) Genitiv = Gen. (2. Fall, Frage: Wessen?) Dativ (3. Fall, Frage: Wem?) Akkusativ (4. Fall, Frage: Wen?) Ablativ (5. Fall, Frage: Wodurch?)
In der medizinischen (anatomischen) Terminologie lassen sich mit Nominativ Singular und Plural bzw. Ge- nitiv Singular und Plural nahezu alle Sachverhalte beschreiben, deshalb werden im Kurs nur Nominativ und Genitiv behandelt.
Im Lateinischen (wie auch im Deutschen) gibt es drei gram- matische Genera: masculinum = masc .= m. = männlich femininum = fem. = f. = weiblich neutrum = neutr. = n. = sächlich
Im Lateinischen gibt es (wie im Deutschen auch) zwei Numeri: Singular = Sg. = Einzahl Plural = Pl. = Mehrzahl
Genus, Casus und Numerus werden im Deutschen wesentlich durch den Artikel angezeigt:
Nominativ Singular Genitiv Singular Nominativ Plural Genitiv Plural der Muskel des Muskels die Muskel der Muskeln
Artikel existieren aber im Lateinischen nicht! Hier verändern sich die Wortausgänge bzw. „Endungen“ (siehe weiter unten).
Bei den Begriffen der medizinischen Terminologie handelt es sich in erster Linie um sog. Nominalphrasen , d. h. abgeschlossene syntaktische Einheiten, deren Kern ein Nomen (im Sinne von Substantiv) ist, welches durch Beifügungen (Adjektive, weitere Substantive) näher beschrieben wird.
Daher sind im Wesentlichen 2 Wortklassen relevant:
1. Substantiva (Singular: Substantivum) = Hauptworte, Dingworte, Sachworte Haben 1 spezifisches Genus (sind also entweder m., f. oder n.), haben versch. Casus und versch. Numeri. Bsp.: musculus, -i, m. (der Muskel); tibia, -ae, f. (das Schienbein); cavum, -i, n. (die Höhle) 2. Adjektiva (Singular: Adjektivum) = Beiworte, Eigenschaftsworte Können in allen 3 Genera vorkommen (je nach Bedarf des Substantives, dem sie beigeordnet werden), haben versch. Casus, versch. Numeri und versch. Komparations- (= Steigerungs-)stufen. Bsp.: longus m., longa f., longum n. (lang); longior, ior, -ius (der, die, das längere); longissimus, -issima, -issimum (der, die, das längste)
Weiterführende Literatur: F. Steger: Medizinische Terminologie. 5. Auflage. Göttingen 2019.
1 Adjektivattribut: Substantiv im Nom. Adjektiv im Nom. Musculus longissimus Musculus longissimus = der allerlängste Muskel
2. Genitivattribut: Substantiv und Adjektiv im Nom. Substantiv im Gen. Musculus longissimus dorsi dorsum, dorsi (n.) der Rücken Musculus longissimus dorsi = der allerlängste Muskel des Rückens 3. Apposition: (klärender Bei- od. Zusatz) Substantiv im Nom. Substantiv im Nom. Musculus flexor der Muskel der Beuger Das zweite Substantiv im gleichen Kasus dient der näheren Bezeichnung des ersten Substantivs: Musculus flexor = der Beugermuskel
Im Lateinischen gibt es im Bereich der Substantive (Hauptwörter) 5 Deklinationen, die a-, e-, „gemischt“ (i + konsonantisch), o- und u- genannt werden. In Lateinlehrbüchern werden die Deklinationen oft mit ihren traditionellen Nummern bezeichnet:
Alle Substantiva der lateinischen Sprache folgen einer dieser Deklinationen, die Adjektiva finden sich nur in der ersten bis dritten. In jeder Deklination werden die ihr zugehörigen Substantiva und Adjektiva nach einem bestimmten Endungsschema vermittels der Wortendungen, die dem Stock angeheftet werden, dekli- niert.
Hier noch eine nähere Erläuterung zu den Begriffen Wortstock und Wortstamm : Wortstöcke sind die (weitgehend) unveränderlichen "zentralen" Bestandteile der Worte, die, durch alle Mo- difikationen der Worte hindurch, es erlauben, den Gegenstand oder Sachverhalt, auf den sich das Wort be- zieht, zu erkennen. Die Stöcke der lateinischen Worte bleiben auch in allen Lehnübersetzungen und Eindeut- schungen erhalten. Den Wortstock erhält man, indem man vom Genitiv Singular die Endung (strenggenom- men Wortausgang) wegstreicht!
Bspl.: "vena" − die Vene, Gen. Sg.: „ven-ae“, Stock "ven-" , "venös" als dtsch. Lehnwort. „musculus“ – der Muskel, Gen. Sg.: „muscul-i“, Stock: „muscul“ , „muskulär“ als dtsch. Lehnwort.
An diese Wortstöcke hängt die lateinische Sprache veränderliche Wortausgänge an, die die Worte durch Ca- sus und Numerus hindurch beugen. Diese Teile der Worte werden im Folgenden als " (Wort-) Endungen " bezeichnet^1.
(^1) Die Gleichsetzung von " Wortendung " und " Wortausgang " ist im strikten grammatischen Sinne nicht ganz korrekt (→ Gramma-
tiklehrbücher) Das, was wir hier die Wortendung nennen, heißt in der strikten Grammatik der "Wortausgang". Der Begriff der
Den Wortstamm erkennt man im Genitiv Plural. Er setzt sich aus dem Wortstock und einem Buchstaben zusammen. Nach diesem Buchstaben (=Stammauslaut) sind die Deklinationen benannt. In der folgenden Tabelle sind anhand konkreter Beispiele aus der anatomischen Alltagssprache der Wort- stock im Genitiv Singular sowie der Wortstamm im Genitiv Plural erkennbar. Der Stammauslaut, nach dem die Deklination benannt ist, ist rot gekennzeichnet.
Nom. Sg. Gen. Sg. Gen. Pl. Name der Deklination arteria (f.) arteri-ae arteria-rum 1. oder a-Deklination musculus (m.) ligamentum (n.)
muscul-i ligament-i
musculo-rum ligamento-rum
pons (m., die Brücke) bilis (f., die Galle) rete (n., das Netz)
pont-is bilis ret-is
ponti-um bilium reti-um
flexor (m.) articulatio (f.) corpus (n.)
flexor-is articulation-is corpor-is
flexor-um articulation-um corpor-um
manus (f., die Hand) cornu (n., das Horn) meatus (m., der Gang)
man-ūs corn-ūs meat-ūs
manu-um cornu-um meatu-um
facies (f. das Gesicht) faci-ëi facie-rum 5. oder e-Deklination
Die Zuordnung der Adjektiva zu ihrer jeweiligen (1.-3.) Dekl. erfolgt in der grammatischen (Lern-)Praxis über die Wortendungen ihres Nominativ Singulars (detailliertere Angaben weiter unten im Skriptum):
Nom. Sg.
Adjektiva (sog. "1. Gruppe") der Endungen
die - a (f.) Endung folgt der 1. (a-) Deklination
die - er, - us, - um (m./n.) Endungen folgen der 2. (o-) Deklination
Adjektiva (stets Komparative!) auf
3. Deklination, konsonantische Deklination
alle anderen Adjektiva (sog, "2. Gruppe") also z.B.: brevis, brevis, breve (kurzer/e/s) simplex, simplex, simplex (einfacher/e/s) dorsalis, dorsalis, dorsale (rückseitiger/e/s) perforans, perforans, perforans (durchbohrender/e/s)
3. Deklination, i-Deklination
Schemata der einzelnen Deklinationen finden Sie ganz am Ende dieses Skriptums im Appendix III
"Endung", hat sich aber im allgemeinen Sprachgebrauch bei der Lehre der lateinischen Sprache eingebürgert, weswegen wir ihn hier auch verwenden.
3. Kombination aus den beiden Kongruenzregeln
verbundene Substantiva und Adjektiva
Sg. Pl.
musculus, - i (m.) o-Deklination pronator, - is (m.) der Ein- wärtsdreher konsonantische-Deklination quadratus (m.), quadrata (f.), quadratum (n.) quadratischer/e/s o-Deklination (also der "quadratische Ein- wärtsdreher-Muskel")
Nom. Musculus pronator quadratus Musculi pronatores quadrati
Gen. Musculi pronatoris quadrati Musculorum pronatorum quadratorum
Die a- und o- Deklination
Die medizinisch relevanten Wörter sind Feminina (f.)
Nom. Sg.: arteri a Nom. Pl.: arteri ae
Gen. Sg.: arteri ae Gen. Pl.: arteri arum – Arterie Weitere Beispiele: vertebr a , vertebr ae // vertebr ae , vertebr arum f. – Wirbel cost a , - ae f. – Rippe; ven a , - ae f. – Vene
Eine Untergruppe enthält Masculina (m.)
Nom. Sg.: muscul us Nom. Pl.: muscul i
Gen. Sg.: muscul i Gen. Pl.: muscul orum – Muskel
Weitere Beispiele: nas us , nas i // nas i , nas orum m. – Nase
nerv us , - i m. – Nerv; digit us , - i m. – Finger
Eine Untergruppe enthält Neutra (n.)
Nom. Sg.: dors um Nom. Pl.: dors a
Gen. Sg.: dors i Gen. Pl.: dors orum – Rücken
Weitere: Beispiele: ligament um , ligament i // ligament a , ligament orum n. – Band
atri um , - i n. – Vorhof; cav um , - i n. – Höhle
Eine weitere Untergruppe der o-Dekl. Neutrum enthält ursprünglich griechische Wörter mit Nom. Sg. - on : gangli on , gangli i // gangli a , gangli orum n. – Knoten
Übungsbogen
a-/o-Dekl.
1. Deklinieren Sie arteria:
Nom. Sg. Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
2. Deklinieren Sie pylorus:
Nom. Sg. Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
3. Deklinieren Sie atrium:
Nom. Sg. Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
**4. Bestimmen Sie Fall, Zahl und Geschlecht von lineae?
Masculinum: Nom. Sg. Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
Femininum: Nom. Sg. Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
Neutrum: Nom. Sg. Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
6. Deklinieren Sie das Adjektiv sinister, sinistra, sinistrum:
Masculinum: Nom. Sg. Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
Femininum: Nom. Sg. Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
Neutrum: Nom. Sg. Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
Die u-Deklination
Maskulina der u-Deklination enden im Nominativ Singular auf - us. Eine Unterscheidung zu den Substanti- ven der o-Deklination auf -us ist im Nominativ Singular nicht möglich. Neutra der u-Deklination enden im Nominativ Singular auf - u.
Aussprache: die Endung im Genitiv Singular und im Nominativ Plural wird lang gesprochen (Langer Vokal: ū; kurzer Vokal: ŭ. Diese diakritischen Zeichen dienen als Aussprachehilfe und müssen nicht mitgeschrieben werden!).
sinus, -ūs m. 1. Lufthaltiger Raum (v.a. im Schädelknochen)
Ausnahme u-Dekl. neutrum : genu, gen ū s n. Knie
cornu, corn ū s n. Horn
(Adjektive müssen also in der Neutrum-Form hinzugesetzt werden:
das auswärtsgebogene Knie = Genu varum; das rechte Horn = Cornu dextrum)
Ausnahme u-Dekl. femininum : manus, man ūs Hand
(Wird wie Maskulina der u-Dekl. dekliniert, ein zugehöriges Adjektiv muss jedoch in der Feminin-Form bei-
gefügt werden: die rechte Hand = Man us dextr a )
Für die medizinische Terminologie relevant sind aus dieser Deklination folgende Feminina:
facies, - ëi f. Gesicht, Fläche superficies, -ëi f. Oberfläche caries, -ëi f. Knochenfraß
(Adjektive müssen also in der Feminin-Form beigefügt werden:
Übungsbogen
u-/e-Dekl.
1. Deklinieren Sie superficies:
Nom. Sg Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
2. Deklinieren Sie ductus:
Nom. Sg Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
3. Deklinieren Sie genu:
Nom. Sg Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
**4. Bestimmen Sie Fall, Zahl und Geschlecht von manus:
Nom. Sg. Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
6. Deklinieren Sie Caries nigra ( "schwarze Zahnfäule" ):
Nom. Sg. Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
**7. Welches Präfix steckt in dem Wort perinatal und was bedeutet es?
Die "dritte“ Deklination (i- und konsonantisch)
Unter diesem Begriff werden Substantive mit verschiedenen Wortstämmen vereint (i-Stämme, konsonanti- sche Stämme und sog. „gemischte“ Wortgruppen). Der Einfachheit halber und für die Belange der medizini- schen Terminologie völlig ausreichend werden im Kurs (nicht ganz korrekt) alle zu behandelnden Substanti- ve entweder der i - oder der konsonantischen Dekl. zugeordnet. Dabei ist für diese Zwecke der Genitiv Plu- ral ausschlaggebend. Endet dieser auf -ium , so wird das Wort zur i-Dekl. gezählt.
[Reine i-Stämme (febris, febris, Akk. febr im // febres, febr ium , f. - das Fieber) sind in der Medizin selten. Konsonantische Stämme kommen oft vor (flexor, flexoris, // flexores, flexo rum , m. – der Beuger). „Misch- formen“ (dens, dentis, Akk. dent em // dentes, dent ium – der Zahn) kommen relativ oft vor und werden ver- einfacht zum i-Dekl.-Schema gerechnet]
Beide Dekl. (i- und kons.) sind weniger gut „lernbar“ als die anderen Dekl.:
in beiden Dekl. gibt es Wörter aller 3 Geschlechter im Nom. Sg. gibt es keine einheitliche Endung! Immer aber gilt: der Gen. Sg. endet auf: -is der Nom. Pl. endet auf: - es (mask. u. fem.); die Neutra enden auf: -(i)a
Substantive, die im Nom. Sg. auf -is enden und deren Silbenzahl im Nom. und Gen. Sg. gleich ist , haben im Gen. Pl. die Endung - ium. z.B. bilis, bilis // biles, bil ium f. – Galle axis, axis // axes, ax ium m. – Achse
Substantive, die im Nom. und Gen. Sg. eine unterschiedliche Silbenzahl haben und deren Wort stock auf zwei Konsonanten endet, haben im Gen. Pl. die Endung - ium. z.B. pons, po nt is // pontes, pont ium m. – Brücke pars, pa rt is // partes, part ium f. – Teil
Neutra, die im Nom. Sg. auf die Endungen -e, -al, -ar enden, haben im Gen. Pl. die Endung - ium und im Nom. Pl. die Endung - ia. z. B. ret e , retis // ret ia , ret ium n. – Netz anim al , animalis // animal ia , animal ium n. – Tier calc ar , calcaris // calcar ia , calcar ium n. – Sporn
Substantive, deren Wortstamm auf einen Konsonanten endet, haben im Gen. Pl. die Endung - um. z.B. flexor, flexo r is // flexores, flexor um m. – Beuger iris, iri d is // irides, irid um f. – Regenbogenhaut ( ungleiche Silbenzahl in Nom. u. Gen Sg. ) cervix, cervi c is // cervices, cervic um f. – Hals, Nacken
Neutra , die im Nom. Sg. auf die Endungen -us, -men, -ma enden, haben im Gen. Pl. die Endung - um und im Nom. Pl. die Endung -a. z.B. corp us , corpo r is // corpor a , corpor um n. – Körper abdo men , abdomi n is // abdomin a , abdomin um n. – Bauch stom a , stoma t is // stomat a , stomat um n. – Mund
Übungsbogen
i-Deklination
1. Deklinieren Sie axis (masc.):
Nom. Sg. Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
2. Deklinieren Sie auris (fem.):
Nom. Sg. Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
3. Deklinieren Sie calcar (n.):
Nom. Sg. Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
**4. Bestimmen Sie Fall, Zahl und Geschlecht von Dentium molarium (molaris,-is, -e: zur Mühle gehörig und übersetzen Sie es)
Nom. Sg. Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
7. Deklinieren Sie „das schwarze Tier“ (animal = Tier; niger, nigra, nigrum=schwarz)
Nom. Sg. Nom. Pl. Gen. Sg. Gen. Pl.
8. Was ist eine Arthritis? Was ist eine Arthrose? (arthron = griech. Gelenk)
Vokabelbogen
konsonantische Deklination
Wichtige Substantive, die nach der konsonantischen Deklination dekliniert werden. Der Wortstock wird stets nur im Genitiv des Singulars erkannt (ist hier jeweils mit aufgeführt), dieser muss daher mitgelernt werden. Bitte erinnern die (sehr häufigen) Neutra bilden den Nom. Pl. auf -a. Also z.B.: abdomen, abdominis - ab- domin a
Masculina Feminina Neutra abductor, abductoris Wegführer^ articulatio, articulationis Gelenk^ abdomen, abdominis Bauch adductor, adductoris Heranführer^ extensio, extensionis Streckung^ foramen, foraminis Loch flexor, flexoris Beuger^ flexio, flexionis Beugung levator, levatoris Heber^ regio, regionis Gegend^ corpus, corporis Körper pronator, pronatoris Einwärtsdreher^ pectus, pectoris Brustkorb supinator, supinatoris Auswärtsdreher^ cartilago, cartilaginis Knorpel^ tempus, temporis Zeit
tendo, tendinis Sehne^ carotis, carotidis Halsschlagader^ latus, lateris Seite margo, marginis Rand^ glottis, glottidis Stimmapparat^ ulcus, ulceris Geschwür iris, iridis Regenbogenhaut pulmo, pulmonis Lunge^ derma, dermatis Haut appendix, appendicis Anhängsel^ stoma, stomatis Mund lien, lienis Milz^ cervix, cervicis Hals, Nacken^ chiasma, chiasmatis Kreuzung ren, renis Niere^ helix, helicis Windung splen, splenis Milz^ radix, radicis Wurzel^ caput, capitis Kopf, Haupt crus, cruris Schenkel thorax, throracis Brustkorb^ adipositas, adipositatis Fettsucht^ femur, femoris Oberschenkel tuberositas, tuberositatis rauhe Erhaben- heit apex, apicis Spitze^ tuber, tuberis Höcker cortex, corticis Rinde index, indicis Zeigefinger
sphincter, spincteris Schließmuskel ureter, ureteris Harnleiter trochanter, trochanteris Rollhügel
larynx, laryngis Kehlkopf pharynx, pharyngis Rachen
Die folgenden Neutra "springen" zwischen der i-Dekl., der kons. Dekl. und der o-Dekl. hin und her:
Nom.Sg. Gen.Sg. Nom.Pl. Gen.Pl.
os oris ora orum Mund
os ossis ossa ossum (oft aber auch: ossium) Knochen
cor cordis corda cordum (oft aber auch: cordium) Herz
vas vasis vasa vasorum Gefäß