spanisch Lektürekurs, Mitschriften von Literaturwissenschaft

die wichtigsten werke der spanischen Literatur

Art: Mitschriften

2021/2022

Hochgeladen am 19.01.2023

hanxhu
hanxhu 🇦🇹

8 dokumente

1 / 20

Toggle sidebar

Diese Seite wird in der Vorschau nicht angezeigt

Lass dir nichts Wichtiges entgehen!

bg1
PS_Lektürekurs Spanisch Mitschrift
1.03.2018
JESÚS NAZARENUS REX JUDAEORUM – LIBRO DE BUEN AMOR
Auffälligkeiten
- Anapher Señor immer am Anfang
- Syntaktisches Kriterium jede Strophe besteht aus einem Satz
- Am Ende jedes Verses selbe Silbe (ón), (yna) = Folgereim
Religiöser Inhalt
- Viele Anspielung auf alttestamentliche Texte
- Anrede – Herrgott
-profeta del lago Daniel
-Santiago Vermutung Jakob der Ältere
- Santa Susana
Genre
- lyrischer Text
- Aussagestruktur im Text (=gibt es ein präsentes Ich? Oder ein angesprochenes Du?)
oWir haben ein angesprochenes Du sacaste, diste..
oAuch ein präsentes Ich líbrame
oIch ist höchstwahrscheinlich männlich coytado
- Es ist ein Gebet
oEin Ich wendet sich an ein Du Du = Gottheit
oGottheit wird mit alttestamentlichen Geschichten verbunden
oWeshalb wird es kein jüdisches Gebet sein? erster Vers jodíos, pueblo de
perdición verlorenes Volk
Bis nächste Woche lesen:
- libro de buen amor, milagros de nuestra señora Auffälligkeiten markieren
8.03.18
GONZALO DE BERCEO – MILAGROS DE NUESTRA SEÑORA
Gonzalo de Berceo 1197 – 1267 einer der ersten namentlich bekannten Dichter Spaniens,
weshalb schreibt er Literatur? Sein Kloster liegt am Jakobsweg, dort kommen Adelige vorbei, er
erzählt Ihnen Wundergeschichten, möchte dass sie Geld dalassen
Im Christentum gibt es Wunder (12./13. Jhd.) von Arabern und Juden wurde Medizin
hochgepflegt, Christen wollten sich abheben von ihnen und haben Wundergeschichten erzählt
Kein lyrischer Text, es wird eine Geschichte in Versform erzählt
Zusammenfassung des Inhalts (“dramatisch-narrativer” Aufbau)
- kein guter Geistlicher – nur ein einfacher Geistlicher
- singt immer dieselbe Messe, war dumm, naiv
- wird von seinen Mitbrüdern angeklagt und wird zum Bischof zitiert (Konflikt)
- er kommt vor den Bischof und hat Angst perdida la color
- Bischof entlässt den Priester aus seinem Amt, dieser wendet sich an einen Heiligen, in dem
Fall an die heilige Maria sie soll ihm helfen
Seite 1
pf3
pf4
pf5
pf8
pf9
pfa
pfd
pfe
pff
pf12
pf13
pf14

Unvollständige Textvorschau

Nur auf Docsity: Lade spanisch Lektürekurs und mehr Mitschriften als PDF für Literaturwissenschaft herunter!

JESÚS NAZARENUS REX JUDAEORUM – LIBRO DE BUEN AMOR

Auffälligkeiten

  • Anapher  Señor immer am Anfang
  • Syntaktisches Kriterium  jede Strophe besteht aus einem Satz
  • Am Ende jedes Verses  selbe Silbe ( ón ), ( yna ) = Folgereim Religiöser Inhalt
  • Viele Anspielung auf alttestamentliche Texte
  • Anrede – Herrgott
  • profeta del lago  Daniel
  • Santiago  Vermutung Jakob der Ältere - Santa Susana Genre
  • lyrischer Text
  • Aussagestruktur im Text (=gibt es ein präsentes Ich? Oder ein angesprochenes Du?) o Wir haben ein angesprochenes Du  sacaste , diste .. o Auch ein präsentes Ich  líbrame o Ich ist höchstwahrscheinlich männlich  coytado
  • Es ist ein Gebet o Ein Ich wendet sich an ein Du  Du = Gottheit o Gottheit wird mit alttestamentlichen Geschichten verbunden o Weshalb wird es kein jüdisches Gebet sein?  erster Vers  jodíos, pueblo de perdición  verlorenes Volk Bis nächste Woche lesen:
  • libro de buen amor, milagros de nuestra señora  Auffälligkeiten markieren

GONZALO DE BERCEO – MILAGROS DE NUESTRA SEÑORA

Gonzalo de Berceo  1197 – 1267  einer der ersten namentlich bekannten Dichter Spaniens, weshalb schreibt er Literatur? Sein Kloster liegt am Jakobsweg, dort kommen Adelige vorbei, er erzählt Ihnen Wundergeschichten, möchte dass sie Geld dalassen Im Christentum gibt es Wunder (12./13. Jhd.)  von Arabern und Juden wurde Medizin hochgepflegt, Christen wollten sich abheben von ihnen und haben Wundergeschichten erzählt Kein lyrischer Text, es wird eine Geschichte in Versform erzählt Zusammenfassung des Inhalts (“dramatisch-narrativer” Aufbau)

  • kein guter Geistlicher – nur ein einfacher Geistlicher
  • singt immer dieselbe Messe, war dumm, naiv
  • wird von seinen Mitbrüdern angeklagt und wird zum Bischof zitiert ( Konflikt )
  • er kommt vor den Bischof und hat Angst  perdida la color
  • Bischof entlässt den Priester aus seinem Amt, dieser wendet sich an einen Heiligen, in dem Fall an die heilige Maria  sie soll ihm helfen
  • Maria hört ihn und erscheint dem Bischof in seinem Traum  kritisiert seine Tat, weil Priester ja nichts falsch gemacht hat, Maria verwendet schlagendes Argument = wenn Bischof nicht befiehlt, dass Priester die Messe wieder singt, dann gibt es ein Problem  er wird am 30. Tag mit dem Tod bestraft
  • Maria spricht ihn mit Don an  ist ein Titel der früher nur Adeligen vorbehalten war, Don ist ein Titel der eigentlich nur für weltliche Herren vorbehalten ist, nicht für kirchliche - Lösung des Knotens: o Bischof ist erschreckt, er sagt man soll dem Priester schnell zu ihm bringen und bittet ihm um Verzeihung, dass er sich geirrt hat und falsch gelegen ist, befiehlt ihm wieder die Messe zu singen und wenn ihm etw. fehle (Kleidung, Schuhe, etc.) soll er ihm es nur sagen, weil er würde ihm unter die Arme greifen  Ordnung wird wiederhergestellt o Zum Schluss wird gesagt, dass man noch so viele Wunder der Maria erzählen könnte aber es nicht genug Zeit gibt Metrik (Versart, Reim, Strophenform)
  • in Versen geschrieben
  • 14 Silber = Alexandrinervers, alle Verse haben gleiche Silbenanzahl, Abstand zwischen Sätzen = Zäsur = beim Vorlesen als Atempause vorgesehen,
  • Folgereim ( rima continua ) = alle Verse haben gleiches Reimschema 
  • aaaa, bbbb, cccc, dddd
  • Strophenreim = Isoselabismo, cuaderna via Enunziationsstruktur (Artikuliertes Ich; angesprochenes Du; Beschreibung bzw. Erzählung)
  • zum Schluss gibt es ein artikuliertes Ich
  • extradiegetische Erzählebene Formale Besonderheiten (Stil, Textebenen, Struktur)
  • Drama o lebt von einem Konflikt, muss zu einer Zuspitzung des Konfliktes lösen, welcher sich dann löst entweder durch Komödie  Happyend, Tragödie  endet in Katastrophe o Ordnung kommt zum Schluss wieder ins Lot
  • Struktur  zweifaches Motiv der Zurechtweisung, einmal durch Bischof, anderes Mal durch Maria
  • Moralische Implikationen o Maria ist die Fürsprecherin der einfachen Menschen, alle die sich ihr zu Füßen legen werden von ihr erhöht, die die sich anmaßen werden erniedrigt o Klassische (katholische) Orthodoxie  Gott würdigt uns Menschen indem er die Wunder durch Maria zeigt, nicht die Heiligen wirken die Wunder sondern, Gott wirkt durch die Heiligen Wunder  soll die Leser moralisch und religiös bilden Literaturhistorischer Hintergrund Er verwendet lateinische Erzählungen, die es schon gibt, verfasst diese auf kastilisch und haucht dem Text mehr Leben ein, er gestaltet die Figuren plastischer und führt Dialoge und direkte Reden ein, inhaltlich keine Neuerungen

Zwischentest Thema:

Cervantes – Don Quijote bis inkl. Kapitel 10 Gonzalo de Berceo – Arcipreste de Hita Luis de Góngora Sor Juana Inés de la Cruz

Abschlusstest:

Vor allem Alejo Carpentier, Onetti; Fuente Ovejuna und andere Text mit kleinen Fragen

LUIS DE GÓNGORA – MIENTRAS POR COMPETIR CON TU CABELLO

 Reimschema  ABBA; ABBA; CDC; CDC  Sonett mit 2 Quartetten und 2 Terzetten o 11 Silber – endecasillabo, 14 Verse o man spricht nicht von Strophen  Anapher  jeder 2. Vers fängt mit mientras an; Vers 14 mit en  Akkumulation  Metapher o Gold = blondes Haar o Vergleich labio mit den roten Nelken  rote Lippen  Antiklimax o se vuelva tú y ello juntamente en tierra, en humo, en polvo, ..  Vergänglichkeit der Schönheit  angesprochenes  4 Substantive aus Körper, 4 aus Natur  4x Possessivpronomen kommt vor  Parallelismus  weibliche Körperteile werden mit Naturphänomenen parallel gesetzt und verglichen; nicht nur Vergleich sondern auch ein Wettbewerb; die Schönheit der Frau gewinnt; in den Quartetten wird meist ein Thema vorgestellt, in den Terzetten kommt es zu einer Zuspitzung/Bruch oder zu einer Wendung  Mit dem Beginn des Terzetts wird etwas Neues eingeleitet  sowohl inhaltlich als auch grammatikalisch  Syntaktisch so aufgebaut, dass mit Beginn des Terzetts eine neue Syntaxstruktur beginnt  „Carpe Diem“ und „Mementi mori“ Motiv präsent o „pflücke den Tag“ o man soll sich bewusst sein, dass man Leben genießen soll o Ein Mann schreibt an eine Frau  sie soll sich dem Mann öffnen  Letzter Vers  Erde zu Erde; Staub zu Staub  biblisches Motiv; nicht nur Bibel auch Motiv der Schatten  Todesvorstellung im Hellenismus  Hades im Reich der Schatten = Anspielung auf die Antike; nada  ist nach Interpretationen ein Anagramm zu Adam Übersetzung: Wo deinem Haar poliertes Gold nicht gleicht und es vergeblich um die Wette strahlt, schaut deine Stirn, wie manche Blüte prahlt, doch auch die Lilie dich nicht erreicht.

Wo jeder Blick auf deinen Lippen liegt und sie den Nelken vorzuziehen pflegt, sich auf den Hals ein stolzer Schimmer legt, der sogar feinstem Porzellan obsiegt. Genieße Lippen, Hals, die Stirn, die Haare, die Lilien sind und Gold, Keramik, Nelken, in deines Frühlings kurzen Jugendjahren eh Haare silbern werden, Lippen welken, Ja ehe du wie diese Nelken auch zu Erde wirst, zu Schatten, Staub und Rauch.

SOR JUANA INÉS DE LA CRUZ – ÉSTE QUE VES ENGAÑO COLORIDO

Rhetorische Mittel  Anapher  Terzette beginnen immer mit es ..  Antiklimax  es cadáver, es polvo, es sombra, es nada  Parallelismus  es un vano, es una flor, resguardo, necia, afán, ..  Paradox  engaño colorido  farbiges Trugbild  Metapher  es una flor al viento delicada  Inversionen o Vers 1  Éste engaño colorido que ves o Vers 7  venciendo los rigores del tiempo Metrik  2 Quartette, 2 Terzette  14 Verse  konsonantischer Reim, Kreuzreim  ABBA; ABBA; CDC; DCD angesprochenes Du  Éste engaño que ves

nächste Woche: Martín Fierro muss als Ganztext gelesen werden bis zum zweiten Zwischentest Begriffe für ein glückliches Zusammenleben  Gerechtigkeit  Toleranz  Frieden  Freiheit  Ehrlichkeit  Demokratie,…

 Sie erziehen in der Wahrheit und des eigenen Landes

  1. Rhetorische Stilmittel  Rhetorische Fragen  Anapahern  Polysyndeton  Anrede: Señores  Personifikation  Repetitio: también vosotras, también vosotras

JOSÉ HERNÁNDEZ - MARTÍN FIERRO

José Hernández  1834 – 1886 Buones Aires  Journalist und Dichter  1872 El gaucho Martín Fierro o Nationalepos o Während Exil in Brasilien o In Latein veröffentlicht Zeitung El Río de la Plata  Setzte sich für Wahlen ein  War gegen Immigration  war der Meinung, dass dies den Wohlstand gefährdet El gaucho Martín Fierro  2.316 Verse  Epos, Heldengedicht  In zwei Teilen veröffentlicht o 1872 erster Teil = la ida o 1879 zweiter Teil = la vuelta  Historischer Hintergrund der „ Gaucho “  Großer Beitrag zur Unabhängigkeit Argentiniens Was sind Gauchos****?  Nachkommen von spanischen Einwohnern und den Ureinwohnern Argentinien  Aussehen: o lederne Schuhe mit Sporen o Poncho  aus Mapuche Kultur  wird zu Verteidigungszwecken benutzt o Leder- oder filzartiger Hut o immer ein Messer dabei o gauchos leben nicht in der Stadt, aber auch nicht bei den Indigenen  sie leben im Paradies dazwischen Inhalt o Martín Fierro erzählt seine Lebensgeschichte o Erzwungene Eingliederung in die Armee o Leben gefiel ihm nicht, wollte immer zurückkehren o Nach der Rückkehr war seine Familie nicht mehr

o zog weiter und sucht seine Familie, trifft viele Abenteuer  Konfrontation mit Menschen versch. Rassen (Gringos, Schwarze)  wurde von der Polizei verfolgt  trifft seinen Gefährten Sergento Cruz  schließt sich an  sind auf der Suche nach einem besseren Leben o War auf der Seite der Einwanderer, aber ist eigentlich auf Seite der Einheimischen (weil er eingezogen wurde) o Häuptling hilft ihnen, trotzdem muss er sie gefangen nehmen, aber kommen wieder frei o durch Pest gab es viele Tode o kamen an Frau vorbei, die der Hexerei beschuldigt wurde o wollen ihr helfen und kämpfen für sie o sie gewinnen und reisen mit ihr in die Zivilisation o Seine Söhne lebten als Weisen und arbeiteten als Knechte o Martín wurde vieler Sachen beschuldigt und auch eingesperrt, kam aber wieder frei o Er bestahl Menschen o Jüngerer Sohn von Martín Fierro, verliebt sich in eine Frau, versucht durch Wodoo Frau für sich zu gewinnen, funktioniert nicht

Gruppenarbeit

Suche 3 Stilfiguren und beschreibe die Metrik und das Reimschema im 1. Kapitel Vers 7 „cantos del cielo..“ Hyperbel; Vers 25  Polyptoton; Pleonasmus (doppelte Erwähnung, z.B. weißer Schimmel, alter Greis) o Konsonantischer Reim o Reimschema  ABBCCB o octosílabo o Metapher  Yo soy toro en mi rodea y torazo en rodeo ajeno o Anapher und Parallelismus  Vers 31, (Exkurs  cuaderna via = Spielleute, die im Mittelalter gesungen haben; 14 Silber mit dem Reimschema aus 4 Versen mit Folgereim  AAAA) Was ist das Hauptthema des Gedichtes? Welche weiteren Themen lassen sich finden? Hauptthema  Leben des gaucho Martín Fierro ; auf der Suche nach seiner Familie, will sein altes Leben zurück, dabei erlebt er vielen Abenteuern; Ungerechtigkeit wegen Trennung Weitere Themen  Liebe, bringt Opfer, anfangs Einsamkeit, später Freundschaft, Tod Beschreibe die Person des Martín Fierro o Hauptperson o Gaucho de las pampas argentinas o Un hombre de campo, trabajador y con unos principios morales muy elevados para su rango social o Er will nicht mit dem Gewehr schießen, sondern ein ehrlicher Mann sein o Es werden Werte aus dem Ritterdasein übernommen, obwohl in der traditionellen Ständegesellschaft das nicht so sein dürfte = Gauchoehre o Einsam Fasse den Inhalt der Kapitel des I. Teils (1,2,9) stichwortartig zusammen und finde ein Schlagwort, welches das gesamte Geschehen definiert.

 1830/31 wurde El Periquillo Sarniento zum ersten Mal veröffentlicht  Cervantes war sein Vorbild o z.B. auch in Kapitelüberschriften bemerkbar Inhalt  Prolog von Lizardi  fehlerhaftes Leben  Prolog von Periquillo  Anmerkungen für die Leser  Kapitel I: Anmerkungen für die Kinder; Herkunft, Elternhaus, Ausbildung  Kapitel VII: Geschichte mit dem falschen Grafentitel  Werk soll seine Fehler und Lasten vermitteln  man erkennt einen Reifeprozess o Anfangs ist er korrupt, später nicht mehr  gibt seinen Kindern Buch  Periquillo (=Spitzname)  Pedro  In Verbindung mit pícaro (Gauner)  Don Pedro Sarniento = hombre de bien  großer Unterschied zw. 1. U. 2. Teil  Sarniento bedeutet Weinrebe o Verweis auf Christus und das ewige Leben Fiktionalität vs. Wirklichkeit  Grenzen verwischen  Durch Namen Sitten und Gebräuche der Wirklichkeit soll Roman Glaubwürdigkeit erlangen Tugendhaft (=moralisch vorbildlich) = Ehrlichkeit, Treue Welche zwei Schlüsselbegriffe führt Lizardi ein und was sind Beispiele im Text?

  • vicios  Untugend; z.B. injusticia, perversidad, impostura, paganismo, sin religión perfecta (Christentum)
  • virtudes  Tugend; z.B.; justicia, diligencia, afán, ciencia, satisfacción, economía Debatte  wie ist die Stellung von antiker Mythologie Welche Tipps und (Warn-)Hinweise gibt Periquillo Sarniento seinen Kindern in Bezug auf die cuadernos?
  • sollen aus seinen Fehlern werden
  • zeigt Beispiele auf, wie man es nicht machen soll Welche rhetorischen Mittel sind zu finden? (Anfang bis inkl. 1.Kapitel)
  • Manuskript ist nur für Kinder bestimmt, wenn sie es jmd. geben dann nur denjenigen die keine Laster haben, diese werden dann aufgezählt = viele Enumerationen  Leute werden aufgezählt; (auch im Don Quijote)  wer bleibt übrig? Niemand.
  • Durch das häufige Aufzählen, dass nur Kinder lesen dürfen  zu hinterfragen, ist es wirklich so?
  • Anapher  „nie“  erinnert an das Genre des Schelmenromans = pícaro lebt ein Leben voller Laster, danach ändert er sich  erinnert auch an den Bildungsroman , in Spanien fast nicht vorhanden = Aufklärung zu Tugenden

JORGE LUIS BORGES – PIERRE MENARD, EL ALEPH

Jorge Luis Borges

  • 1899 – 1986 aus Argentinien
  • „lateinamerikanische Phantastik“
  • Autor der Zeitschrift Sur
  • Wichtige Werke: o Historia universal de la infamia o Ficciones o El Aleph Magischer Realismus
  • Verschmelzung von realer Wirklichkeit und magischer Realität
  • „dritte Realität“ Inhalt - Pierre Menard
  • 2 Teile o 1. Teil  sichtbare und publizierte Werke von Menard o 2. Teil  unveröffentlichtes Werk  Menard will Quijote schreiben  wollte ihn so schreiben, als hätte es den Quijote noch nicht gegeben  Kapitel 9, 38 und Fragmente des Kapitel 22 Inhalt - El Aleph
  • Erzählung gehört zu einer Reihe mit 16 weiteren Erzählungen (1944 - 1952)
  • Titel der Erzählung = Titel des Sammelbandes
  • Zitate aus Shakespeare, Hobbes
  • Geschichte eines Individuums
  • Ich-Erzähler mit Namen Borges – berichtet von Rückkehr in ein Haus
  • 3 Episoden Gruppenarbeit
  1. Ausschnitt aus Pierre Menard, autor del Quijote (S.107)  Was ist der Unterschied von Cervantes Quijote und Menards Quijote a. Es gibt formell überhaupt keinen Unterschied b. Jedoch inhaltlich schon  er sagt für Cervantes war es leicht den Don Quijote zu schreiben  er hat ihn in seinem eigenen Spanisch in seiner Zeit geschrieben  viel schwieriger für Menard der ursprünglich Franzose ist und sich in seine Zeit zurückversetzen muss
  2. Was sind die zentralen Themen in „El Aleph“ a. Unendlichkeit b. Tod c. Vergänglichkeit d. Zwiespalt
  3. Was bedeutet der Begriff „El Aleph“? Wofür steht er a. Aleph erster Buchstabe im hebräischen Alphabet, ist allwissend b. Paradigma des Schweigens c. Unheimlichkeit

ANTONIO MACHADO – CAMPOS DE CASTILLA

Antonio Machado  Geboren 1875 in Sevilla  Sohn liberaler Intellektueller  Paris  Übersetzer Generación del 98  Literarische Bewegung in Spanien  Gruppe von Autoren  Besorgnis über Entwicklung Spanien  Spanien verlor die letzten drei Kolonien  Schwierige Situation  Las dos Españas = Liberale vs. Konservative Themen del 98  Existenzielle, religiöse Fragen  Liebe zu Kastilien  Kirchenfeindlichkeit  Schmerz über Rückstand und Armut Spaniens Campos de CastillaGedichtsband  1912 veröffentlicht  Landschaftsbeschreibungen Kastilien o Kritische Reflexion über Situation Spaniens o Spiegelbild seiner Emotionen und Stimmungslage nach Leonors Tod  Geprägt durch Aufenthalt in Kastilien (Soria)  Symbole o Agua  fließende Zeit; Zeit kann man nicht zurückdrehen o Tarde  Dämmerung als Zeichen für Alter o Caminos  Wege des Lebens o Mar  Mündung aller Flüsse, alles mündet in den Tod o Naturelemente  Bäume, Flüsse, Felder, … Gedicht: A José María Palacio  Biographische Lektüre Enunziationsstruktur  Artikuliertes Du = buen amigoPalacio  Ich  wir wissen nicht ob Mann oder Frau, kein artikuliertes ich Rhetorische Mittel:  Rhetorische Fragen  Interjektionen  Personifizierung = primavera vistiendo o 5 Vers: Primavera = Anspielung auf Göttin des Frühlings (Persephone)  Wiederholung des ya  Parallelismus = entre; entre  Letzte Strophe  Metaphern = sube al Espino  in den Himmel steigen Reimschema

 Kombination aus 7Silbern und 11Silbern = silva arromanzada  Assonanter Reim  jeder zweite Vers endet auf e Inhalt  2. Teile  1. Teil bis Vers 26 o Einflüsse des Frühlings auf die Landschaft Sorias o Gegensatz zu seinem emotionalen Leben, in dem kein Frühling mehr kommen wird o Naturbeschreibungen  Vers 11  großer Gebirgszug  Wildwachsende Pflanzen  2. Teil o Bittet seinen Freund Palacio zum Friedhof (wo seine Frau begraben ist) zu gehen, soll den Espino zum Grab legen o Letzte Verse ab Vers 27  Wieder Erhebung  Kultivierte Pflanzen o Vers 28  Wassermotiv häufig mit dem Tod verbunden (griechische Mythologie = man muss auf die andere Seite des Flusses) o Wie kann man mit Menschen die nicht mehr hier sind kommunizieren? Durch Blumen, viele Anspielungen auf die griechische Mythologie

Gedicht: Retrato

  1. Strophe  Anspielung auf Cervantes  casos que recordar no quiero  Es gibt weitere Orte die ihn geprägt haben, die er jedoch nicht nennen will  3x mi beschreibt sein Leben  infancia, juventud, historia
  2. Strophe  Beschreibt seine Einstellung zur Liebe  Hatte auch davor viele Frauen, aber war kein Don JuanCupido  Anspielung auf griechische Mythologie  Mañara y Bradomín = literarische Figuren; Verfüher  Lyrisches Ich ist nicht so wie diese Verführer  Liebt nur eine Frau
  3. Strophe  Er spricht von seinen politische Idealen
  4. Strophe  Schönheit der Dichtung o Dichtung muss für ihn ästhetisch sein
  5. Strophe  Poetisches Ideal  wie geht er an die Poesie heran  Neben Schönheit muss die Poesie auch eine Aussage haben
  6. Strophe  Die Einstellung des Autors ist nicht wichtig (egal ob klassisch, romantisch), sondern er will mit seinen Versen in Erinnerung bleiben
  7. Strophe  Er führt Selbstgespräche, in der Hoffnung auf Gott zu treffen
  8. Strophe  Er schuldet Lesern nichts, Leser schulden ihm etwas

 Blockhütte  Klee, Schnee, geschlossener Ort in der Einöde, Kamin (S.92) o Klee : steht für Glück, Wunsch nach Trost, wenn es nicht vierblättrig ist  Körper, Geist und Seele wieder in Einklang bringen o Schnee : kann für das Erweichen des verhärteten Herzes stehen, Reinheit, Ruhe und Frieden o Einöde : vereinsamtes, langweiliges Leben, trostlose Zukunft, eigene Unhöflichkeit o Kamin : spiritueller Mittelpunkt des Selbst; vernachlässigte sexuelle Bedürfnisse, weibliches Sexualsymbol,  Pferd o weißes Pferd : steht für die weibl. Sexualität; ungezügeltes Temperament, mangelndes Gemeinschaftsgefühl, Gruppenarbeiten  Figurenkonstellation o Don Eladio Linacero verändert sich nicht  statisch o er ist geschlossen und offen gleichzeitig  beides ist vertreten  Fokalisierung o Vermischung der Erzählebenen (intradiegetisch, metadiegetisch = Metalepsen)  es gibt mehrere Metalepsen (Träume)  Rolle der Zigarette o beim Ausatmen  Zurück zur Realität o es löst sich alles in Rauch auf, bodenlos, alles verliert sich (El pozo) o er hat keine Zigaretten, es wird immer wieder das Rauchen erwähnt S.91 – Ana María era grande  Text sagt uns nicht was genau passiert ist  man weiß nicht ob Vergewaltigung passiert ist Was für eine Funktion hat die Literatur? intratextuell, binnentextuell, extratextuell  Distanz aufbauen  Zeitvertreib  Be- und Verarbeitungsprozess o man hat den Eindruck er möchte darüber reden, hat 2x versucht es zu erzählen, jetzt dritter Versuch  er schreibt es auf o immer wieder kommen Signalwörter (recordar, acordar) vor, die darauf hinweisen, dass der Protagonist immer wieder in seine Realität zurück möchte o Versuch mittels Fiktion in die Realität zurückkommen Techniken Wie werden Erzählebenen miteinander verknüpft, dass Leser sich nicht verlieren?  es werden Signalwörter verwendet ( soñar, sueño )  Erzählebenen o intradiegetische Ebene (1. Ebene)  sein Zimmer, Lazaro, Schreiben, Warten o Ebene 2: (intrad. 2; metradieg.)   Erinnerungen: Lazaro politisches Treffen; Ana María; Cecilia; Ester; Codes; namenlose Prostituierte o Ebene 3: innerhalb d. 2. Ebene  Holland, weitere Ebene eröffnet o Metalepsen Hauptfokus Klausur:

 Texte ab dem Zwischentest + Fuente Ovejuna  Texte sollen verortet werden (nicht nur 20.Jhd.)

ALEJO CARPENTIER – EL REINO DE ESTE MUNDO

Alejo Carpentier  1904 - 1980; geboren in der Schweiz  1949El Reino de este mundo  Vater französischer Architekt  nach Kuba emigriert  Amerika war damals ein Hoffnungskontinent o aufstrebende Republik Kuba  1898 letzte Kolonien gehen verloren  Kuba wird unabhängig  Carpentier lernt die verarmte, ländliche, kubanische Gesellschaft kennen  studiert Architektur, war Journalist, beginnt sich politisch zu engagieren o verbrachte einige Zeit im Gefängnis  schreibt dabei Écue-Yamba-O (gelobt sei der Herr)  kostumbristischer Roman, auf die Bräuche, Lebensverhältnisse ausgerichtet  Carpentier lernt Avantguard Bewegung in Paris kennen  Idee des Surrealimus  adaptiert dieses Konzept auf die lateinamerikanische Literatur o grenzt sich später aber von dieser Strömung ab und schafft seinen eigenen Stil o hat Kurzgeschichten, Romane geschrieben  El siglo de las luces  war neben Reino de este mundo sein Hauptwerk o erster Roman, der die europäische Geschichte aus lateinamerikanischer Perspektive porträtiert  lebt ab 1968 bis zu seinem Tod in Paris, erhält 1978 den Premio Cervantes El Reino de este mundo  eine reale Reise nach Haiti  hat eine eigene Panamerikanische Kunstsprache verfasst o kein typisch kubanisches Spanisch  sehr gewählte Sprache o übernimmt verschiedene Lexeme aus untersch. Sprachen Lateinamerikas Interview  wie interpretiert er den Don Quijote? o es gibt keinen Vergleich, so ein guter Roman o repräsentiert nicht den typischen spanischen Mann  gleichzeitig real und irreal  es zeigt das typische Spanien seiner Zeit, trotzdem irreal, weil Quijote irrealen Abenteuern begegnet o das Irreale und das Reale können im Quijote bestehen

LOPE DE VEGA – FUENTEOVEJUNA (1619 publiziert worden)  normative Schrift  wie Theaterstücke geschrieben werden müssen  Dramatiker der spanischen Literaturgeschichte  Cervantes sagt  el monstruo de la naturalezaFuenteovejuna ist comedia; ist aber nicht Komödie o comedia = trágico y cómico mezclado  klassisches Figureninventar o Lope de Vega wehrt sich dagegen o er mischt die höher gestellten Figuren mit den niedrigergestellten  Reyes católicoscomendador = Lehensherr  alcaldes (Bürgermeister)  Vater von Laurencia  Inhaltsverzeichnis hierarchische Ordnung  einer der wichtigsten Ritterorden stellt sich gegen die katholischen Könige  Fuente Ovejuna  Ort in Andalusien

 Corral de comedias  Ort, an dem Theaterstücke aufgeführt wurden

nur Männer durften Theater spielen (Ende d. 16 Jhd.)

  Im Siglo de Oro wurde dieses dann professionalisiert  es wurde Geld angenommen, war

ein bezahltes Spektakel mit professionellen Schauspielern  Die Parterreplätze in der Mitte waren für die Ärmeren, seitlich saßen die Reicheren Aufbau eines Dramas:  beginnt mit Exposition o beginnt in Almagro (Sitz des Großmeisters) o es gibt Thronfolgestreitigkeiten o Gúzman empfiehlt dem Großmeister … o Laurencia sagt sie will sich nicht für Gómez hingeben, auch wenn andere das machen o comendador stellt ihr nach o Fernán Gómez wird von der Bevölkerung jubelnd empfangen  kämpft auf der Seite von Juana  er will Laurencia und Pascuala  Konflikt o Konflikt entsteht dadurch, dass Laurencia sich nicht hingeben will o historischer Hintergrund o Calatrava - Orden positioniert sich zuerst falsch (gegen die katholischen Könige) o Frage von Ehre  sexuelle Integrität von Frauen o Hochzeit  Braut wird geraubt, Bräutigam wird eingesperrt  Höhepunkt  Krise, Peripetie (es gibt einen Umschwung) o die Ermordung des comendador (Fernán Gomez) , und die Revolte o sexueller Übergriff auf LaurenciaFall o es kommt zu Folterungen o alles sagen  „Fuente Ovejuna lo hizo“Tragödie  schlechtes Ende; Komödie  Lösung des Konfliktes, Happy End o sie werden von den reyes católicos freigesprochen

3 Aristotelische Einheiten:  Ort  wechseln ständig hin und her  Zeit  Handlung S.176 – Vers 2175  nur Frondoso und Laurencia sind auf der Bühne  alle anderen Stimmen sind im Hintergrund  Mengo schaut immer nur auf sich o deshalb ist unklar ob er den Mord gesteht oder nicht o im Endeffekt sagt er  „Fuente Ovejunica lo hizo“ Inhalt  comendador = Fernán Gomez  kämpft auf der falschen Seite gegen die katholischen Könige  macht Laurencia und Pascuala Avancen o Laurencia lehnt ihn jedoch ab, anders als andere Frauen  Frondoso gesteht Laurencia seine Liebe und sie wollen heiraten  comendador bekommt dies mit, unterbricht die Hochzeit und lässt sie gefangen nehmen  Laurencia hälft daraufhin eine Rede und fordert die Männer des Dorfes auf Gomez zu töten  Das Dorf schließt sich zusammen und sie töten den Lehensherren  Die Dorfbewohner werden gefoltert, zu sagen wer der Mörder sei  alle antworten jedoch: „Fuente Ovejuna lo hizo“  Die Bewohner werden freigesprochen