Placemat-‐Methode, Mitschriften von Biologie

Bei der Placemat-‐Methode handelt es sich um ein Verfahren, bei dem – unter Nutzung einer grafischen. Struktur – kooperative Arbeitsabläufe strukturiert und ...

Art: Mitschriften

2021/2022

Hochgeladen am 09.08.2022

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FD Biologie P. Muff
Placemat(Methode-
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Kurze-Beschreibung-der-Methode-
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Bei!der!Placemat-Methode!handelt!es!sich!um!ein!Verfahren,!bei!dem!–!unter!Nutzung!einer!grafischen!
Struktur!–!kooperative!Arbeitsabläufe!strukturiert!und!Arbeitsresultate!verschiedener!Personen!zusam-
mengeführt!werden.! Damit! liefert!sie! die! Möglichkeit,!sowohl! individuelle! Arbeitsergebnisse!als! auch!
Ergebnisse!aus!Gruppenarbeitsprozessen!festzuhalten.!Die!Methode!eignet!sich!sehr!gut!zum!Einstieg!in!
ein!Thema,!indem!Vorerfahrungen!abgefragt!werden,!aber!auch!zur!Erfassung!von!Lernzwischenständen!
und!Arbeitszwischenergebnissen!sowie!zur!abschließenden!Diskussion!eines!Themenkomplexes.!
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Darstellung-der-Methode-
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Bei!der!Placemat-Methode!handelt!es! sich! um! eine! Form! des! kooperativen! Lernens,! bei! dem! die! Ler-
nenden!zunächst!die!Möglichkeit!haben,!zu!einer!bestimmten!Fragestellung!eigene!Gedanken!zu!entwi-
ckeln,!um!anschließend! in!eine!schriftliche!Diskussion!mit!den!anderen!Lernenden! zu!treten!(vgl.!Sliwka!
2004,!S.!131!f.).!Dazu!wird!ein!Bogen!Papier!entsprechend!der!Anzahl!der!Diskutierenden!in!gleich!große!
Teile! geteilt.!In! der! Mitte! des! Papiers! wird! Platz! gelassen! für! die! abschließend! konsensuell! ermittelte!
Antwort!der!gesamten!Gruppe!auf!die!eingangs!gestellte!Frage,!Aufgabe!oder!These.!!Ein!Beispiel!für!ein!
unausgefülltes! Placemat! für! eine! Vierergruppe! sieht!folgendermaßen! aus! (vgl.! Kliebisch! &! Meloefski!
2007,!S.!21):!
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Der!Ablauf!der!Methode!lässt!sich!in!drei!Phasen!gliedern:!
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1. Einzelarbeit:! Pro! Feld!nimmt!je!eine!Person! Platz! und! schreibt! in! einer!vorgegebenen!Zeit!ihre! Ge-
danken!und! Ergebnisse!zu!einer! vorgegebenen!Fragestellung! auf!(vgl.! Brüning!&!Saum! 2008,!S.!25).!
Es!können!aber!auch!Fragen,!Unklarheiten,!Widersprüche!oder!Querverweise!festgehalten!werden.!!!
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2.! Gruppenarbeit:!Anschließend! tauschen! die! Lernenden! ihre! individuellen! Notizen! mit! den! anderen!
Gruppenmitgliedern! aus.! Dazu!wird! das! Blatt! im! Uhrzeigersinn! gedreht! und! die! Lernenden! lesen,!
kommentieren,!ergänzen!und!erweitern! die! bereits!festgehaltenen!Ausführungen!in! einer! vorgege-
benen!Zeit.! Dies!wird! so!oft! wiederholt,!bis! jede!Person!ihr!ursprüngliches!Feld!erneut!vor!sich!hat.!
Nachdem!alle! Lernenden!sämtliche! Eintragungen!gelesen! haben,!einigen! sie!sich! auf!beispielsweise!
zwei! bis! drei! zentrale! Antworten! und! Aussagen! auf! die! gestellte! Frage,! Aufgabe! oder! These! (vgl.!
Green! &! Green! 2010,!S.!136).! Dabei! ist! wichtig,! dass! die! Lernenden! im! „Prozess! des! deliberativen!
Sprechens“!(Sliwka!2004,! S.!132)! die! Ideen!jedes!einzelnen!Gruppenmitgliedes! berücksichtigen! und!
die! Zusammenhänge! zwischen! den! individuellen! Aussagen! erkennen! sowie!einen! Konsens! finden,!
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FD Biologie – P. Muff

Placemat-­‐Methode

Kurze Beschreibung der Methode Bei der Placemat-­‐Methode handelt es sich um ein Verfahren, bei dem – unter Nutzung einer grafischen Struktur – kooperative Arbeitsabläufe strukturiert und Arbeitsresultate verschiedener Personen zusam-­‐ mengeführt werden. Damit liefert sie die Möglichkeit, sowohl individuelle Arbeitsergebnisse als auch Ergebnisse aus Gruppenarbeitsprozessen festzuhalten. Die Methode eignet sich sehr gut zum Einstieg in ein Thema, indem Vorerfahrungen abgefragt werden, aber auch zur Erfassung von Lernzwischenständen und Arbeitszwischenergebnissen sowie zur abschließenden Diskussion eines Themenkomplexes. Darstellung der Methode Bei der Placemat-­‐Methode handelt es sich um eine Form des kooperativen Lernens, bei dem die Ler-­‐ nenden zunächst die Möglichkeit haben, zu einer bestimmten Fragestellung eigene Gedanken zu entwi-­‐ ckeln, um anschließend in eine schriftliche Diskussion mit den anderen Lernenden zu treten (vgl. Sliwka 2004, S. 131 f.). Dazu wird ein Bogen Papier entsprechend der Anzahl der Diskutierenden in gleich große Teile geteilt. In der Mitte des Papiers wird Platz gelassen für die abschließend konsensuell ermittelte Antwort der gesamten Gruppe auf die eingangs gestellte Frage, Aufgabe oder These. Ein Beispiel für ein unausgefülltes Placemat für eine Vierergruppe sieht folgendermaßen aus (vgl. Kliebisch & Meloefski 2007, S. 21): Der Ablauf der Methode lässt sich in drei Phasen gliedern:

  1. Einzelarbeit: Pro Feld nimmt je eine Person Platz und schreibt in einer vorgegebenen Zeit ihre Ge-­‐ danken und Ergebnisse zu einer vorgegebenen Fragestellung auf (vgl. Brüning & Saum 2008, S. 25). Es können aber auch Fragen, Unklarheiten, Widersprüche oder Querverweise festgehalten werden.
  2. Gruppenarbeit: Anschließend tauschen die Lernenden ihre individuellen Notizen mit den anderen Gruppenmitgliedern aus. Dazu wird das Blatt im Uhrzeigersinn gedreht und die Lernenden lesen, kommentieren, ergänzen und erweitern die bereits festgehaltenen Ausführungen in einer vorgege-­‐ benen Zeit. Dies wird so oft wiederholt, bis jede Person ihr ursprüngliches Feld erneut vor sich hat. Nachdem alle Lernenden sämtliche Eintragungen gelesen haben, einigen sie sich auf beispielsweise zwei bis drei zentrale Antworten und Aussagen auf die gestellte Frage, Aufgabe oder These (vgl. Green & Green 2010, S. 136). Dabei ist wichtig, dass die Lernenden im „Prozess des deliberativen Sprechens“ (Sliwka 2004, S. 132) die Ideen jedes einzelnen Gruppenmitgliedes berücksichtigen und die Zusammenhänge zwischen den individuellen Aussagen erkennen sowie einen Konsens finden,

FD Biologie – P. Muff welche Einzelaussagen für die Meinung der gesamten Gruppe stehen und somit als gemeinsame zentrale Antwort auf die gestellte Fragestellung formuliert werden können (vgl. Sliwka 2004, S. 132). Diese finden in der Mitte des Placemats Platz. Die Lernenden erfahren so, dass sie ohne die anderen Mitglieder der Lerngruppe die Fragestellung nicht erfolgreich bearbeiten können, jeder Lernende steht also in einer individuellen persönlichen Verantwortung. Man spricht hier auch vom Prinzip der positiven Abhängigkeit (vgl. Kliebisch & Meloefski 2007, S. 20).

  1. Plenum: In der dritten Phase werden nun die Ergebnisse aus den Kleingruppen dem gesamten Klas-­‐ senverband präsentiert. Als Hilfestellung dient hierzu das Feld aus der Mitte des Placemats auf dem zuvor in der Gruppenarbeitsphase die zentralen Ergebnisse der Diskussion festgehalten wurden (vgl. Brüning & Saum 2008, S. 25). Im Idealfall ist dieses Feld leicht vom Placemat zu entfernen. Dies gibt den Lernenden die Möglichkeit, ihre Ergebnisse mit denen der anderen Kleingruppen beispielsweise an der Tafel zu vergleichen oder Strukturen zu legen. Reflexion der Methode
  2. Methodenkompetenz: Die Durchführung der Placemat-­‐Methode im Team befördert in hohem Maße kommunikative und kooperative Kompetenzen der Lernenden. Die Lernenden müssen sich erstens im Rahmen der gesteckten Zeitvorgaben sprachlich deutlich und prägnant ausdrücken, so dass die Mitlernenden die Aussagen verstehen und kommentieren können. Dies befördert die Abstraktions-­‐ kompetenz, also die Fähigkeit der Entwicklung strukturierter sprachlicher Verallgemeinerungen so-­‐ wie die Fähigkeit zur sprachlichen Verständigung mit Anderen. Zweitens erwerben die Lernenden umfangreiche kooperative Kompetenzen, zumal sie sich in der Gruppe auf ein gemeinsames Ver-­‐ ständnis, ein gemeinsam entwickeltes Modell oder bedeutsame Begriffe zum entsprechenden Prob-­‐ lem bzw. Thema verständigen müssen. In diesen Diskussions-­‐ und Aushandlungsprozessen wird ge-­‐ genseitiges Zuhören, Aussprechen lassen und argumentatives Erörtern trainiert, was insgesamt dazu befähigt, eine gruppengestützte Konsensbildung zu erreichen.
  3. Methodenvielfalt: Die Methode ist grundsätzlich in sehr verschiedenen Lerngruppen einsetzbar, von der Grundschule bis zur Erwachsenenbildung. Sie eignet sich überall dort, wo es zur strukturierten Aktivierung von Erfahrungswissen oder subjektiver Überzeugungen kommen soll. Zusätzlich fördert sie den sozialen Austausch auf unkonventionelle Art und Weise und stellt somit eine Alternative zu anderen Diskussionsmethoden, wie die Talkshow, die Pro-­‐Contra-­‐Diskussion oder das Klassenge-­‐ spräch, dar. Neben der Aktivierung von Erfahrung bietet die Placemat-­‐Methode in all den Unter-­‐ richtskonzeptionen, in denen es zur kooperativen Erarbeitung fachlicher Zusammenhänge (z. B. durch das Ermitteln zentraler Begriffe) kommen soll, eine strukturierte Vorgehensweise an. Die Me-­‐ thode kann zu Beginn (als Unterrichtseinstieg), in Erarbeitungsphasen und auch am Ende von Unter-­‐ richtseinheiten (zur Ergebnissicherung) eingesetzt werden, was sie variabel für vielfältige Lernzu-­‐ sammenhänge nutzbar macht.
  4. Methodeninterdependenz: Die Placemat-­‐Methode kann sehr einfach mit weiteren Methoden ver-­‐ knüpft werden. Einige Beispiele werden im Folgenden dargestellt: Die Placemat-­‐Methode kann in al-­‐ len Lehr-­‐Lernsituationen, in denen zu Beginn eine Bezugnahme auf die Erfahrungen oder eine Ideen-­‐ findung und Ideenauswahl angestrebt wird, zum Einsatz kommen. So sind solche Erarbeitungsprozes-­‐ se vielfach Teil von Projektarbeit. In der Szenariotechnik kann die Placemat-­‐Methode in der Erarbei-­‐ tungsphase beim Ermitteln eines Trendszenarios wichtige Ideen liefern. Die Lernenden können sich auf Basis der auf den Placemats kommentierten Aussagen auf eine zukünftige, realistische Ausrich-­‐ tung des Themas oder Problems einigen. Die Placemat-­‐Methode eignet sich zudem auch zur Vorbe-­‐ reitung einer Pro-­‐Contra-­‐Diskussion. So können eigene Argumente und die der Gegenseite ermittelt und kooperativ gewichtet werden, so dass eine gemeinsame und stringente Argumentationsfigur aufgebaut wird. aus: http://methodenpool.uni-­‐koeln.de/placemat/frameset_vorlage.html