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Ÿ Pragmatik (Deixis und Anapher; Sprechakttheorie) ... den performativen Sprechakt vollzogen wird: In dieser unserer Situation (Fr., 10.
Art: Übungen
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Gerrit Kentner
(^) Kernbereiche der Linguistik (^) Phonetik/ Phonologie (^) Morphologie (^) Syntax (^) Semantik (^) jetzt gehts weiter mit (^) Pragmatik (Deixis und Anapher; Sprechakttheorie)
(1) Errechnen Sie f¨ur folgende S¨atze die semantische Struktur: a. Rupert schnarcht. b. Den Martin liebt die Marianne.
vRupert schnarchtw = vschnarchtw(vRupertw)
vschnarchtw = {x: x schnarcht}
vschnarchtw(vRupertw) ist wahr genau dann wenn gilt:
Rupert P {x: x schnarcht}
vDen Martin liebt die Mariannew (^) liebt ist ein transitives Verb: vliebtw={(x,y): x liebt y} (^) ausgehend von der syntaktischen Struktur der kanonischen Konstituentenabfolge verkn¨upfen wir zun¨achst Verb und Objekt: (^) vliebt den Martinw = vliebtw(vden Martinw) = {x: x liebt den Martin} (^) vDie Marianne liebt den Martinw = vliebt den Martinw(vdie Mariannew) = wahr genau dann wenn gilt: Marianne P {x: x liebt den Martin}
Was l¨asst sich angesichts von
(2) Den Martin liebt die Marianne
¨uber die Beziehung von Syntax und Semantik sagen? (^) Die Konstituentenabfolge (syntaktische Oberfl¨achenstruktur) ist nicht unbedingt entscheidend f¨ur die Berechnung der semantischen Struktur (^) wesentlich ist die Pr¨adikat-Argumentstruktur, die in unserem Satz durch die Kasus der Argumente angezeigt wird
(^) S¨atze werden von Personen mit ¨Uberzeugungen, W¨unschen und Absichten in konkreten Situationen ge¨aussert. (^) S¨atze sind an Personen mit ¨Uberzeugungen, W¨unschen und Absichten in konkreten Situationen gerichtet. (^) S¨atze stehen im Zusammenhang mit vorangehenden und noch folgenden ¨Ausserungen.
Ein sprachlicher Ausdruck, dessen Referenz durch Aspekte der Ausserungssituation bestimmt wird.¨
(3) Personaldeixis a. Ich unterrichte die Einf¨uhrung in die Sprachwissenschaft b. Ihre Aufgabe ist es, gut zuzuh¨oren (4) Objektdeixis: Demonstrativa und def. Artikel– Referent f¨ur Sprecher und Adressat unmittelbar perzeptuell zug¨anglich a. Dieses Pult ist schwarz b. Nicht jenes Fenster – ich meine das. (mit Zeigegeste)
Ein sprachlicher Ausdruck, dessen Referenz durch Aspekte der Ausserungssituation bestimmt wird.¨
(5) Lokaldeixis / Temporaldeixis a. Hier rauchen die K¨opfe. b. Rechts von mir ist die Leinwand. c. Ubern¨¨ achste Woche ist Weihnachten.
(8) a. Der Journalist befragte einen Politiker. Da er nicht viel Zeit hatte, vereinbarten sie einen weiteren Interviewtermin. b. Der Journalist befragte einen Politiker. Da der nicht viel Zeit hatte, vereinbarten sie einen weiteren Interviewtermin.
In (8-a) ist er Anapher und der Journalist Antezedens. In (8-b) ist der anaphorische Deixis und der Politiker der Referent.
Idee von Austin (How to do things with words): Jede sprachliche Ausserung kann als Handlung aufgefasst werden.¨
Es gelten Bedingungen f¨ur das Gelingen der Handlung, die durch den performativen Sprechakt vollzogen wird: In dieser unserer Situation (Fr., 10. Dez. 2010, IG-411) schl¨agt folgende performative ¨Ausserung fehl:
(10) a. Ich begr¨usse die zugestiegenen Fahrg¨aste auf der Fahrt von Stuttgart nach Ulm.
Fehlanwendung der ¨Ausserung – die entsprechende Begr¨ussung findet nicht statt!
Es gelten Bedingungen f¨ur das Gelingen der Handlung, die durch den performativen Sprechakt vollzogen wird! Weitere sprachliche Ungl¨ucksf¨alle:
(11) a. Ich taufe Dich, aber den Namen verrate ich nicht. (Fehlanwendung) b. Ich, Gerrit Kentner, entschuldige mich hiermit f¨ur die Finanzkrise. (Fehlberufung) c. Ich verspreche, die Vorlesungsfolien immer eine Woche im Voraus hochzuladen. (Missbrauch wegen Unaufrichtigkeit (geplanter Bruch des Versprechens))
Sprechakte m¨ussen situationsangemessen verwendet werden, damit sie gl¨ucken. Ein Beispiel: F¨ur den Sprechakt des Bittens (A sagt zu B: “Ich bitte Dich, den M¨ull rauszubringen”) gelten folgende Bedingungen, damit er gl¨uckt:
(12) a. A geht davon aus, dass der M¨ull noch nicht rausgebracht wurde. b. A geht davon aus, dass B in der Lage ist, den M¨ull rauszubringen. c. A will, dass der M¨ull rausgebracht wird. d. A geht davon aus, dass B grunds¨atzlich bereit ist, den M¨ull rauszubringen.
Sprechakte m¨ussen situationsangemessen verwendet werden, damit sie gl¨ucken. Noch ein Beispiel: F¨ur den Sprechakt des Versprechens (B sagt zu A: “Ich verspreche Dir, den M¨ull rauszubringen”) gelten folgende Bedingungen, damit er gl¨uckt:
(13) a. Der M¨ull ist noch nicht rausgebracht worden. b. B ist willens, den M¨ull rauszubringen. c. B ist in der Lage, den M¨ull rauszubringen. d. B geht davon aus, dass A will, dass der M¨ull rausgebracht wird.
Der Sprechakt des Drohens ist dem des Versprechens recht ¨ahnlich. Formulieren Sie die Bedingungen f¨ur die Situationsangemessenheit eines Droh-Aktes.