Renaissance und Humanismus, Skripte von Neuzeit

Begriff. • allgemein: Renaissance (frz.) = Wiedergeburt (ital.: rinascita – Begriff von Vasari),. Wiederaufleben einer früheren Kulturerscheinung.

Art: Skripte

2021/2022

Hochgeladen am 28.06.2022

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Renaissance und Humanismus
Die Renaissance
Begriff
allgemein: Renaissance (frz.) = Wiedergeburt (ital.: rinascita Begriff von Vasari),
Wiederaufleben einer früheren Kulturerscheinung
z. B. Karolingische Renaissance (um 800)
Ottonische Renaissance (10. Jh.)
als Epochenbegriff:
- Wiedergeburt des Geistes der Antike zwischen ca. 1400 und 1600
- damit wichtiger Aspekt der Zeitenwende um 1500 (Übergang vom Mittelalter zur
Neuzeit)
- Begriffsbildung durch Jacob Burckhardt: Die Kultur der Renaissance in Italien“ (1860)
- Gliederung: Frührenaissance 1400-1490 (Beginn in Florenz: Medici)
Hochrenaissance 1490-1520 (Zentrum in Rom)
Spätrenaissance (Manierismus) 1520-1600
Grundlage: neues Menschenbild
Mittelalter
Renaissance
- Mensch als Teil einer gott-
gewollten, unwandelbaren
Ordnung
- Elend der Menschen durch
die Erbsünde begründet
- Erlösung erst im Jenseits
- somit ausschließlich religiöse
Ableitung der menschlichen
Existenz
- Mensch als Teil einer menschen-
gewollten dynamischen Ordnung
- Mensch somit als aktiver Gestalter
seiner Lebenswelt
- Ableitung der Wertschätzung des
Menschen im Diesseits aus den
Schriften der antiken Philosophen
(aber keine grundsätzliche Ab-
wendung vom Christentum)
Rückgriff auf
die Antike
Renaissance
als Beginn
der Moderne
Insgesamt: Wandel des mittelalterlichen theozentrischen zu
einem anthropozentrischen Weltverständnis
Auswirkungen in der Kunst
Selbstbewusstsein des Künstlers
- Signierung der Bilder
- Selbstbildnisse
Malerei:
- Landschaftsmalerei
- korrekte, z. T. nackte Darstellung
des menschlichen Körpers
- Zentralperspektive
gewisse Kontinuität der Antike
- Bauwerke
- lateinische Sprache
wirtschaftlicher Aufschwung Ent-
stehung einer bildungsbeflissenen Elite
Bürgertum als Trägerschicht
Mäzenatentum der neuen Elite
Baukunst:
- antike Formen: Rundbogen, Säu-
len, Giebel
- Streben nach Harmonie (z. B. Zen-
tralbau)
- Errichtung von Repräsentations-
bauten
Bedeutende Künstler in Italien:
FRÜHRENAISSANCE:
- Brunelleschi - Botticelli
- Masaccio - Donatello
- Mantegna
HOCHRENAISSANCE
- Leonardo da Vinci - Tizian
- Michelangelo - Raffael
SPÄTRENAISSANCE:
- Vasari - Palladio
Naturforschung
Kopernikus: heliozentrisches Weltbild
Anatomische Studien
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Renaissance und Humanismus

Die Renaissance

Begriffallgemein: Renaissance (frz.) = Wiedergeburt (ital.: rinascita – Begriff von Vasari), Wiederaufleben einer früheren Kulturerscheinung z. B. Karolingische Renaissance (um 800) Ottonische Renaissance (10. Jh.)  als Epochenbegriff:

  • Wiedergeburt des Geistes der Antike zwischen ca. 1400 und 1600
  • damit wichtiger Aspekt der Zeitenwende um 1500 (Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit)
  • Begriffsbildung durch Jacob Burckhardt : „Die Kultur der Renaissance in Italien“ (1860)
  • Gliederung : Frührenaissance 1400 - 1490 (Beginn in Florenz: Medici) Hochrenaissance 1490 - 1520 (Zentrum in Rom) Spätrenaissance (Manierismus) 1520 - 1600  Grundlage: neues Menschenbild Mittelalter Renaissance
  • Mensch als Teil einer gott- gewollten, unwandelbaren Ordnung
  • Elend der Menschen durch die Erbsünde begründet
  • Erlösung erst im Jenseits
  • somit ausschließlich religiöse Ableitung der menschlichen Existenz
  • Mensch als Teil einer menschen- gewollten dynamischen Ordnung
  • Mensch somit als aktiver Gestalter seiner Lebenswelt
  • Ableitung der Wertschätzung des Menschen im Diesseits aus den Schriften der antiken Philosophen (aber keine grundsätzliche Ab- wendung vom Christentum) Rückgriff auf die Antike Renaissance als Beginn der Moderne Insgesamt: Wandel des mittelalterlichen theozentrischen zu einem anthropozentrischen Weltverständnis  Auswirkungen in der KunstEntstehung in ItalienSelbstbewusstsein des Künstlers
  • Signierung der Bilder
  • Selbstbildnisse  Malerei:
  • Landschaftsmalerei
  • korrekte, z. T. nackte Darstellung des menschlichen Körpers
  • Zentralperspektive  gewisse Kontinuität der Antike
  • Bauwerke
  • lateinische Sprache  wirtschaftlicher Aufschwung  Ent- stehung einer bildungsbeflissenen Elite
  • Bürgertum als Trägerschicht  Mäzenatentum der neuen Elite  Baukunst:
  • antike Formen : Rundbogen, Säu- len, Giebel
  • Streben nach Harmonie (z. B. Zen- tralbau)
  • Errichtung von Repräsentations- bauten Bedeutende Künstler in Italien: FRÜHRENAISSANCE:
  • Brunelleschi - Botticelli
  • Masaccio - Donatello
  • Mantegna HOCHRENAISSANCE
  • Leonardo da Vinci - Tizian
  • Michelangelo - Raffael SPÄTRENAISSANCE:
  • Vasari - Palladio  Naturforschung  Kopernikus: heliozentrisches Weltbild  Anatomische Studien

Der Humanismus

Begriffallgemein: geistige Haltung mit Streben nach echter Menschlichkeit – Rückgriff auf klassische Kulturwerte  als Epochenbegriff:

  • geistesgeschichtliche Epoche: Bildungsbewegung im Rahmen der Renaissance
  • damit wichtiger Aspekt der Zeitenwende um 1500 (Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit)
  • Neuhumanismus (um 1800): erneute Hinwendung zur Antike (besonders Griechen)  Entstehung in Italien  Weiterleben antiken Gedankengutes in Italien  Impulse durch die Flucht von Griechen aus Konstantinopel (osman. Eroberung 1453)  InhaltGelehrsamkeit : Bildung als Selbstzweck (nicht mehr – wie im Mittelalter – als trans- zendente Sinnerfüllung des irdischen Lebens)  Menschwerdung durch Bildung (basierend auf Cicero)  Existenz des Menschen in der Sprache : Bedeutung der Sprachausbildung (klassische Philologie)  Liebe zum Buch  Erziehung des Menschen zu sittlicher LebensführungMethodik  freie Entfaltung der Persönlichkeit mittels der „ studia humanitatis “ (humanistische Studien)  hierbei Hauptfächer : Grammatik, Rhetorik, Ge- schichte, Poetik, Ethik  Entstehung einer humanistischen Gesinnungsethik  kritisches Abrücken von den theologisch dominierten Lehrmeinungen des Mittelalters (Scholastik, nicht aber Patristik)  Hinwendung zu den Schriften der Antike : ad fon- tes “ = [zurück] zu den Quellen  Betrachtung des Altertums als eigene, vom Mittelalter zu trennende Epoche (Beginn der Einteilung der Geschichte in Altertum, Mittelalter, Neuzeit) Scholastik: Philosophie des Mittelalters
  • Abhängigkeit von der Theo- logie
  • Ziel: Vereinigung von Glauben und Wissen (verstandes- mäßiges Begreifen Gottes)
  • Verarbeitung der Schriften des Aristoteles (Vermittlung durch die arabisch-islamische Welt)
  • Höhepunkt unter Thomas von Aquin (um 1250)  VermittlungErziehungsinstitutionen : Akademien, Gymnasien, Universitäten  Technik: Buchdruck  Massenproduktion; schnelle Verbreitung der Schriften  Entstehung eines öffentlichen Raumes  Auswirkung  Entstehung einer neuen Elite , vornehmlich aus dem Bürgertum  Entstehung eines gemeinsamen Werte- und Wissenshorizontes der Eliten  Aufkommen eines Nationalgefühl s bei den gebildeten Schichten  verstärkte Verwendung der Volkssprache  Bedeutende Humanisten
  • Petrarca (1304-1374)
  • Boccaccio (1313-1375)
  • Leonardo Bruni (1370-1444)
  • Lorenzo Valla (1407-1457)
  • Enea Silvio Piccolomini = Papst Pius II. (1405-64)
  • Johannes Reuchlin (1455-1522)
  • Erasmus von Rotterdam (1469-1536)
  • Ulrich von Hutten (1488-1523)
  • Thomas Morus (1477-1535)