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Der Stilbegriff »romanisch« wurde 1818 von dem französischen Historiker de Gerville geprägt. Mit dem. Begriff romanische Architektur formulierte er eine.
Art: Zusammenfassungen
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Der Stilbegriff »romanisch« wurde 1818 von dem französischen Historiker de Gerville geprägt. Mit dem Begriff romanische Architektur formulierte er eine wichtige Erkenntnis: Die mittelalterliche Architektur entsteht auf der Grundlage der römischen Architektur. Zentren der Romanik waren Frankreich, Italien (Lom- bardei) und Deutschland.
Vorromanische Kunst (karolingische Kunst) (ca. 800–950) Die germanischen Stämme versuchen sich der Bau- formen und Gedanken der orientalisierten Spätantike zu bemächtigen, sie im eigenen Sinne auszuformen. Übernahme des Steinbaus und Darstellung des Men- schen in Bildnerei und Malerei.
Frühromanik (ottonische Kunst) (ca. 950 –1050) Beginn des Wölbungsbaus.
Hochromanik (ca. 1050 –1180) (salische Kunst, 1024 Kaiser Konrad II.–1125, Tod Kaiser Heinrich V.). Volle Ausbildung des Kirchenbaues im Grund- und Aufriss, den Ersatz des Tonnen- gewölbes (es besteht aus einem halben Kreiszylinder, der auch spitzbogig gebrochen sein kann) durch das Kreuzgewölbe und die Durchbildung des gebundenen Systems. 1138 Konrad III. zum ersten römisch-deut- schen (Staufer-)könig gewählt.
Spätromanik (ca. 1180 mit Übergang in die Gotik) Starke Heranziehung der Bauplastik. Die Kirche, durch Kaiserschenkungen reich geworden, wird zum obersten und mehr oder minder alleinigen Auftraggeber der Kunst. Die Kunst ist in dieser Zeit allein Mittel zum Zweck der Verherrlichung Gottes und der Repräsen- tation kirchlicher Machtfülle.
Merkmale
Haupteingänge immer im Westen, Altäre im Ostteil der Kirchen: architektonische Ausrichtung nach Jerusalem (siehe Islam, Mekka) bzw. man erwartet die Erschei- nung Christi am Jüngsten Tag aus Osten (Ostern); Ostung seit 5. Jh. Ostbau = sakraler Teil (Chorgestühl), Westbau oft weltlicher Teil für Laien
Große Basiliken und Bauten der Romanik
Burgen: Stützpunkte der Adligen und Herrscher Pfalzen: Stützpunkte der Kaiser, auch Orte der Rechts- sprechung Klöster (Christlicher Glaube erlangt Stärkung, Klöster wachsen wie Pilze aus dem Boden)
Vierungsturm West
Flankenturm Lichtgaden (Treppenturm) Vierungsturm Ost
Querschiff Ost
Mittelschiff
Apsis
Chorhaus
Querschiff West Kryptenumgang
Kreuzgratgewölbe
Tonnengewölbe
Arkadenzone
Emporenzone
Triforienzone Fensterzone
Apsiden
Vierung
Joch
Chor
Seitenschiff
Hauptschiff
Basilika im typischen gebundenen System
Mit der gotischen Öl- und Tafelmalerei entstand eine neue Kunstgattung. Die Hinwendung zu weltlichen Inhalten und Gegenständen zeigt sich in der gotischen Malerei vor allem in der Portraitkunst, aber auch in detaillierten und naturgetreuen Landschafts- und Stadt- darstellungen. Damit verbunden setzte richtungswei- send für die abendländische Malerei die Auseinander- setzung mit der Perspektive und dem Raum, der Natur, dem menschlichen Körper und den elementaren bild- nerischen Kompositionsregeln und -mitteln ein. Nach 1400 verschwand der Goldgrund als Zeichen für das Göttliche des Geschehens.
Buchmalerei (illustriert werden sakrale Bücher, Bilder- bibeln, Lieder- und Minnehandschriften, Romane, Chroniken, Rechtsbücher und naturkundliche Schrif- ten), Glasmalerei, Bildhauerei (Email- und Schnitz- kunst), Skulpturen, Wand- und Tafelbild, Teppiche
Merkmale
Künstler der Gotik
mit Tendenz zur Renaissance
ZEITGESCHICHTE
LEBEN
Kreuzrippengewölbe
Seitenbogen
Gurtbogen
Diagonale Rippen
Kappe 1 Kreuzrippengewölbe des Mittelschiffes 2 Gurtbogen 3 Schildbogen 4 Kreuzrippe 5 Schlussstein 6 Ansatzpunkt der Last und des Schubs 7 Maßwerkfenster des Mittelschiffes 8 Runddienste 9 Triforienzone mit Laufgang
10 Wand hinter dem Laufgang 11 Arkadenzone 12 Arkadenbogen 13 Rundpfeiler 14 Kreuzrippengewölbe des Seitenschiffs 15 Gurtbogen 16 Strebepfeiler 17 Strebebogen 18 Fiale 19 Krabbe
20 Kreuzblume 21 Wasserschlag 22 Wasserspeier 23 Schnitt durch das Maßwerkfenster des Mittelschiffes 24 Schnitt durch den Laufgang der Triforienzone 25 Schnitt durch die Außenwand des Seitenschiffes
(In Deutschland 50 –100 Jahre später)
Überwiegend in Italien. Schon zu Beginn des 14. Jhs. stießen Kunst und Literatur der Antike auf zunehmen- des Interesse. Die Dichter und Schriftsteller des Huma- nismus begeisterten sich für die antiken Schriften und Kunstwerke, versuchte sie nachzuahmen und zeichne- ten ein Menschenbild, das vom Mittelalter grundver- schieden war: Der Mensch ist nicht mehr länger nur der ohnmächtige Sünder, sondern entdeckt seine eige- ne Kraft und sein Bewusstsein. Die Künstler entdecken die Würde des menschlichen Wesens und Körpers und der ihn umgebenden Natur. Der Künstler wird Gestal- ter einer höheren Ordnung.
Jahrhundertelang war die Errichtung von Sakralbauten das Hauptanliegen der Baumeister; dies sollte sich auch in der Renaissance nicht ändern. Stand jedoch im Mittelalter die liturgische Zweckmäßigkeit des Kirchen- baus im Vordergrund, strebte man in der Renaissance verstärkt nach Schönheit und Harmonie des sakralen Gebäudes. So wurde der Zentralbau, da harmonisch in sich ruhend, zum Leitmotiv der Hochrenaissance. Doch die Architekten richteten ihren Blick auch auf Profan- bauten in Form von Stadtpalästen und ländlichen Villen. Für alle diese Bautypen entwickelten sie ein weitreichendes Formenrepertoire, wobei antike Bauwerke als Inspirationsquelle dienten. Sowohl die Architekten als auch die Bauherren beabsichtigten mit den von ihnen geschaffenen Bauwerken über den Tod hinaus Ruhm und Ehre zu erlangen.
Der italienische Humanist Gian Francesco Poggio Bracciolino entdeckte 1414 in der St. Gallener Kloster- bibliothek eine vollständige mittelalterliche Abschrift des antiken Architekturtraktats »De architectura libri decem«, die »Zehn Bücher über Architektur«. Autor war der im 1. Jahrhundert v. Chr. tätige römische Architekt Vitruv. Die Wiederentdeckung dieses Lehr- buchs kann als wahre Revolution für die Renaissance- Baumeister gelten, denn es ermöglichte ihnen, genaue Kenntnisse über die antike Baukunst aus erster Hand zu erfahren. Ein Kernsatz des Vitruvschen Traktats bezog sich auf das Verhältnis der einzelnen Teile eines Bauwerks, die seines Erachtens wie die Teile eines menschlichens Körpers zueinander stehen sollten.
Frührenaissance (1420 –1500) Brunelleschis Kuppelbau in Florenz gilt als der Beginn der Renaissance in der Architektur (1420–1436); um 1500 musste Florenz die politische Macht an Rom abgeben)
Hochrenaissance (1500 –1520)
Spätrenaissance (Manierismus) (1520 –1590) Der Begriff leitet sich vom italienischen Wort maniera ab, was soviel wie Eigenart bedeutet. Die Kunstwerke dieser Epoche zeichnen sich durch Übertreibung der in der Renaissance angestrebten Vollkommenheit aus. Sie weichen vom Naturideal ab und wirken gekünstelt, überdreht und teilweise unecht.
ARCHITEKTUR
MALEREI
Künstler der Renaissance
Manierismus
LEBEN
In Deutschland erst nach dem 30-jährigen Krieg
»Omnia est vanitas«, Alles ist vergänglich. Diese altte- stamentliche Klage beschreibt wohl am ehesten die gegensätzliche Weltsicht des Barock. Diesseitsfreude und Jenseitssehnsucht waren die zwei Seiten, die den Barock prägten. Der Barock beginnt mit der Vollen- dung der ersten römisch-barocken Kirche »Il Gesù« und der Umgestaltung Roms unter Papst Sixtus V. und endet mit dem Tod des französischen Königs Ludwig XIV. im Jahr 1715. Durch die Missionstätigkeit der Je- suiten gelangte der Barock auch nach Südamerika und wird so zum ersten »Weltstil«. Der Stilbegriff Barock geht auf das italienische Wort barocco zurück, das man mit schief oder unregelmäßig übersetzen kann.
Das Rokoko zeichnet sich durch Kleinteiligkeit, Zierlich- keit und durch verfeinerte Ornamentierung aus und setzt sich damit von Monumentalität und Pathos des Barock ab. Das Wort (französich rococo) ist abgeleitet von rocaille (Grotten- und Muschelwerk), nach einem immer wieder auftretenden Ornamentmotiv. Das Rokoko lässt sich etwa auf die Zeit der Regentschaft (1715–1774) Ludwigs XV. und Ludwigs XVI. (1774–92) eingrenzen. Die überragenden Maler des Rokoko waren François Boucher und Jean-Honoré Fragonard.
Frühbarock (1590–1648)
Hochbarock (1648–1675)
Spätbarock (1675–1715)
Rokoko (1715–1789)
ARCHITEKTUR Die Architekten des Barock brachten es vor allem in zwei Bautypen zu großen, die Epoche prägenden künstlerischen Leistungen. In Rom wurde der mit den Richtlinien der Gegenreformation übereinstimmenden barocke Kirchenbau entwickelt, in Frankreich der den Anforderungen eines absolutistischen Herrschers ent- sprechende Schlossbau. Beide Bautypen dienten in
erster Linie der Machtdemonstration der jeweiligen Auftraggeber. Sowohl im Kirchen- als auch im Schloss- bau gelangten die Architekten zu Bauwerken mit Vor- bildcharakter, die eine betonte Kraft und Spannung ausstrahlen und bei denen sich die Einzelelemente der Gesamterscheinung des Baus unterordnen. Reiches plastisches Dekor und zum Teil malerisch ausgestaltete Innenräume ließen sie zu barocken Gesamtkunstwer- ken erwachsen.
Merkmale
MALEREI In kaum einer anderen Epoche vertraten die Maler so viele verschiedene künstlerische Auffassungen wie im Zeitalter des Barock, sodass ein einheitlicher Stilcharak- ter schwierig zu fassen ist. Vor allem die Künstler in den protestantischen, nördlichen Niederlanden be- schritten einen vollkommen eigenständigen Weg, auf dem sie neue Bildgattungen schufen. Ihre Gemälde waren hauptsächlich für die Bürger und den freien Kunstmarkt bestimmt. Damit standen sie im Gegen- satz zu den Malern des höfischen Barock, die in erster Linie Auftragsmaler waren. So findet man die unter- schiedlichsten künstlerischen Ausdrucksformen ent- sprechend den Eigenheiten eines jeden Auftraggebers. Allen barocken Gemälden gemein bleibt der den Betrachter direkt ansprechende Charakter.
Pendentifs. Sphärisches Dreieck zur Ecküberleitung vom kubischen Raum zur Kuppel.
Pfeiler. Architektonisches Stützglied aus Mauerwerk und meist rechteckig.
Pilaster. Flacher Wandpfeiler mit Basis und Kapitell.
Querschiff, Querhaus. Der das Langhaus einer Kirche kreuzende Querarm, der unmittelbar vor dem Chor liegt oder durch ein Chorquadrat von ihm geschieden ist.
Risalit. In ganzer Höhe einer Gebäudefassade vor- springende Teil, stets an den von der Symmetrie vorge- gebenen Stellen, z.B. der Mitte oder den beiden Ecken.
Rocaille. Ornamentform, frei nach einer Muschel gebildet. Leitornament des Rokoko.
Rosette. Rundes Ornament in Blütenform.
Rustika. Mauerwerk aus grob behauenen Quadern, deren Binnenflächen bucklig als Bosse stehenbleibt.
Säule. Runde Stütze, in Form und Gliederung oft Hauptkennzeichen eines Baustils. Je nach Stellung frei- stehend oder als Voll-, Halb- oder Dreiviertelsäule.
Säulenordnung. Die Form der Säule und ihr Ver- hältnis zum gesamten Gebäude, darüber hinaus das ganze Aufrisssystem einer Architektur. Vorbildlich wur- den die drei Hauptsysteme der griechischen Antike, die Dorische, die Jonische und die Korinthische Ordnung.
Scheidbogen. Der ein Joch des Mittelschiffs vom ent- sprechenden Joch des Seitenschiffs trennende Bogen.
Skelettbau. Bauweise, bei der ein Rahmengerüst dazwischengespannte, raumabschließende Wände trägt.
Spitztonne. Gewölbe von spitzbogigem Querschnitt.
Staffelchor. Choranlage mit mehreren Chören bzw. Apsiden zu Seiten des Hauptchors, die aus der Flucht des Chorscheitels immer weiter zurückgesetzt sind.
Strebewerk. Das System von Strebepfeilern und Strebebogen zur Abstützung von Wänden und Gewölben in der Gotik.
Stützenwechel, sächsischer (S-S-P). Der rhythmi- sche Wechsel von Säule und Pfeiler in der romanischen Basilika. Säule-Säule-Pfeiler.
Stützenwechsel, rheinischer (S-P). Der rhythmische Wechsel von Säule und Pfeiler in der romanischen Basilika. Säule-Pfeiler-Säule.
Tambour. Der eine Kuppel tragende, über die Dachzone des Gebäudes aufsteigende zylindrische, ovale oder polygonale Unterbau.
Trifore. Dreibogiges Fenster
Triforium. Laufgang in der Hochschiffwand gotischer Kirchen unterhalb der Fensterzone.
Verkröpfung. Die Führung eines Gebälks oder Gesimses um Mauervorsprünge, Säulen oder Pfeiler herum.
Vierung. Der Raumteil, an dem sich Langhaus und Querhaus durchdringen.
Vierungsturm. Turmartiger Überbau über der Vierung eines Kirchengebäudes.
Volute. Schneckenförmig gewundene Verzierung an Baugliedern. Ursprünglich Teil des jonischen Kapitells.
Westwerk. Einer Kirche des frühen oder hohen Mittelalters westlich vorgelagerter, selbstständig aus- gebildeter Bauteil, gewöhnlich mit Türmen. Enthält im Untergeschoss eine Durchgangshalle zur Kirche, im Obergeschoss eine nach innen geöffnete Kapelle oder Empore mit Seitenräumen.
Wimperg. Gotischer Ziergiebel über Portalen und Fenstern, oft aus Maßwerk zusammengesetzt, mit Krabben besetzt und in einer Kreuzblume endend.
Zentralbau. Ein Bauwerk, dessen Hauptachsen gleich lang sind, also von kreisrundem oder polygonalem Grundriss.
Ziergiebel. Lediglich zur Dekoration dienender Giebel, der über den Dachraum hinausragt oder überhaupt keinen hinter sich hat.
Zwerggalerie. In Säulenarkaden geöffneter Laufgang unterhalb des Dachansatzes eines Gebäudes.
Zwiebelhelm. Die barocke Umformung der Urform der Welschen Haube durch Einschnürung ihres unteren Drittels und Streckung ihres Auslaufs zur Spitze.
Romanik
Gotik
Renaissance
Barock