Systemorientierte Informatik / Hardware Software-Codesign | TU Dresden, Skripte von Informationssysteme

Materialen zur Vorlesung „Systemorientierte Informatik / Hardware Software-Codesign“ von Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus Kabitzsch der Technischen Universität Dresden

Art: Skripte

2019/2020

Hochgeladen am 10.04.2020

brigitte_lavendel
brigitte_lavendel 🇩🇪

5

(3)

1 / 105

Toggle sidebar

Diese Seite wird in der Vorschau nicht angezeigt

Lass dir nichts Wichtiges entgehen!

bg1
Fakultät Informatik Institut für Angewandte Informatik,Professur Technische Informationssysteme
MATERIALIEN ZUR VORLESUNG
„SYSTEMORIENTIERTE INFORMATIK /
HARDWARE SOFTWARE-CODESIGN“
Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus Kabitzsch
pf3
pf4
pf5
pf8
pf9
pfa
pfd
pfe
pff
pf12
pf13
pf14
pf15
pf16
pf17
pf18
pf19
pf1a
pf1b
pf1c
pf1d
pf1e
pf1f
pf20
pf21
pf22
pf23
pf24
pf25
pf26
pf27
pf28
pf29
pf2a
pf2b
pf2c
pf2d
pf2e
pf2f
pf30
pf31
pf32
pf33
pf34
pf35
pf36
pf37
pf38
pf39
pf3a
pf3b
pf3c
pf3d
pf3e
pf3f
pf40
pf41
pf42
pf43
pf44
pf45
pf46
pf47
pf48
pf49
pf4a
pf4b
pf4c
pf4d
pf4e
pf4f
pf50
pf51
pf52
pf53
pf54
pf55
pf56
pf57
pf58
pf59
pf5a
pf5b
pf5c
pf5d
pf5e
pf5f
pf60
pf61
pf62
pf63
pf64

Unvollständige Textvorschau

Nur auf Docsity: Lade Systemorientierte Informatik / Hardware Software-Codesign | TU Dresden und mehr Skripte als PDF für Informationssysteme herunter!

Fakultät Informatik Institut für Angewandte Informatik, Professur Technische Informationssysteme

MATERIALIEN ZUR VORLESUNG

„SYSTEMORIENTIERTE INFORMATIK /

HARDWARE SOFTWARE-CODESIGN“

Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus Kabitzsch

Autor: Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus Kabitzsch Sitz: Nöthnitzer Straße 46 (INF), Zimmer 1074 Telefon: 0351 463- E-Mail: .@ tu-dresden.de

WWW: http://www.iai.inf.tu-dresden.de/tis/

Literatur:

Kabitzsch, K.: Informations- und Steuerungssysteme Kapitel 11 in: Werner u.a.: Taschenbuch der Informatik Fachbuchverlag Leipzig 1995 ISBN 3- 343 - 00892 - 3 Stein, G.: Automatisierungstechnik in der Maschinentechnik C. Hanser Verlag 1993 ISBN 3- 446 - 15579 - 1 Wellenreuther, G.; Zastrow, D.: Steuerungstechnik mit SPS

  1. Auflage, Vieweg Verlag Braunschweig / Wiesbaden 1995 ISBN 3 - 528 - 24580 - 8 Olsson, G.; Piani, G.: Steuern, regeln, automatisieren C. Hanser Verlag München Wien 1993 ISBN 3- 446 - 17497 - 4 Färber, G.: Prozeßrechentechnik
  2. Auflage, Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1992 ISBN 3- 540 - 55198 - 0

Ergänzungsliteratur:

Unger, J.: Einführung in die Regelungstechnik B.G. Teubner 1992 Bolch, G.; Seidel, M.: Prozeßautomatisierung

  1. Auflage, B.G. Teubner Stuttgart 1993 (Reihe Leitfäden der angewandten Informatik) ISBN 3- 519 - 12499 - 8 Orlowski, P.F.: Praktische Regeltechnik
  2. Auflage, Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994 ISBN 3- 540 - 57425 - 5 Roth, G.: Regelungstechnik Hüthig Buch Verlag Heidelberg 1990 ISBN 3- 7785 - 1832 - 1 Neumann, P.; Grötsch, E.; Lubkoll, C.; Simon, R.: SPS-Standard: IEC 1131 – Programmierung in verteilten Automatisierungssystemen R. Oldenbourg Verlag München 1995 ISBN 3 - 486 - 23348 - 3 Kurbel, K.: Produktionsplanung und - steuerung R. Oldenbourg Verlag München Wien 1993 (Band 13.2 in der Reihe "Handbuch der Informatik") ISBN 3 - 486 - 21643 - 0 Schmid, D. (Hrsg.): CIM Lehrbuch zur Automatisierung der Fertigung Verlag Europa-Lehrmittel, Haan-Gruiten 1991 ISBN 3 - 8085 - 5111 - 9 Kabitzsch, K. (Hrsg.): Automatisierungskonzepte mit dezentraler Intelligenz (LonWorks) Tagungsband, Workshop an der TU Dresden vom 13.10. N.N.: LonWorks Technology Device Data Motorola Inc. 1995

Erklärung zu verwendeten Symbolen:

Definition

Tabelle

Wichtige Formel

Beispiel

Regel

Hinweis

D

T

F

B

R

Systemorientierte Informatik / Hardware Software-Codesign Kapitel 0 – Motivation Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus Kabitzsch

0. Motivation

0.1. Beschreibung der Lehrveranstaltung „Systemorientierte Informatik / Hardware Software-Codesign“

Rechner müssen in der Praxis mit Prozessen, Anlagen und Komponenten verschiedenster Branchen in Wirtschaft und Technik zusammenwirken. Um die dabei entstehende Komplexität zu beherrschen, muss jede Software in Objekte und jeder Prozess in Systeme zerlegt werden, um sie arbeitsteilig zu entwickeln und anschließend zusammenzufügen. Als Mitwirkende an dieser Arbeitsteilung müssen Informatiker grundsätzliche Eigenschaften der Schnittstellen (Signale) und Systeme verstehen, um die eigene Aufgabenstellung zu erkennen und abzugrenzen.

Die Studenten sollen zur Zusammenarbeit mit den als Anwender auftretenden Betriebswirten und Ingenieuren befähigt werden, die Grundprinzipien wichtiger Anwenderalgorithmen sowie branchenübliche Lösungsansätze kennenlernen.

Ziele:

 Vermittlung praktischer Kenntnisse, so dass eine Verständigung mit Spezialisten möglich ist  Legen von Grundlagen für eine weiterführende Ausbildung

Der wachsende Nachwuchsmangel in allen Technikdisziplinen sichert gute Berufschancen.

Aktuelle Informationen zur Vorlesung und Übung, Übungsaufgaben sowie Literaturangaben finden Sie unter: http://www.inf.tu-dresden.de/index.php?node_id=1120&ln=de

Allgemeine Informationen zum Lehrstuhl finden Sie unter: http://www.iai.inf.tu-dresden.de/tis/

 Namen der Mitarbeiter, Raum- und Telefonnummern, E-Mail-Adressen  Informationen zu weiteren Lehrveranstaltungen (siehe auch Abschnitt 0.2)  Themen für Großer Beleg, Bachelor-, Bakkalaureats-, Diplom- und Masterarbeiten (abhängig von Studiengang und – ordnung)  Überblick über Forschungsprojekte  Auflistung der Kooperationspartner

Systemorientierte Informatik / Hardware Software-Codesign Kapitel 0 – Motivation Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus Kabitzsch

0.2. Weitere Lehrveranstaltungen

Abhängig von Studiengang und – ordnung sind nach Abschluss dieser Lehrveranstaltung weitere Lehrveranstaltungen des Lehrstuhls Technische Informationssysteme in mehreren Modulen belegbar (siehe Tabellen 0_10 bis 0_30). Über die Inhalte und das Organisatorische informieren Sie sich bitte auf den zur Lehrveranstaltung gehörenden Webseiten.

Tabelle 0_10: Weitere Lehrveranstaltungen für den Bachelor-Studiengang Informatik.

INF

- B

X

INF

- B

X X X X X X X X

INF

- B

X X X X X X X X

Lehrveranstaltung / Modul Angewandte Datenanalyse und Modellbildung Angewandte Zeitreihenanalyse Drahtgebunde und drahtlose Sensor

Aktor

  • Netzwerke

Einführung in die

Angewandte

Informatik Hauptseminar

Technische

Informationssyste

me

Komplexpraktikum

Technische

Informationssysteme Monitoring und Diagnose Proseminar

Technische

Informationssysteme Praktikum

Technische

Informationssysteme Projekt

Technische

Informationssystem

e

Quantitative Methoden zur Qualitätssicherung Softwareentwicklung für Echtzeitsteuerungen

Systemorientierte Informatik / Hardware Software-Codesign Kapitel 0 – Motivation Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus Kabitzsch

Tabelle 0_30: Weitere Lehrveranstaltungen für den modularisierten Diplom-Studiengang Informatik.

INF

PM

FPA

X X

INF

PM

FPG

X X

INF

PM

ANW

X X X X X

INF

PM

FOR

X X X X X

INF

- D

X

INF

VERT

X X X X X X X

INF

BAS

X

INF

- D

X

Lehrveranstaltung / Modul Angewandte Datenanalyse undModellbildung Angewandte Zeitreihenanalyse Drahtgebunde und drahtlose Sensor-Aktor-Netzwerke Einführung in die AngewandteInformatik Hauptseminar

Technische

Informationssysteme Komplexpraktikum

Technische

Informationssysteme Monitoring und Diagnose Proseminar

Technische

Informationssysteme Praktikum

Technische

Informationssysteme Projekt

Technische

Informationssysteme Quantitative Methoden zurQualitätssicherung Softwareentwicklung fürEchtzeitsteuerungen

Systemorientierte Informatik / Hardware Software-Codesign Kapitel 1 – Objekte und Systeme Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus Kabitzsch

1. Objekte und Systeme

Rechner müssen in der Praxis mit Prozessen, Anlagen und Komponenten verschiedenster Branchen in Wirtschaft und Technik zusammenwirken. Um die dabei entstehende Komplexität zu beherrschen, muss

 jede Software in Objekte und  jeder Prozess in Systeme

zerlegt werden, um sie arbeitsteilig zu entwickeln und anschließend zusammenzufügen. Als Mitwirkende an dieser Arbeitsteilung müssen Informatiker grundsätzliche Eigenschaften der Schnittstellen (Signale) und Systeme verstehen, um die eigene Aufgabenstellung zu erkennen und abzugrenzen. Die Studenten sollen zur Zusammenarbeit mit den als Anwender auftretenden Betriebswirten und Ingenieuren befähigt werden, die Grundprinzipien wichtiger Anwenderalgorithmen sowie branchenübliche Lösungsansätze kennenlernen. Ein Computer kann als Informations- bzw. Steuerungssystem benutzt werden, indem man ihn mit einem Prozess seiner Umgebung verbindet.

Eingabe-Peripherie (z.B. Tastatur) Ausgabe-Peripherie (z.B. Bildschirm)

Rechner Informations-Verarbeitung

I-Eingabe I-Ausgabe

Informationssystem

allgemeines

IS

Beispiele: Textverarbeitung Entwurf von Zeichnungen/Graphiken Tabellenkalkulation Datenbanken Programmentwicklung

WORD CorelDraw, AUTOCAD EXCEL DBASE C+ + Compiler

Allgemeines Informationssystem

Eingabe-Peripherie (z.B. Tastatur)

Stell-Peripherie(z.B. Aktoren) Meß-Peripherie(z.B. Sensoren)

Ausgabe-Peripherie (z.B. Bildschirm)

Informations-VerarbeitungRechner

I-Eingabe I-Ausgabe

I-Nutzung (^) I-Gewinnung

Informationssystem

allgemeines technisches

IS TIS

Technischer Prozeß MaterieEnergie (^) wird transportiert Information umgeformt

(Um)Welt

Störgrößen IS TIS

TIS IS

Technisches Informationssystem

Bild 1_10, 1_20: Grundstruktur eines allgemeinen bzw. technischen Informationssystems

Prozess. Unter einem Prozess versteht man die Umformung, Speicherung und/oder den Transport von Materie, Energie und/oder Information.

D

Systemorientierte Informatik / Hardware Software-Codesign Kapitel 1 – Objekte und Systeme Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus Kabitzsch

Eingabe-Peripherie (z.B. Tastatur)

Meß-Peripherie (z.B. Sensoren) Stell-Peripherie (z.B. Aktoren)

Ausgabe-Peripherie (z.B. Bildschirm)

Rechner

A öffnen

Z schließen Elektromotor M

100 %

0 % Schieber- position

Durchfluß Strömungs- geschwindigkeit VS

Sensor (Fotozelle)

Lampe

Flügel- rad

Informations-Verarbeitung

I-Eingabe I-Ausgabe

I-Nutzung (^) I-Gewinnung

Bild 1_30: Objekte und Systeme in der Gebäudeautomation

Prozess Systeme Signale Funk-Übertragung Antenne, Satellit, Atmosphäre Antennen-Signale Aktienbörse Händler Kauf-Order-Kurse Audio-Übertragung Server, Vermittlung Ton-Signale Supermarkt Käufer, Waren Preise, Umsatz Video-Technik Kamera, Kamera- Anschlusskarte

Licht (Kamera-Optik), Video- Signal Gebäudeautomation Heizkörper, Heizkessel, Temperatursensor, Ventil

Wasser- Strömungsgeschwindigkeit, Temperatur

Tabelle 1_30: Systeme und Signale in verschiedenen Prozessen

T

Systemorientierte Informatik / Hardware Software-Codesign Kapitel 2 – Eigenschaften dynamischer Systeme Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus Kabitzsch

Gemeinsamkeiten von Objekten und Systemen:

a) Ihr Zusammenwirken ist nur über Schnittstellen möglich:  Botschaften zwischen Objekten  Signale zwischen Systemen

b) Es interessiert nur ihr Verhalten an den Schnittstellen, nicht ihr interner Aufbau (information hiding):  Verbergen und Schützen der internen Implementierung  Es reicht aus, das Verhalten an den Schnittstellen zu kennen.

c) Es gibt bewährte Ordnungsprinzipien zur Beherrschung der Vielfalt:  Klassenbildung  Instanziierung

2.1.1. Signale

Signal. Unter einem Signal versteht man den zeitlichen Verlauf x ( t ) einer (physikalischen) Größe, welcher Informationen in sich trägt.

Auf dem Wege ins Innere des Computers wird das Signal von seiner physikalischen Trägergröße gelöst und als abstrakte Zahlenfolge dargestellt. Dazu führt die Messperipherie zu diskreten Zeitpunkten Eingabebefehle des Computers aus (Abtastung). Alle zwischen diesen Abtastzeitpunkten liegenden Signalwerte werden vom Computer nicht wahrgenommen, so dass ein zeitdiskretes Signal entsteht. Die Umwandlung des Messwertes in eine Festpunkt- oder Gleitpunktzahl wird durch einen Analog-Digital-Wandler (ADU) ausgeführt. Da die Genauigkeit vom gewählten Zahlenformat mit seinem endlichen Wertevorrat begrenzt wird, entsteht ein wertdiskretes Signal.

Zeitdiskretes Signal. Unter einem zeitdiskreten Signal wird eine aus unendlich vielen Elementen bestehende Zahlenfolge der Form

{ x ( i )}{..., x ( 1 ), x ( 0 ), x ( 1 ), x ( 2 ),...}

verstanden, deren Argumentvariable i ausschließlich ganzzahlige Werte annehmen kann und diskreten Zeitpunkten t = ti , ti < ti +1 zugeordnet ist. Sind diese Zeitpunkte äquidistant ( x ( i )  x ( iT )) so nennt man

 die Folgeelemente x ( i ) auch Abtastwerte,  die Konstante T auch Abtastperiode,  ihren Kehrwert^ fa =^ 1/ T^ auch^ Abtastfrequenz.

Alle übrigen Signale heißen zeitkontinuierlich.

Wertdiskretes Signal. Ein Signal x ( t ) ist wertdiskret, wenn seine abhängigen Variablenwerte x zu einer endlichen Menge von Zahlen (Wertevorrat) gehören. Alle anderen Signale heißen wertkontinuierlich.

D

D

D

Systemorientierte Informatik / Hardware Software-Codesign Kapitel 2 – Eigenschaften dynamischer Systeme Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus Kabitzsch

t

t t

t

zeitkontinuierlich

zeitdiskret

wertdiskret wertkontinuierlich

Bild 2.1.1_10: Signalklassen

2.1.2 Systeme

System. Ein System ist ein natürliches oder künstliches Gebilde, das (mindestens) ein Eingangssignal x ( t ) entgegennimmt und (mindestens) ein Ausgangssignal y ( t ) abgibt.

Statisches System. Ein statisches System ist dadurch gekennzeichnet, dass jeder Ausgangswert y ( t ) stets ausschließlich von dem zum gleichen Zeitpunkt t anliegenden Eingangswert x ( t ) abhängt. Als statische Kennlinie wird die Funktion einer Ausgangsgröße y von der Eingangsgröße x bezeichnet.

100

100

50

50

0 0

Ausgabe y

Gerade y = X

Bild 2.1.2_10: Statisches System mit linearer Kennlinie y = f(x)

Im Beispiel des Ventils ist die Strömungsgeschwindigkeit VS der Flüssigkeit im Rohr statisch von der Schieberposition PS des Ventils abhängig.

D

Systemorientierte Informatik / Hardware Software-Codesign Kapitel 2 – Eigenschaften dynamischer Systeme Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus Kabitzsch

Dynamische Systeme sind also stets mit irgendeiner Art von „Gedächtnis“ ausgestattet, das den Einfluss der „Vorgeschichte“ speichert. Dagegen sind statische Systeme immer gedächtnislos. Bei physikalischen Systemen hängen die dynamischen Eigenschaften (das „Gedächtnis“) mit einem Energiespeicher zusammen, z. B.:

Elektrische Kapazität: Speicher für elektrische Ladung  Elektrische Induktivität: Speicher für magnetisches Feld  Feste Körper: Speicher für Bewegungsenergie oder Lageenergie  Körper, Flüssigkeiten, Gase: Speicher für Wärmeenergie.

Verhält sich ein Rechner wie ein dynamisches System, so benutzen seine Software- Algorithmen Datenspeicher.

Wirkt ein Rechner mit einem technischen Prozess zusammen, so könnte er auch als System im oben genannten Sinne aufgefasst werden, da er über seine Sensoren Eingangssignale aufnimmt und über seine Aktoren Ausgangssignale abgibt. Da die Messperipherie durch den Abtastvorgang alle Eingangssignale in zeitdiskrete Signale umformt und der Rechner sie in dieser zeitdiskreten Form weiterverarbeitet und an seine Stellperipherie ausgibt, werden Rechner auch als zeitdiskrete Systeme bezeichnet.

Zeitdiskretes System. Ein zeitdiskretes System operiert über Zahlenfolgen (zeitdiskrete Signale). Verfügt ein solches System über einen Eingang und einen Ausgang, so verknüpft es eine Eingangsfolge { x ( i )} mit einer Ausgangsfolge { y ( i )}.

{ y ( i )} f [{ x ( i )}]

x y

x

i i

zeitdiskretes System

y

x(1) x(2)^ x(3) x(4)

y(1)

y(2)

y( ) 3

y(4)

Bild 2.1.2_50: Verhalten eines zeitdiskreten Systems

Systeme ohne zeitdiskretes Verhalten werden zeitkontinuierlich genannt. Technische Prozesse sind meist zeitkontinuierliche Systeme, da die physikalischen Größen der Eingangssignale x ( t ) und Ausgangssignale y ( t ) in der Regel zeitkontinuierlich verlaufen. Die folgenden Betrachtungen dienen also sowohl der Verhaltensbeschreibung und Modellierung technischer Prozesse als auch der Analyse der mit ihnen zusammenwirkenden Rechner.

D

Systemorientierte Informatik / Hardware Software-Codesign Kapitel 2 – Eigenschaften dynamischer Systeme Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus Kabitzsch

Schwach kausale Systeme reagieren auf gleiche Ursachen x auch stets mit gleichen Wirkungen y.

In der Praxis ist ihr Verhalten meistens trotzdem unvorhersehbar, weil sich exakt gleiche Ursachen niemals einstellen lassen, selbst kleinste Abweichungen davon aber bereits völlig andere Wirkungen hervorrufen können. In einer Welt schwach kausaler Systeme kann sich der Mensch nur schwer orientieren; diese Kausalität hat für ihn deshalb einen geringen Wert.

Stark kausale Systeme reagieren auf ähnliche Ursachen x auch stets mit ähnlichen Wirkungen y.

Die meisten Systeme der Natur weisen zum Glück ein derart vorhersehbares Verhalten auf. Sie erleichtern dem Menschen die Orientierung und ermöglichen ihm zielgerichtetes Handeln.

Stattdessen bauen viele Kulturleistungen des Menschen auf schwach kausalen Prinzipien auf, z.B.  Sprache („Kopf“, „Zopf“, „Topf“)  Zahlensysteme („0001“, „1001“)  Rechner.

Auch wenige Naturfunktionen sind schwach kausal, z.B. die Gene der DNS.

Bei all diesen Beispielen wird auf die Vorteile der starken Kausalität nur aus Effizienzgründen verzichtet: weil schwach kausale Systeme aufwandsarm und ohne Redundanz Informationen speichern können.

Die strikteste und mathematisch exakteste Form des stark kausalen Verhaltens findet man bei linearen Systemen.

Lineares statisches System. Ein statisches System ist linear, wenn für die aktuellen Werte der Überlagerungssatz gilt (Additivität):

f ( x 1  x 2 ) f ( x 1 ) f ( x 2 ).

Die statische Kennlinie des Beispiels in Bild 2.1.2_10 ist linear. Statische Systeme, für die der Überlagerungssatz nicht gilt, heißen nichtlinear.

Lineares dynamisches System. Ein zeitkontinuierliches dynamisches System ist linear, wenn für die Ein- und Ausgangssignale in Vergangenheit und Gegenwart der Überlagerungssatz gilt. Es ist also linear, wenn für beliebige Zeitfunktionen gilt:

f [ x 1 ( t ) x 2 ( t )] f [ x 1 ( t )] f [ x 2 ( t )].

D

D