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APPUNTI CORSO TEDESCO 3, Appunti di Lingua Tedesca

APPUNTO LINGUA TEDESCA 3 CORSO UNIVR

Tipologia: Appunti

2017/2018

Caricato il 04/10/2018

ilariacomencini8
ilariacomencini8 🇮🇹

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Appunti del corso Deutsche Sprache 2 – anno accademico 2015-2016 – Università di Verona
Dott.ssa Federica Cognola
1. Sitzung
Eine der Eigenschaften der menschlichen Sprache ist ihre Regelhaftigkeit. Das bedeutet, dass allen
sprachlichen Prozessen bestimmte Regel unterliegen.
Was verstehen wir unter einer Regel?
Pr ä skriptive Grammatik (z.B. Duden-Grammatik):
eine Regel bestimmt, was richtig und was falsch ist → Normierung;
die Regel basiert auf der Standardsprache (für das Deutsche auf dem Hochdeutschen);
Standardsprache = überregionale, normierte und schriftsprachlich basierte Sprachform. Sie wird
durch das Bildungssystem vermittelt.
Beispiel für Regel in der präskriptiven Grammatik.
Realisierung des Dativs.
(1) a. Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod.
b. Der Dativ ist der Tod vom Genitiv.
c. Der Dativ ist der Tod des Genitivs.
Unter (1) sind drei mögliche Konstruktionen des Deutschen angegeben, die zu verschiedenen
Registern gehören (Sprachregister = Sprach- oder Schreibweise, die charakteristisch für einen
Kommunikationsbereich ist).
→ (1a) benützt man in der Umgangssprache und in Dialekten;
→ (1b) benützt man in der gesprochenen Sprache;
→ (1c) benützt man in der Schriftsprache.
Nach der präskriptiven sei (1a) falsch; (1b) und (1c) seien richtig.
Ein Beispiel dafür aus dem Italienischen:
(2) a. A me mi piace il calcio → falsch
b. A me piace il calcio → richtig
Deskriptive Grammatik:
die Grammatik ist ein System von sprachlichen Einheiten und Regeln fuer ihre Verknüpfung;
eine Regel erklärt, was man sagen kann, und warum;
eine Regel sagt, warum ein Satz grammatisch oder ungrammatisch ist.
(3) a. Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod → grammatisch
b.*Der sein Tod Dativ ist dem Genitiv → ungrammatisch
(Sternchen → Satz ist ungrammatisch)
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Appunti del corso Deutsche Sprache 2 – anno accademico 2015-2016 – Università di Verona Dott.ssa Federica Cognola

  1. Sitzung Eine der Eigenschaften der menschlichen Sprache ist ihre Regelhaftigkeit. Das bedeutet, dass allen sprachlichen Prozessen bestimmte Regel unterliegen. Was verstehen wir unter einer Regel? Präskriptive Grammatik (z.B. Duden-Grammatik): eine Regel bestimmt, was richtig und was falsch ist → Normierung; die Regel basiert auf der Standardsprache (für das Deutsche auf dem Hochdeutschen); Standardsprache = überregionale, normierte und schriftsprachlich basierte Sprachform. Sie wird durch das Bildungssystem vermittelt. Beispiel für Regel in der präskriptiven Grammatik. Realisierung des Dativs. (1) a. Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. b. Der Dativ ist der Tod vom Genitiv. c. Der Dativ ist der Tod des Genitivs. Unter (1) sind drei mögliche Konstruktionen des Deutschen angegeben, die zu verschiedenen Registern gehören (Sprachregister = Sprach- oder Schreibweise, die charakteristisch für einen Kommunikationsbereich ist). → (1a) benützt man in der Umgangssprache und in Dialekten; → (1b) benützt man in der gesprochenen Sprache; → (1c) benützt man in der Schriftsprache. Nach der präskriptiven sei (1a) falsch; (1b) und (1c) seien richtig. Ein Beispiel dafür aus dem Italienischen: (2) a. A me mi piace il calcio → falsch b. A me piace il calcio → richtig Deskriptive Grammatik: die Grammatik ist ein System von sprachlichen Einheiten und Regeln fuer ihre Verknüpfung; eine Regel erklärt, was man sagen kann, und warum; eine Regel sagt, warum ein Satz grammatisch oder ungrammatisch ist. (3) a. Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod → grammatisch b.*Der sein Tod Dativ ist dem Genitiv → ungrammatisch (Sternchen → Satz ist ungrammatisch)

In diesem Kurs werden wir uns mit den Regeln der deskriptiven Grammatik beschäftigen. Langue (nach Saussure) / Kompetenz (nach Chomsky): das was man über die eigene Sprache weiβ. Parole (nach Saussure) / Perfomanz (Chomsky): wie man die eigene Sprache spricht (mit Fehlern, Versprechern ...).

  1. Sitzung In diesem Seminar werden wir die Morphologie des Deutschen innerhalb eines deskriptiven Modells der Grammatik beschreiben; dieses Modell heißt generative Grammatik. Ausgangspunkt des generativen Ansatzes zur Sprache: → die Sprache sollte man als eine mentale Repräsentation verstehen; → die Sprache ist im Gehirn des Menschen (come essere umano) zu finden; → die Sprache ist ein biologisches und kognitives Phänomen. Sprache als biologisches Phänomen → Sprachstörungen und Aphasien im Bereich der Neurolinguistik (siehe Unterlagen in E-Learning). Sprache als kognitives Phänomen → Versprecher im Bereich der kognitiven Linguistik. Versprecher = unabsichtliche sprachliche Fehlleistung eines gesunden Sprechers. (1) a. Schlecken Sie den Stüssel ins Loch → Stecken Sie den Schlüssen ins Loch → phonologischer Versprecher: die Laute vor dem 1. Vokal werden vertauscht. b. Unser Stirbchen bäumt → Unser Bäumchen stirbt → morphologischer Versprecher: die beiden Wortstämmen Baum und stirb werden vertauscht. c. Wir waren Pilze fangen → Wir waren Pilze sammeln → zwei Verben mit ähnlichen Bedeutung werden vertauscht. Erwerben vs lernen. Kinder erwerben ihre Muttersprache. Der Prozess des Spracherwerbs ist: ➔ schnell; ➔ unbewusst; ➔ kann alle Sprachen der Welt betreffen; ➔ Kinder brauchen keine negative Beweise (→ d.h. zu wissen, was ungrammatisch ist), um ihre Muttersprache zu erwerben;

Kleinkindern besteht aus 4 Morphemen: klein Kind er n → es handelt sich um ein komplexes Wort. Hochhaus → besteht aus zwei mono-morphematischen Wörtern. Mono-morphematische Wörtern nennt man auch freie Morpheme. FREI = selbstständig ungut → un + gut lieblich → lieb + lich un- und - lich sind gebundene Morpheme, d.h. Morpheme, die nur an andere Elemente gebunden (d.h. nicht frei, unselbstständig) auftreten. (1) Arno sammelt Schmetterlinge besteht aus einem Simplex und einem komplexen Wort.

  1. Sitzung Beispiel für Allomorphie aus dem Italienischen. (1) a. Leggere → leggo ['leggo] leggi ['led i]ʒ legge leggiamo leggete leggono Alternanz g / d ʒin der Wurzel → zwei Allomorphe. Beispiele für lexikalisch bedingte Allomorphie. (2) a. uomo, uomini uom – o uomin - i → zwei Allomorphe NICHT: *uom - ini

→ - ini ist kein Pluralmorphem des Italienischen; → -ini kommt als Diminutivmorphem vor, siehe biscotti → biscottini ABER: ini druckt nicht Plural aus; Plural wird durch i ausgedrückt. biscottini → besteht aus 3 Morphemen biscott - in - i Wurzel Diminutiv Plural siehe auch: biscottino: biscott – in – o wo klar ist, dass das Morphem o Singular ausdrückt. (3) brother Plural: brothers brethern, Mitglieder einer Burschenschaft, Burschenschaftler child, Plural children → zwei Allomorphe Nullallomorphe und Umlaut: (4) Mutter → Mütter Vater → Väter foot → feet Kein Pluralmorphem; Plural wird durch ein Nullallomorph ausgedrückt; Umlaut in der Wurzel. Nullallomorphe im Singular und Plural: (5) Lehrer → Lehrer sheep → sheep città → città virtù → virtù kein Morphem für Singular; kein Morphem für Plural; Nullallomorphe für Singular und Plural.