Integration in der Mathematik: Grundbegriffe und Rechenregeln, Prüfungen von Mathematik

Berechnen Sie das Integral ∫ lnx dx mittels partiel- ler Integration. (Tipp: W¨ahlen Sie v = lnx und u′ = 1). L ¨osung. ∫ lnx dx = ∫ 1. ︸︷︷︸ u′.

Art: Prüfungen

2021/2022

Hochgeladen am 09.08.2022

blattspinat-guido
blattspinat-guido 🇩🇪

4.4

(27)

1 / 97

Toggle sidebar

Diese Seite wird in der Vorschau nicht angezeigt

Lass dir nichts Wichtiges entgehen!

bg1
Kapitel 8
Integration
Einf¨uhrung
Grundbegriffe
Integrationstechniken
Uneigentliche Integrale
Mehrfachintegrale
Integration in Polarkoordinaten
Anwendungen
pf3
pf4
pf5
pf8
pf9
pfa
pfd
pfe
pff
pf12
pf13
pf14
pf15
pf16
pf17
pf18
pf19
pf1a
pf1b
pf1c
pf1d
pf1e
pf1f
pf20
pf21
pf22
pf23
pf24
pf25
pf26
pf27
pf28
pf29
pf2a
pf2b
pf2c
pf2d
pf2e
pf2f
pf30
pf31
pf32
pf33
pf34
pf35
pf36
pf37
pf38
pf39
pf3a
pf3b
pf3c
pf3d
pf3e
pf3f
pf40
pf41
pf42
pf43
pf44
pf45
pf46
pf47
pf48
pf49
pf4a
pf4b
pf4c
pf4d
pf4e
pf4f
pf50
pf51
pf52
pf53
pf54
pf55
pf56
pf57
pf58
pf59
pf5a
pf5b
pf5c
pf5d
pf5e
pf5f
pf60
pf61

Unvollständige Textvorschau

Nur auf Docsity: Lade Integration in der Mathematik: Grundbegriffe und Rechenregeln und mehr Prüfungen als PDF für Mathematik herunter!

Kapitel 8

Integration

  • Einf ¨uhrung
  • Grundbegriffe
  • Integrationstechniken
  • Uneigentliche Integrale
  • Mehrfachintegrale
  • Integration in Polarkoordinaten
  • Anwendungen

Fragestellung bei Integration

Bei der Integration geht es anschaulich gesprochen um die Frage der Fl ¨achenmessung: Sei dazu ei- ne auf einem Intervall [a, b] definierte, beschr ¨ankte Funktion f (x) gegeben.

y

a b x

f(x)

Wie kann man dann den grau unterlegten Fl ¨achen- inhalt zwischen Funktion und x-Achse berechnen (oder ¨uberhaupt erst definieren)?

Vorgehen bei Integration

Im Einzelnen ist folgende Prozedur durchzuf ¨uhren:

  • Intervall [a, b] in n Teilintervalle [xi− 1 , xi], i = 1 , 2 , ..., n, der Breite ∆xi = xi−xi− 1 zerlegen (dabei a = x 0 , b = xn),

a=x 0 x 1 x 2 x 3 x =bn

  • uber jedem Teilintervall ein Rechteck konstru-¨ ieren, dessen L ¨ange einem Funktionswert von f an irgendeiner Zwischenstelle ξi ∈ [xi− 1 , xi] aus diesem Teilintervall entspricht,

xi-1 (^) ixi xi

f( ) i

  • alle einzelnen Rechteckfl ¨achen f (ξi) · ∆xi auf- summieren zur Gesamtfl ¨ache sn =

∑n

i=1 f^ (ξi)^ ·^ ∆xi,

  • N ¨aherungswert sn verbessern, indem man ei- ne feinere Unterteilung (= Partition) des Inter- valls [a, b] w ¨ahlt und damit die Anzahl der Teilin- tervalle erh ¨oht, aber gleichzeitig die Breite aller verkleinert.

y y

a (^) b x^ a b x

f(x) (^) anstelle f(x) von

Bemerkungen zum bestimmten Integral

  • Das Integralzeichen

ist ein stilisiertes Sum- menzeichen

  • Man kann die Integrationsvariable beliebig um- benennen:

∫ b

a

f (x) dx =

∫ b

a

f (u) du =

∫ b

a

f (η) dη.

Das bestimmte Integral ist eine reelle Zahl , die nicht von der Integrationsvariable abh ¨angt.

Riemann’sche Zwischensummen Obersumme, Untersumme

Man spricht bei

∑n

i=1 f^ (ξi)^ ·^ ∆xi^ von^ Riemann’- chen Zwischensummen. Das Integral nennt man auch Riemann-Integral. W ¨ahlt man ξi derart, dass f (ξi) im Intervall [xi− 1 , xi] minimal wird, spricht man von einer Untersumme :

y y

a (^) b x^ a b x

f(x) (^) anstelle f(x) von

Die Rechtecke liegen dann ganz anschaulich direkt unter der Funktion. Analog definiert man Obersum- men. Man kann die Integrierbarkeit einer Funktion f (x) auf einem Intervall [a, b] auch so charakteri- sieren, dass die Folge der Untersummen und die der Obersummen gegen einen gemeinsamen Grenz- wert konvergiert.

Bemerkungen zum bestimmten Integral

F ¨ur sehr viele Funktionen ist die oben geforderte Konvergenz gegeben.

Man kann zeigen: Wenn die Funktion f auf dem In- tervall [a, b] stetig ist (evtl. mit Ausnahme endlich vieler endlicher Sprungstellen), dann ist f auf [a, b] integrierbar.

Rechenregeln f ¨ur das bestimmte Integral

F ¨ur das bestimmte Integral gilt:

a)

∫ a

b f^ (x)^ dx^ =^ −^

∫ b

a f^ (x)^ dx,

b)

∫ a

a f^ (x)^ dx^ = 0,

c)

∫ b

a f^ (x)^ dx^ =^

∫ c

a f^ (x)^ dx^ +^

∫ b

c f^ (x)^ dx,

a < c < b

d)

∫ b

a α^ ·^ f^ (x)^ dx^ =^ α^ ·^

∫ b

a f^ (x)^ dx,

e)

∫ b

a (f^ (x) +^ g(x))^ dx

∫ b

a f^ (x)^ dx^ +^

∫ b

a g(x)^ dx,

f) Falls ∫ f (x) ≤ g(x) und a ≤ b, dann gilt:

b

a f^ (x)^ dx^ ≤^

∫ b

a g(x)^ dx,

g) Falls m ≤ f (x) ≤ M f ¨ur alle x ∈ [a, b],

dann gilt:

m (b − a) ≤

∫ b

a f^ (x)^ dx^ ≤^ M^ (b^ −^ a).

Rechenregeln f ¨ur das bestimmte Integral (Veranschaulichung)

Falls m ≤ f (x) ≤ M f ¨ur alle x ∈ [a, b],

dann gilt:

m (b − a) ≤

∫ b

a

f (x) dx ≤ M (b − a).

y

x

a b

f(x)

m

M

Integralfunktion

Wir betrachten das bestimmte Integral ¨uber eine ste- tige, monoton steigende Funktion f (t) ≥ 0 von a (fest) bis zu einer oberen Grenze x > a (varia- bel). Das derart definierte bestimmte Integral mit va- riabler oberer Grenze x liefert die Zuordnungsvor- schrift f ¨ur eine neue Funktion

F^ ˜ (x) :=

∫ x

a

f (t) dt.

x

a

a

x

x

t

f(t)

F(x):= f(t) dt^ ~

Ableitung der Integralfunktion

Es sei f eine auf [a, b] definierte stetige

Funktion. Die durch

F^ ˜ (x) :=

∫ x

a

f (t) dt

definierte Integralfunktion hat die Ableitung

F^ ˜ ′(x) = d

dx

( ∫ x

a

f (t) dt

= f (x).

Die Ableitung der Integralfunktion ist also gleich dem Wert des Integranden an der oberen Grenze. Die Integration ist demnach die Umkehrung der Differentiation.

Stammfunktion

Definition

Eine Funktion F (x) , deren Ableitung gleich

einer gegebenen Funktion f (x) ist, d.h. f ¨ur

die F ′(x) = f (x) auf einem Intervall gilt,

heißt Stammfunktion von f auf diesem In-

tervall.

Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung

Sei F (x) eine (beliebige) Stammfunktion

von f (x). Dann gilt f ¨ur das bestimmte Inte-

gral

∫ b

a

f (x) dx = F (x)|bx=a = F (b) − F (a).

Mit Hilfe des Hauptsatzes lassen sich bestimmte In- tegrale ganz einfach in zwei Schritten berechnen:

  • Man bestimme eine beliebige Stammfunktion F (x) von f (x) (Beachte: F ′(x) = f (x)).
  • Man werte die Stammfunktion an der oberen und an der unteren Integrationsgrenze aus (F (b) und F (a)) und subtrahiere diese beiden Werte.

Beispiel Gesucht ist das bestimmte Integral:

1

(x^2 − 6 cos(2x)) dx.

Eine Stammfunktion von f (x) = x^2 − 6 cos(2x) ist

F (x) =

x^3 − 3 sin(2x),

denn die Ableitung (Kettenregel!) von F (x) ergibt gerade f (x). Die Stammfunktion an der oberen In- tegrationsgrenze ausgewertet hat den Wert F (2) ≈ 4. 9371 , an der unteren Integrationsgrenze erh ¨alt man entsprechend F (1) ≈ − 2. 3946_. Sub- traktion ergibt_ F (2) − F (1) ≈ 7. 3317_. Also ist ins- gesamt:_

1

(x^2 −3 cos(2x)) dx =

x^3 − 3 sin(2x)

2

x= ≈ 4. 9371 − (− 2 .3946) = 7. 3317.